Herren 1 - Wenn es keine zweite Halbzeit gäbe...
Mit einem 31:20-Erfolg über den Aufsteiger aus dem Zürichbiet konnte das Herren-1-Team des TV Appenzell am Samstagabend den zweiten Saisonsieg einfahren. Aber es spannte seinen Anhang in der ersten Halbzeit arg auf die Folter.
Die Initialzündung erfolgte in der 35. Minute. Die Innerrhoder waren beim Stand von 10:12 in die Pause gegangen, und nach Wiederanpfiff schien es zunächst, als gehe es im gleichen Stil weiter wie in Halbzeit eins – die Zürcher schufen sofort einen Drei-Tore-Vorsprung. Dann aber erzielten Arie Thür (2), Luca Eugster und Simon Manser die Treffer zum 14:13, und Flavio De Carli legt mit einer Parade den Grundstein zu einer fortan untadeligen Torhüterleistung. Züri Unterland kam erst in der 40. Minute zum nächsten Tor, ehe es dann vom 14:14 innerhalb von sechs Minuten zum 21:14 ging. Diese Spielphase wurde zur eigentlichen Koller-Gala. Der rechte Flügel, von seinen Mitspielern mustergültig lanciert, schoss in kurzer Folge fünf Tore. Zu ihren ersten Treffern im TVA-Dress kamen ausserdem Ivano Sovic und Kai Thür. Dem Gast, der die Wechselmöglichkeiten nicht voll ausschöpfte, ging mehr und mehr der Schnauf aus. So erarbeitete sich der TVA letztlich einen komfortablen Sieg in einer Höhe, auf die in der ersten Halbzeit nichts hingedeutet hatte.
30 Minuten zum Vergessen
Ja, diese erste Halbzeit! Handball Züri Unterland schien aufgrund der bisher erzielten Resultate in Cup und Meisterschaft bestens ins „Beuteschema“ des TVA zu passen. Die vor Spielbeginn verteilten Biberli, wie sie den Gästespielern von den Einheimischen jeweils überreicht werden, wähnte man schon fast als Trösterli für eine in Aussicht stehende Niederlage. Doch es kam ziemlich anders. Mit unbändigem Kampfgeist brachten die Zürcher etwelche Unruhe ins Heimteam, das bei diesem zu einer Fehleranhäufung sondergleichen führte. Bis zur Pause hatten sie zwölf Fehlwürfe – teils aus besten Positionen – zu verzeichnen, wovon zehn ihre Ursache beim glänzend haltenden Gäste-Torhüter Kling hatten. Dazu kamen vier technische Fehler, so dass bei den 230 Fans die Gesichter immer länger wurden. Und doch hatte man stets das Gefühl, irgendwann müsse die Wende kommen, was ja dann ab der 35. Minute auch der Fall war.
Harte Probe am Dienstag
Für den TVA geht es am Dienstagabend bereits weiter. Mit dem sehr späten Spielbeginn um 20.45 Uhr kommt es in der Gossauer Buechenwaldhalle zum Aufeinandertreffen mit Fortitudo Gossau 2, das ja ebenfalls aufgestiegen ist. Man kennt einander aus etlichen wechselseitigen Verpflichtungen beim jeweils anderen Verein sehr gut. Fortitudo ist mit einem klaren 26:19-Sieg gegen den HC Flawil in die Meisterschaft gestartet. Eine solche „Durststrecke“ wie gegen Züri Unterland darf sich der TVA keinesfalls mehr leisten, ansonsten ein Punktegewinn gegen die als potenter einzustufenden Gossauer schwierig werden dürfte.
TV Appenzell: Jan Bischof (Abwehrquote 24 Prozent/Flavio De Carli (59 Prozent); Luca Eugster (3), Simon Bamert, Lukas Manser (1), Kai Thür (1/1), Ivano Sovic (2), Simon Manser (4), Rouven Bischof (1), Arie Thür (7), Lucius Graf (1/1), Rouven Inauen (2), Thomas Koller (8), Marco Inauen (1). – Strafen: TVA 3x2 Minuten, Züri Unterland 2x2 Minuten. – TVA ohne Niels Ham, Tim Thür, Daniel Inauen, Yannick Inauen, Laurin Manser.