mit der Leidenschaft 
eines Dorfvereins

, Martin Hüsler / Bilder: Dani Gmünder

Herren 1 - Startsieg dank nie erlahmtem Kampfgeist

Der TV Appenzell schlägt den HC Arbon trotz zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstands 39:36 (16:18).

Nach einer überaus durchzogenen Startviertelstunde fängt sich das Herren-1- Team des TV Appenzell bravourös auf und gewinnt in einem dramatischen Kampf gegen den Gruppenfavoriten aus Arbon. Die viel Stimmung machenden 320 Fans in der Sporthalle Wühre bekommen 75 Tore zu sehen.

Beim 7:13 in der 18. Minute begann man sich allmählich Gedanken zu machen, wie hoch die Niederlage für den TVA wohl ausfallen könnte. Bis dahin hatte der HC Arbon die Innerrhoder regelrecht überfahren und mit Gegenstössen ins Hintertreffen gebracht. Und im Angriff biss sich die fehlerhaft agierende Heimmannschaft an der offenen Deckung der Arboner die Zähne aus.

5:0-Lauf leitet die Wende ein

Ab der 19. Minute schien ein Ruck durch die bis dahin verunsichert wirkenden Platzherren zu gehen. Drei Tore von Lukas Manser und deren zwei von Lucius Graf machten aus dem 9:14 ein 13:14. Zudem wehrte Flavio De Carli in dieser Phase einen Siebenmeter ab, so dass sich die Partie plötzlich wieder völlig offen präsentierte. Damit sind gleich jene drei Spieler genannt, die einen wesentlichen Anteil am letztlich eingefahrenen Sieg hatten. Lukas Manser lieferte einen höchst bemerkenswerten Match ab, wies eine makellose Trefferquote auf, stand in der Deckung seinen Mann und holte in den Schlussminuten erst noch zwei wichtige Siebenmeter heraus. Lucius Graf war mit 13 Toren, wovon sieben Penalties, treffsicherster TVA-Spieler. Zweimal blieb er von der Siebenmeterlinie erfolglos, doch die Abpraller fanden dann durch ihn selbst und durch Rouven Inauen doch noch den Weg ins Arboner Tor. Und Flavio De Carli lief im TVA-Tor mit zunehmender Matchdauer zu Hochform auf. Offensichtlich macht sich das Engagement von Raffi Graf als Torhütertrainer bezahlt.

Sieg der ganzen Mannschaft

Beim Schlussjubel war man sich sowohl beim Staff als auch bei den Spielern einig, dass der Sieg trotz überragender Einzelleistungen schliesslich aufs Konto der ganzen Mannschaft geht. Wie sie sich in der zweiten Halbzeit an den Arbonern vorbeikämpfte und mit Thomas Kollers Tor zum 21:20 erstmals die Führung übernahm, war beispielhaft. Nur noch zweimal konnten sich die Gäste einen Ein-Tore-Vorsprung erarbeiten, und letztmals stand es beim 30:30 in der 48. Minute unentschieden. Danach verfügte der TVA über das grössere Durchsetzungsvermögen und hielt den Gegner in dieser intensiv geführten Begegnung auf Distanz. Nicht unerwähnt bleiben darf der durch Jan Bischof abgewehrte Siebenmeter in der 51. Minute, der dazu beitrug, den Vorsprung zu zementieren. In den drei hektischen Schlussminuten fielen beidseits noch je drei Tore. Dass noch zwei rote Karten, die aber folgenlos bleiben, gezückt werden mussten, lässt sich unter dem Stichwort „Übereifer“ abbuchen.

Auf den Absteiger folgt der Aufsteiger

Mit dem doppelten Punktegewinn gegen den spielstarken HC Arbon hat der TVA nach dem Cup-Aus erfolgreich in die Meisterschaft 2025/26 hineingefunden. Nach dem Absteiger aus der Nationalliga B gastiert am nächsten Samstag(19.30 Uhr) mit Handball Züri Unterland der Aufsteiger aus der 2. Liga in der Sporthalle Wühre. Über das Leistungsvermögen der Zürcher ist wenig bekannt. Jedenfalls sind sie im Cup gegen Lausanne-Ville/Cugy Handball aus der 1.-Liga-Gruppe 3 mit einer 23:29-Niederlage ausgeschieden.

TV Appenzell: Jan Bischof (Abwehrquote 8 Prozent)/Flavio De Carli (39 Prozent); Luca Eugster, Simon Bamert, Lukas Manser (7), Kai Thür, Ivano Sosic, Simon Manser (7), Rouven Bischof, Niels Ham, Daniel Inauen (4), Arie Thür (4), Lucius Graf (13/7), Rouven Inauen (1), Thomas Koller (2), Marco Inauen. – Strafen: TVA 7x2 Minuten plus Disqualifikation Lukas Manser; HC Arbon 5x2 Minuten plus Disqualifikation Tim Tobler. – TVA ohne Yannick Inauen, Tim Thür, Laurin Manser.