Herren 1 - Berner Hürde erneut zu hoch
Wie schon vor Jahresfrist der BSV Bern aus der Quickline-Handball-League war auch in der laufenden Cupkampagne eine Berner Mannschaft Endstation für den TV Appenzell. Handball Bern aus der Nationalliga B kam am Samstagabend in einem torreichen Spiel zu einem kaum je gefährdeten Sieg, womit sich das Herren-1-Team des TVA nun voll auf die Meisterschaft konzentrieren kann.
Die Kalamitäten mit dem Hallen-Mikrofon mögen zwar ein schlechtes Omen gewesen sein. Aber auch wenn es klaglos funktioniert hätte, wäre das dem TVA nicht zwingend eine Hilfe gegen den oberklassigen Gegner gewesen. Die zweite Mannschaft des BSV Bern, die unter dem Namen Handball Bern in der zweithöchsten Liga agiert, war über die 60 Minuten gesehen den Innerrhodern in gewissen Belangen voraus. „Sie haben unsere Fehler gnadenlos bestraft“, ortete TVA-Trainer Christian Hamm einen der Gründe, weshalb die Berner ab der 15. Minute Schritt für Schritt davonzogen und sich bis zur Halbzeit ein solides Polster erarbeiteten.
Gleichwohl gute Ansätze
Christian Hamm wollte bei seinen Mannen aber auch gute Ansätze gesehen haben, was ihn im Hinblick auf die Meisterschaft zuversichtlich stimmt. „Wenn wir so spielen wie gegen die Berner und es uns gelingt, die Fehlerquote zu minimieren, brauchen wir uns nicht zu verstecken.“
Die körperlich überlegenen Berner, deren Kader mit Ivan Chernov ein Spieler verstärkt, der noch in der letzten Saison eine prägende Figur bei Wacker Thun gewesen war, zogen von Beginn weg ein temporeiches Spiel auf. Im Bestreben des TVA lag es, vor den gut 300 Zusehenden in gleicher Weise zu reagieren, was phasenweise nicht schlecht gelang, andererseits aber auch die Fehleranfälligkeit nach oben schnellen liess. Insgesamt 17 technische Fehler wurden registriert.
Zweite Halbzeit ausgeglichener
14:19 stand es zur Pause. Den Fünf-Tore-Vorsprung konnte Handball Bern sofort nach Wiederbeginn ausbauen. Das Skore erreichte beim 22:30 in der 41. Minute die grösste Differenz, die sich dann im weiteren Spielverlauf mehr oder weniger bei sechs Toren einpendelte. Für sich allein betrachtet ergab sich in der zweiten Halbzeit ein 20:22.
Der Blick auf die Torschützenliste macht deutlich, dass dem TVA die Qualitäten eines Lucius Graf – er verwandelte zu seinen sieben Toren aus dem Spiel heraus auch die fünf Siebenmeter souverän –, eines Arie Thür und eines Daniel Inauen gut anstehen. Steigerungspotenzial besteht gewiss noch beim Spiel über den Kreis, wo der von Forti Gossau zum TVA gestossene Simon Bamert seinen Einstand gab. Torhüter Jan Bischof, nach einer Viertelstunde für den bis dahin glücklosen Flavio De Carli aufs Feld beordert, parierte zwei-, dreimal mirakulös, war aber angesichts der Berner Treffsicherheit oft machtlos.
Alles in allem gibt die Spielweise des TVA zu berechtigten Hoffnungen Anlass. Inwiefern sie eingelöst werden können, zeigt sich schon am kommenden Samstag, wenn um 19.30 Uhr der NLB-Absteiger HC Arbon in der Sporthalle Wühre antritt.
TV Appenzell: Flavio De Carli/Jan Bischof (Abwehrquote 15 Prozent); Luca Eugster, Simon Bamert (1), Lukas Manser (1), Ivano Sosic, Kai Thür, Tim Thür, Simon Manser (2), Rouven Bischof (2),Daniel Inauen (6), Arie Thür (7), Lucius Graf (12/5), Rouven Inauen (1), Thomas Koller (3), Marco Inauen. – Strafen: TVA 3x2 Minuten, Handball Bern 5x2 Minuten. – TVA ohne Niels Ham, Lukas Inauen, Yannick Inauen, Joel Locher, Laurin Manser, Fabio Sutter.