mit der Leidenschaft 
eines Dorfvereins

, Martin Hüsler

Herren 1 - Die Aufstiegsspiele als erklärtes Ziel

Für das Herren-1-Team des TV Appenzell beginnt die Saison 2025/26.

Mit dem Cupspiel gegen Handball Bern steigen die 1.-Liga-Handballer des TV Appenzell in der heimischen Wührehalle am kommenden Samstag (19.30 Uhr) in die neue Saison. Der Auftakt zur Meisterschaft erfolgt dann eine Woche später im Heimspiel gegen Arbon.

Im Kraftraum der Wührehalle ist vor Beginn des Trainings vom letzten Montag Videostudium angesagt. Das Team des von Andreas Wild und Tobias Sutter sekundierten Trainers Christian Hamm macht sich mit der Spielweise des Cupgegners aus der Bundesstadt vertraut. Handball Bern spielt in der Nationalliga B und ist im Prinzip die zweite Mannschaft des BSV Bern, gegen den die Appenzeller ja in der zurückliegenden Saison im Cup-Sechzehntelfinal ausschieden. Auch gegen den „zweiten Anzug“ der Berner kommt dem TVA rein von der Klassenzugehörigkeit die Rolle des Aussenseiters zu, doch hat er in der Vergangenheit bewiesen, dass für ihn im Cup NLB-Vertreter durchaus in Reichweite liegen.

Wenige Änderungen im Kader

Am Samstag tritt eine Mannschaft an, die gegenüber der letzten Saison lediglich punktuell Änderungen aufweist. Nicht dabei sein wird Noah Inauen, der aus beruflichen Gründen für ein Jahr in Berlin weilt. Für den zum TV Teufen zurückgekehrten Kreisläufer Sandro Ehrbar hat Simon Bamert von Fortitudo Gossau verpflichtet werden können. Er bringt NLA- und NLB-Erfahrung mit. Im erweiterten Kader stehen Lukas Inauen (Jahrgang 2006), Fabio Sutter (2006) und Kai Thür (2008) aus dem eigenen Nachwuchs sowie Ivano Sovic (2008), der aus dem TV Herisau stammt und auch Spiele bei der SG HZO bestreitet. Neu ist sodann die Verpflichtung von Raffi Graf als Torhütertrainer, eine Massnahme, die sich bereits bezahlt gemacht hat, wie Christian Hamm betont.

Wieder um den Aufstieg mitmischen

Die Vorbereitung auf die neue Saison mit unter anderem einem Trainingslager in Stuttgart sei gut verlaufen, ist zu erfahren. „Die Motivation und die Leistungsbereitschaft, etwas zu erreichen, sind da. Unser Ziel ist ganz klar, einen der ersten beiden Gruppenplätze und damit die Ausmarchung um den Aufstieg in die Nationalliga B zu erreichen. Das dürfte allerdings schwieriger werden als in den beiden vorangegangenen Saisons“, schätzt Christian Hamm die Situation ein. Die grösste Hürde, die es zu überwinden gilt, dürfte NLB-Absteiger HC Arbon darstellen. Die neu von Clemens Gangl trainierten Oberthurgauer zählen in der zwölf Mannschaften umfassenden 1.-Liga-Gruppe 1 zu den Favoriten. In deren Kader haben sich gegenüber der letzten Saison nicht viele Änderungen ergeben, so dass eine eingespielte Equipe den sofortigen Wiederaufstieg in die zweithöchste Spielklasse anstrebt.

Teils „alte Bekannte“

Mit wem bekommen es die Innerrhoder sonst noch zu tun? Der HC Flawil, Pfader Neuhausen, die SG Seen/Tigers, GC Amicitia, die SG Uster/Stäfa und der TV Unterstrass sind jene Gegner, die bereits in der letzten Saison zum Gruppenbestand gehörten. Mit einer Ausnahme resultierten aus diesen Begegnungen lauter Siege.

Neu in der Gruppe sind die Aufsteiger Fortitudo Gossau 2, KJS Schaffhausen (bereits in der Saison 2023/24 in der 1. Liga) und Handball Züri Unterland. Die Gossauer ersetzen quasi ihr Fanionteam, das sich nach oben „verabschiedet“ hat. Handball Züri Unterland entstand im Frühjahr 2024 aus einer Fusion der Vereine Bülach, Dielsdorf-Bassersdorf, Kloten und Rorbas.

Die grosse Unbekannte schliesslich ist der HSC Kreuzlingen. Nachdem die Grenzstädter in der letzten Saison noch wacker in der obersten Spielklasse mitmischten, entschied man sich in Kreuzlingen aufgrund finanzieller und infrastruktureller Probleme für einen freiwilligen Abstieg vorerst in die NLB und schliesslich in die 1. Liga. Zahlreiche Spieler verliessen daraufhin den Verein, so dass die Spielstärke des Teams schwer einzuschätzen ist.

Der Modus blieb unverändert. Die Teams treten in der Hauptrunde in Hin- und Rückspielen gegeneinander an, was 22 Spiele ergibt. Die beiden besten Mannschaften aus den drei 1.-Liga-Gruppen machen danach die beiden Aufsteiger in die NLB unter sich aus. Die drei Tabellenletzten steigen direkt in die 2. Liga ab, derweil die Teams auf den Rängen 10 und 11 in Barragespielen drei weitere Absteiger ermitteln.