mit der Leidenschaft 
eines Dorfvereins

, Martin Hüsler / Bilder: Dani Gmünder

Herren 1 - Diese sieben verhängnisvollen Minuten…

Der TV Appenzell kassiert gegen den HSC Kreuzlingen1 eine 30:33-Heimniederlage.

Nach einem mit drei Siegen sehr ansprechenden Start in die Meisterschaft blieb das Herren-1-Team des TV Appenzell am Samstagabend punktelos. Der HSC Kreuzlingen 1 erwies sich als zu hartnäckiger Gegner.

Man schrieb die 40. Minute in der Sporthalle Wühre. Eben hatte Rouven Inauen den TVA auf 21:22 herangebracht, als Jan Bischof mit zwei spektakulären – im Liveticker irrtümlicherweise Flavio De Carli zugeschriebenen – Paraden kurz hintereinander Begeisterung auslöste. Wenn in dieser Phase der Ausgleich gefallen wäre, dann hätte das Spiel möglicherweise in andere Bahnen gelenkt werden können. Aber es folgten halt sieben fatale Minuten, in denen die Kreuzlingen mit einem 4:0-Lauf auf 26:21 aus ihrer Sicht davonzogen.

An diesem Abstand sollten sich die Innerrhoder die Zähne ausbeissen.

Durchzogener Start

Die aus der Quickline-Handball-League freiwillig in die 1. Liga abgestiegenen Gäste fanden besser in die Partie und liessen die lange Zeit mit offener Deckung agierenden Einheimischen schnell in Rückstand geraten – in der 13. Minute gar mit fünf Toren. Es zeigte sich, dass da bei einigen HSC-Akteuren eben immer noch Substanz aus der obersten Spielklasse zum Tragen kommt. Zudem wies sich ihr Torhüter Tim Bammel über eine ausgezeichnete Form aus. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit kam der TVA in die Gänge und konnte die Tordifferenz allmählich wettmachen. In besonderer Schusslaune befand sich Arie Thür. Bis zur Pause brachte er alle neun Versuche im Kreuzlinger Tor unter. Er war es denn auch, der fünf Sekunden vor der Sirene mit dem 16:15 die TVA-Führung bewerkstelligte.

Zu viele Unzulänglichkeiten

Die 320 Zusehenden hätten nichts dagegen gehabt, wenn es nun im  gleichen Stil weiter gegangen wäre. Zunächst schienen sich die geweckten Hoffnungen zu erfüllen, als Arie Thür und Lucius Graf erstmals für eine Zwei-Tore-Führung verantwortlich zeichneten. Doch bald lagen die Kreuzlinger wieder vorn, ehe dann eben diese 40. Minute anbrach, die das Blatt zugunsten des TVA hätte wenden können. Aber es hat nicht sollen sein. Die Durststrecke bei den Innerrhodern wog zu schwer, die Fehlerquote war zu hoch. Auf mehr als drei Tore kam man nicht mehr heran. Da passte es ins Bild, dass beispielsweise Simon Manser einen rabenschwarzen Tag erwischte, den er wohl möglichst schnell abhaken möchte. Dass er es besser kann, hat er schon des öftern bewiesen. Und nicht zu übersehen war auch das praktisch inexistente Spiel über den Kreis; hier besteht beträchtlicher Verbesserungsbedarf.

TVA-Trainer Christian Hamm und sein Assistent Andreas Wild waren sich einig, gegen eine gute Mannschaft verloren zu haben: „Die Fehlersumme hat den Ausschlag zu unseren Ungunsten gegeben.“ Retouchen kann die Mannschaft am nächsten Samstag anbringen, wenn sie in der BBC-Arena gegen KJS Schaffhausen anzutreten hat, einen Gegner, den man in der vorletzten Saison zweimal deutlich geschlagen hat.

TV Appenzell: Jan Bischof (Abwehrquote 33 Prozent)/Flavio De Carli (37 Prozent); Fabio Sutter, Luca Eugster (2), Niels Ham, Fabrice Oberle, Kai Thür, Simon Manser, Rouven Bischof, Arie Thür (13), Lucius Graf (7/3), Rouven Inauen (4), Laurin Manser, Thomas Koller (4), Marco Inauen, Ivano Sovic. – Strafen: TVA 3x2 Minuten; Kreuzlingen 5x2 Minuten. – TVA ohne Daniel Inauen, Lukas Manser, Tim Thür, Simon Bamert, Yannick Inauen.