An einem U9-Spieltag...unterwegs mit Nick13.11.2016

Ein kleines Tagebuch aus dem Leben eines Handballkindes, entstanden anlässlich einem der vielen Minispieltage. Ein ganz besonderer Tag im Leben eines Handballkindes - mit persönlicher Begleitung, Interviews und vielen anderen Freuden.

07.15 Uhr, es ist früher Sonntagmorgen. Vorbei am vereinsamten Bahnhof Weissbad, weiter, tief ins Schwendetal hinein. Die Familie Rusch erwartet mich. Ich werde heute ihren Ältesten, 9 Jahre alt, an seinen ersten, richtigen Handball-Spieltag begleiten. Im Haus empfängt mich reges Treiben. Die ganze Familie ist schon munter, gewaschen und bester Laune. Am Frühstücktisch empfangen mich Nick, seine Eltern und die ebenfalls mit Handball liebäugelnden Schwestern. In der fröhlichen Atmosphäre fühle ich mich sofort wohl. Die Frage nach dem «warum grad Handball» erübrigt sich. Beim genauen Hinsehen ist schnell klar, dass hier beste Voraussetzungen für grosse Handball-Karrieren herrschen. Stämmiger Vater, grossgewachsene Mutter.

Nick, der sich erst seit gut 3 Monaten dem Handball verschrieben hat, freut sich ganz speziell auf das heutige Turnier in Amriswil. Zum ersten Mal darf die U9-Mannschaft mit den richtigen Bällen auf echte Handballtore schiessen. Bis zu diesem Zeitpunkt haben sie Turniere im Streethandball bestritten. Nicht schlecht, aber eben doch nicht wie bei den Grossen. Nick ist ein wenig nervös, er weiss noch nicht genau, was auf ihn und seine Mannschaftskollegen zukommen wird. Er kontrolliert nochmals seinen Tascheninhalt, dann ist er bereit für die Abfahrt. Das erste «auf den Zahn fühlen» von meiner Seite fällt ins Wasser. Nick möchte doch lieber mit seinem Vater zum Treffpunkt fahren. Ob es an meinen Fahrkünsten oder den sich abzeichnenden Fragen liegt, bleibt unbeantwortet. Im Verlauf des Tages sollte sich das Eis dann aber doch noch brechen. Etwas Zeit, zwei Fragen zu beantworten bleibt dann aber doch noch.

«Später möchte ich einmal ein schussstarker Rückraumspieler sein!»

Und auf die Frage nach seinem Lieblingsspieler bleibt er ganz in der Region. - «Meine Lieblingsspieler sind René Rigas und Elias Valaulta!»

Nicht der Erste, dem die Penalty-Show von Elias Valaulta gefällt. Penaltys schiessen ist in diesem Alter etwas, das den wahren Handballkönner vom Durchschnitt abhebt.

Dann ist genug der Fragen. Der künftige Rückraum-Bomber macht sich auf den Weg zu seiner grossen Mission und trifft sich wenig später mit seinen Teamgefährten vor der Sporthalle. Julian, Jaron, Levin sind genauso voller Vorfreude wie Nick. Sie nehmen die Tatsache, dass Sergio verschlafen hat gelassen zu Kenntnis. Etwas Stirnrunzeln bei der Information des Trainers, dass sie mit Emma verstärkt werden. Ein Mädchen! Was im ersten Moment etwas Sorgen bereitet, wird sich im Verlauf des Turniers als gute Sache erweisen.

Welches sind denn eure Erwartungen?

«Gewinnen!» Und dann geht’s ab nach Amriswil.

«Du bist bei der Baustelle abgebogen, wo es verboten gewesen wäre!» Nick hat noch Zeit, sich vor seinem ersten richtigen Handballspiel den Kleinigkeiten des Lebens zu widmen. Wenig später stehen sie da, stolz die Farben des Vereins tragen zu dürfen. Nick hat bei der Leibchenverteilung im richtigen Moment zugegriffen. Er trägt die 10, seine Lieblingsnummer. Weisst mich vor dem Einlaufen noch darauf hin, dass die Schnürsenkel seiner Turnschuhe sehr rutschig und daher schlecht zu binden sind. Ich werde im Verlauf des Morgens noch mehrmals feststellen, dass Schuhbinden in diesem Alter immer noch eine grosse Herausforderung ist.

Nach dem Einlaufen, das sich schon sehr gut angesehen hat, postiert sich die Mannschaft des TV Appenzells zum ersten Mannschaftsbild. Soviel Zeit muss dann doch noch sein!

Handballfoto

Jaron Herzig, Levin Hutter, Emma Sutter, Julian Sollberger, Nick Rusch und Sergio Manser (inzwischen auch eingetroffen!)

Dann geht es endlich los und dies grad gegen einen Gegner mit vielen Qualitäten. Das Team des HC Flawil spielt nicht zum ersten Mal «richtig» Handball. Zu meiner Überraschung machen aber auch die Vertreter/Vertreterin aus Appenzell eine gute Figur. Da ist einiges an Potential vorhanden. Vor allem spielt man sehr mannschaftsdienlich. Es wird meist versucht, den besser positionierten Mitspieler zu lancieren. Und wenn dann vor Aufregung der Ball mal weit übers Tor fliegt, wird auf den Ruf des Trainers sofort signalisiert: das nächste Mal schiess ich tief! Immer wollen dann aber die guten Vorsätze nicht gelingen. Appenzell schlägt sich hervorragend holt sich schon im ersten Spiel ein Unentschieden, das fast wie ein Sieg gefeiert wird. Nach einer etwas bitteren Niederlage gegen Fides -die Ansprüche an sich selber sind schon etwas gestiegen- kommt es nach Abpfiff der Partie gegen Amriswil zum ersten, richtigen Siegesjubel. Auch Flawil2 kann bezwungen werden und im Schlussspiel gegen den TSV St. Otmar werden die Punkte geteilt. Nick nach diesem Punktverlust: «Wir hätten gewinnen müssen, haben aber nicht so gut verteidigt!»

Handballfoto

Auch wenn das letzte Spiel nicht ganz der Winner-Mentalität der Mannschaft entsprach, Nick und seine Mitstreiter/in haben sich hervorragend geschlagen, sie mussten sich vor keiner Mannschaft verstecken. Die Schlussbilanz fällt daher auch äusserst positiv aus. - «Das hat Spass gemacht und jetzt müssen wir in den nächsten Trainings den Sprungwurf üben!» zieht Nick Schlussbilanz um sich danach möglichst schnell zur Festwirtschaft aufzumachen. Mal will ja auch gestärkt sein, für kommende grosse Taten!

Bericht: Hansruedi Rohner

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