U13-Mädchen vom Dornröschen zum Drachentöter16.01.2011

Es war ein buntes Heer, das sich -geleitet von ihren Knappen- von Bergeshöhen in den Nebel hinunter wagte.

Schon beim Einmarsch in die Arena wurde den zierlichen Mädchen vor Augen geführt, dass stramme Recken darauf warteten, sie als Entree zu verspeisen. Das Aufwärmen zeigte dann, dass die anstehenden Aufgaben da und dort Nervosität aufkommen liess. Als dann die Herolde die beiden Heerscharen zum Kampfe baten, wusste das schwächere Geschlecht schon bald nicht mehr, wie ihnen geschah. Das erste Kräftemessen gegen die Gelbschwarzen vom See war schon entschieden und neigte sich bereits dem Ende zu, und die Mädchen wähnten sich noch immer im Dornröschenschloss und träumten von ihren Prinzen. Da konnte es nach dem ersten Waffenstillstand nicht überraschen, dass es in der Ecke der Gäste etwas lauter als auch schon wurde. Plötzlich waren alle wach und fanden sich in der Wirklichkeit wieder.

Und hier wartete mit der Mannschaft von Forti Gossau ein Ensemble, dass die Bälle aus zwei Etagen höher Richtung Tor werfen würde. Da das Kräfteverhältnis unterschiedlicher nicht hätte sein können blieb den Appenzellerinnen nur die alt bekannte „Überzahl-Taktik“. Der Ballführende Spieler wurde dabei immer von 2 Gegnerinnen gleichzeitig angegriffen. Und siehe da, die Abwehr stand bedeutend besser als in der ersten Partie. Leider war aber die Fehlerquote im Angriff zu gross, vor allem vom Penaltypunkt aus wurde im halben Dutzend gesündigt. So blieb es auch in dieser Begegnung bei kleinen Erfolgserlebnissen, die aber noch nicht genügten, um zu gewinnen

In der zweiten Begegnung gegen Romanshorn setzte sich das Team die Latte selber sehr hoch. Hinten noch besser stehen –dies war man schon der überragend haltenden Zoe Fässler im Tor schuldig- und im Angriff den direkten Weg zum Tor suchen. In der ersten Halbzeit gelang die Umsetzung der Vorhaben bestens und schon bekam der Gegner grössere Probleme. Appenzell machte die erste, verschlafene Partie vergessen und lag zur Pause klar auf der Siegerstrasse. Der grosse Kräfteverschleiss in der Verteidigung machte sich dann aber bemerkbar. Zudem liess die Konzentration nach und der Gegner konnte dank seines körperbetonten Spiels die Niederlage noch abwenden.

Kurze Frustbewältigung und dann gings in die zweite Partie gegen Gossau. Das Ziel war klar: Appenzell geht von keinem Spieltag nach Hause, ohne mindestens einmal gewonnen zu haben. Es darf vorweggenommen werden: nach 3 kräftezehrenden Begegnungen sparten sie die Appenzellerinnen das Sahnehäubchen für den Schluss auf. Alles was vorher noch nicht so richtig funktionieren wollte, gelang jetzt bestens. Das Bollwerk hinten stand wie eine Eins, im Angriff wurde viel gelaufen und die Lücken aufgerissen und wenn es einmal eng wurde, dann warfen sich unsere Heldinnen mit dem Mute der Verzweiflung der anrollenden „Gewichts-Lawine“ entgegen. Dank dem grossen Engagement trugen sie einen souveränen 13:9-Sieg nach Hause und erfüllten die in sie gesetzten Erwartungen vollauf. Gestartet waren sie im Dornröschenschlaf, doch zum Schluss erlegten sie mit dem besten Spiel des Tages den übermächtigen Drachen. Manchmal werden halt Märchen wahr.

Bericht: Hansruedi Rohner

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