MU19 im Regiocup erst im Final gestoppt25.03.2017

Die MU19 der Handballriege stösst im regionalen Cup bis in den Final vor. Muss sich dort aber der MU17-Inter Mannschaft von Fortitudo Gossau beugen. Nach der 22:24 Niederlage bleibt die Feststellung, dass an diesem Nachmittag mehr möglich gewesen wäre.

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Von den stimmungsvollen Cupfinal-Events des regionalen Handballverbandes vergangener Jahre ist wenig übriggeblieben. Den Anlass über zwei Tage durchzuführen und dann auch noch ein Herrenspiel reinzudrücken erwies sich als schlechter Entscheid. Dass den Verlierermannschaften bei der Siegerehrung nicht mal eine Medaille umgehängt wurde, sie dafür zwei Tafeln Schokoladen zum Verteilen unter der ganzen Mannschaft in die Hand gedrückt bekamen, lässt das Licht auf den Anlass auch nicht heller leuchten. Sportlich gesehen gab es einige Partien, die das Versprochene halten konnten, andere wurden zu einer klaren Angelegenheit der Favoriten. Die MU19 Halbfinals und Finals waren nicht die hochklassigsten, lebten dafür aber über weite Strecken von der Ausgeglichenheit der beiden Mannschaften.

Die Appenzeller bekamen es im Halbfinal mit dem MU17-Inter-Team von Rhyfall Munot zu tun. Keine leichte Aufgabe, auch wenn der Gegner mit dem letzten Kader angereist war und die Wechselbank nur als Getränkeplatz nutzte. In Anbetracht dieser Vorgabe schien das Rezept, mit viel Geduld die Angriffe vorzutragen, nicht das Schlechteste zu sein. Etwas mehr Tempo im Spiel (auch im abschliessenden Final) hätten die Zuschauer aber mit Sicherheit goutiert. So plätscherte das Spiel dahin, war geprägt von einer hohen Fehlerquote, vielen Chancen, die nicht genutzt wurden und zwei Defensivreihen, die sich sehr gut auf den Gegner eingestellt hatten. Leider konnten beide Teams den Elan aus der Verteidigungsarbeit nicht in den Angriff mitnehmen, liessen die Chancen im Multipack liegen. So entschied Appenzell die Partie nicht schon in der Anfangsphase, was mehrmals möglich gewesen wäre, sondern liess die Schaffhauser immer wieder ins Spiel finden. In der 23. Minute glich Rhyfall Munot mit einem Distanzschuss aus. In der Zwischenzeit hatte sich die Partie zu einem «Chrampf» entwickelt. Die spielerischen Elemente blieben völlig auf der Strecke, der Blick für die freien Mitspieler ging ganz ab, mit der Brechstange suchten die Appenzeller den Tritt zurück in den Match. Einmal, kurz vor der Pause, konnte man einen erfolgreich abgeschlossenen Angriff über mehrere Stationen beklatschen. Der Unterzahltreffer zur 11:9-Führung sollte auch das Pausenresultat sein. Appenzell muss sich die Kritik gefallen lassen, dass zu vieles durch die Mitte gegangen war, die Aussenbahnen völlig vergessen wurden.

Auch in Halbzeit zwei blieben sich die Mannschaften treu. Mit den Chancen wurde gar fahrlässig gehaushaltet und viele Pässe fanden den Mitspieler nicht. Für Appenzell sprach, dass der Gegner bald schon mal dem kleinen Kader Tribut zollen musste. Optisch wurde dadurch das Spiel der Innerrhoder besser und man hätte wahrlich nicht bis zur 54. Minute und dem Treffer zur 20:14 Führung zittern müssen, wäre nicht jeder zweite Abschluss ans Aluminium gedonnert. Ein Spiel, das lange auf der Kippe war, wurde zu Schluss mit 24:18 Toren doch noch eine klare Beute des Teams der Handballriege.

Ein grossartiger Erfolg, man stand im Final!

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Man kannte sich, hatte letzte Saison schon das eine und andere Male die Klingen gekreuzt, wusste um die spielerischen Stärken von Fortitudo Gossau. Das Final versprach eine spannende Partie - mit leichten Vorteilen auf Seiten der St.Galler - zu werden. Die Fehlerquote tief halten, wenig Strafen nehmen und die Chancen nutzen. Auf diesen Säulen hätte das Spiel der Appenzeller stehen sollen um gut in die Begegnung zu kommen. Dies tat es nicht. Nach 6 Minuten kassierte man die erste Strafe (überstand die Unterzahl aber glimpflich), verursachte zu viele Fehler und liess sich vor dem eigenen Tor zu oft narren. Glücklicherweise zog Torhüter Ibrahim Gagulic eine sehr gute erste Halbzeit ein, sodass auch nach 12 Minuten, als Gossau mit 6:3 Toren vorlegte, nichts entschieden war. Forti wollte nicht, Appenzell konnte nicht, das Tempo im Spiel blieb weiterhin äusserst gemächlich. Der Funke zum Publikum wollte nicht springen, dafür übernahmen mehrmals die etwas unklar agierenden Schiedsrichter die Hauptrolle. Ein fraglicher Penalty auf der einen, dann wenig später ein fraglicher Penalty auf der anderen Seite. Appenzell blieb in Reichweite, musste aber immer einem Rückstand hinterherlaufen. Das Pausenresultat von 7:11 Toren widerspiegelte das Gesehene. Gute Abwehrarbeit, schlechte Chancenauswertung auf beiden Seiten.

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Zwei identische Tore zu Beginn der zweiten Halbzeit brachten die Spannung und so etwas wie Stimmung zurück. Appenzell eroberte sich den Ball in der Defensive und schloss den Gegenstoss erfolgreich ab. Plötzlich stand es 11:9. Es waren dann aber wieder unnötige Fehler und ausgelassene Chancen, die verhinderten, dass Appenzell bis auf Schlagdistanz herangekommen wäre. Die etwas behäbig agierenden Gossauer kamen mit wenig Aufwand zum 14:10. Dies sollte aber noch nicht die Vorentscheidung sein, denn die Junioren der Handballriege kämpften weiter und zwar bis zur letzten Sekunde. Spielerisch liess man einige Wünsche offen, bezüglich Kampfkraft holten die Appenzeller den Titel. Es kam in dieser zweiten Halbzeit eine lange Phase, wo Appenzell den Gegner mit schnellen Passfolgen und viel Bewegung ohne Ball unter Druck setzte. Fortitudo wankte, fiel aber nicht. Hatte auch auf die guten Szenen der Appenzeller immer eine noch bessere Antwort und liess sich auch durch das Schwinden des Vorsprunges nie aus der Ruhe bringen. Da ein verpasster Abschluss, dort ein Fehlpass zu viel, Appenzell konnte den Gegner nicht mehr entscheidend unter Druck setzen, war an diesem Nachmittag auch nicht mit dem nötigen Quäntchen Glück gesegnet. Fortitudo Gossau entschied den Cupfinal gegen ein aufopferungsvoll kämpfendes Appenzell mit 24:22 Toren und durfte sich die Medaillen umhängen. Appenzell blieb nur der eingangs erwähnte, feuchte Händedruck und die Erkenntnis, dass die Richtung stimmt und man das Ziel nicht aus den Augen verlieren darf.

Bericht: Hansruedi Rohner / Bilder: Dani Gmünder

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