MU19 bekommt "Schuss vor den Bug"18.03.2017

Vor allem kämpferisch wusste die MU19 der Handballriege nicht zu gefallen. Die Auswärtsniederlage gegen den Tabellenletzten HC Neftenbach mit 24:31 Toren war die logische Schlussfolgerung daraus.

Die Voraussetzungen für den Gang zum Tabellen-Schlusslicht waren nicht die Besten. Das gleich beide Torhüter und der Goalgetter mit Abwesenheit glänzten, sollte sich als zu starke Hypothek erweisen. Statt einer «jetzt erst recht» Reaktion, nistete sich diese Tatsache in negativer Art in den Köpfen einiger Teamstützen ein. Schon nach wenigen Minuten musste Appenzells Anhang feststellen, dass die Mannschaft nicht in der Lage war, ihren Interimstorhüter, Selcuk Taskin war am Freitagabend notfallmässig zum Torhüter «erkoren» worden, mit guten Verteidigungsaktionen zu schützen. Mit einer soliden Verteidigungsarbeit hätte die Basis gelegt werden können, dem Heimteam den ersten Schwung zu nehmen. Dies gelang Appenzell nicht. Gegen die beweglich agierenden Neftenbacher kamen die Gäste Schritte zu spät, übergaben vor allem den effektiven Kreisläufer zu schlecht und liessen den gefährlichen linken Rückraumspieler meist ungehindert schiessen. Mit einem druckvollen Angriffsspiel hätten die Mängel in der Defensive ausgemerzt werden können, von solchem war aber nicht viel zu sehen. Dafür ging vor allem die Rückraumachse zu wenig dahin, wo es weh tun kann. Man nahm Abschlussversuche in Kauf, die wenig Hoffnung auf Torerfolg liessen. Die Chancen, dieses Spiel in die richtige Richtung zu lenken waren vorhanden, denn Neftenbach brachte mit vielen Eigenfehlern Appenzell immer wieder in die Partie. Was den Unterschied zu Gunsten des Heimteams machte: sie kämpften leidenschaftlich, kompensierten spielerische Mängel mit viel Einsatz. Bei Appenzell fiel bezüglich Leidenschaft nur Reto Koller auf, der mit viel Herzblut vor dem eigenen Tor so viele Löcher wie nur möglich stopfte. Eine typische Szene, die das Spiel auf den Punkt brachte, ereignete sich in der 11. Minute. Appenzell verschoss einen Penalty und musste wenige Sekunden später im Gegenzug das 6:4 hinnehmen. Ein weiterer schwacher Abschluss der Appenzeller führte im Gegenstoss zum 7:4 und eine Minute später machte es die Appenzeller Verteidigung dem Gegner einmal mehr zu einfach. Nach 13 Minuten lagen die Innerrhoder mit 4:8 im Rückstand und sie sollten sich von diesem klaren Verdikt nicht mehr erholen. Neftenbach spielte im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit nicht überragend, schenkte den Ball mehrmals leichtfertig her und brachte Appenzell kurzzeitig, nach dem 12:10 in der 24. Minute bis auf zwei Tore zurück ins Geschäft. Näher sollten die Gäste während dem weiteren Verlauf dieser spannungslosen Begegnung nicht am Sieg schnuppern dürfen. Mit Distanzschüssen knickte Neftenbach die Hoffnung der Gäste ein weiteres Mal und legte bis zum Pausenpfiff mit 17:11 Toren vor.

Ein Wechselfehler und die damit verbundene Zeitstrafe nach 12 Sekunden in Halbzeit zwei nahm Appenzell sofort wieder den Schwung. Trotzdem konnte die MU19 der Handballriege den Rückstand stetig verkleinern. Die wohl letzte Chance, den Gegner etwas nervös zu machen, wurde mit dem verschossenen Penalty in der 41. Minute (21:16) vergeben. Neftenbach gelang es nun, die meist harmlosen Abschlüsse der Appenzeller gekonnt zu unterbinden und mit schnellem Umschalten von Verteidigung auf Angriff zu einfachen Toren zu kommen. Von da an verteidigte die Heimmannschaft den Vorsprung gekonnt, liess sich nicht mehr in Bedrängnis bringen und siegte zum Schluss verdient mit 31:24 Toren. Appenzell dagegen hat es verpasst, mit einem Sieg die vor ihnen liegenden Kreuzlingen und Flawil unter Druck zu setzen. Dieses Vorhaben war zum Scheitern verurteilt, weil nicht alle Spieler bereit waren, sich mit einem kämpferischen Effort gegen die schlechten Voraussetzungen zu stemmen.

Bericht: Hansruedi Rohner

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