MU19 mit kleinem Team – und grossem Spiel!17.09.2011

Es war eine sehr kleine Appenzeller U19-Mannschaft, die dem HC Rheintal in Heerbrugg Paroli bot. Mit nur einem Torhüter und fünf Feldspieler liessen die Appenzeller den Rheintalern vor allem in der zweiten Halbzeit keine Chance und gewannen verdient mit 32:24 Toren.

Manch einer der zahlreichen Zuschauer rieb sich beim Einlauf die Augen und witterte die grosse Chancen für das bisher sieglose Heimteam. Ein ganzer Rückraum fehlte den Gästen wegen des Firmling-Ausfluges nach Einsiedeln. Immerhin hatten die Abwesenden den Auftrag, vor Ort ein gutes Wort für den kleinen Rest des Teams einzulegen, zur vollsten Zufriedenheit erfüllt, wie der Verlauf der Partie zeigen sollte. Der Schiedsrichter durfte erstaunt zu Kenntnis nehmen, dass die Mannschaftskarte des TV Appenzell die kürzeste war, die er je zu Gesicht bekommen hat. Nur sechs Namen standen darauf. Im Tor agierte Dominic Herzog und vor ihm versuchten Lukas Manser, Fabian Sabljo, Sven Lämmler, Laurin Manser und Silvan Fässler ihre Haut so teuer wie möglich zu verkaufen. Die beiden Trainer Rohner und Wüthrich konnten dem Kommenden gelassen entgegen sehen, über allfällige Auswechslungen mussten sie sich keine Gedanken machen. Ins Schwitzen kamen sie dann aber schon in den ersten Spielminuten. Laurin Manser musste nach einem Schlag ins Gesicht seine blutende Nase pflegen lassen. Da waren’s vorübergehend nur noch vier der Aufrechten, die auf Torjagd gingen. Nach kurzer Zeit dann aber Entwarnung: Manser konnte wieder ins Geschehen eingreifen und er würde in den folgenden gut 55 Minuten die Rheintaler zum Verzweifeln bringen. Doch vorerst war das Heimteam gewillt, die Spieldauer-Unterzahlsituation der Appenzeller zu ihren Gunsten zu nutzen. Sie agierten sehr druckvoll und liessen im Rückraum und vor allem auf der linken Flügelposition spielerisches Potential aufblitzen. Appenzell hielt dagegen und so entwickelte sich ein munteres Hin und Her ohne dass sich eine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Kurz vor dem Pausenpfiff unterliefen den Gästen zwei unnötige Fehler und Rheintal konnte mit einem kleinen Vorsprung (15:14) die zweite Halbzeit in Angriff nehmen.

Die Zuversicht der Zuschauer stieg rapide an, denn jetzt erwarteten wohl viele den Einbruch der kleinen Appenzeller Delegation. Es kam jedoch anders. Während der ersten 10 Minuten der zweiten Halbzeit rieben sich der eine oder andere Anwesende in der Halle zum zweiten Mal die Augen. Nur die beiden Trainer auf der viel zu grossen Bank strahlten wie kleine Kinder bei der Weihnachtsbescherung. Fehlerlos, perfekt und traumwandlerisch sicher agierte Appenzell. Wenn Sven Lämmler seinen unwidersteh-lichen Antritt startete, den Ball magistral zu Fabian Sabljo gleiten liess oder mit einem Backhand-Pass den immer am richtigen Ort stehenden Kreisläufer Laurin Manser fand, dann ging es sogar den Zuschauern zu schnell. Und als Lämmler gezwungenermassen für 4 Minuten Platz auf der Auswechselbank nehmen musste, stürzten sich auf den Aussenpositionen Silvan Fässler und Lukas Manser mutig in die Lücken und halfen sehr erfolgreich mit, dass Rheintal seine Siegeschancen massiv schwinden sah. Nach 45 Minuten Spielzeit führte Appenzell mit 23:16 Toren. Doch damit nicht genug. Appenzell zeigte auch in der Defensive eine starke Leistung. Und gab es für die Rheintaler eine Chance zum Torabschluss, dann stand Dominic Herzog zwischen den Pfosten wie ein Fels in der Brandung. Und so gedieh die zweite Halbzeit dank eines Schrumpf-Teams zum handballerischen Leckerbissen. Dem Gegner darf attestiert werden, dass er nie aufgab und erst 5 Minuten vor Schluss mussten die Rheintaler zu Kenntnis nehmen, dass Appenzell nie einbrechen würde. Im Gegenteil: Appenzell wirbelte im Angriff bis zur letzten Sekunde und wankte in der Verteidigung keinen Moment. Klein aber fein, und vor allem sehr erfolgreich, beendete Appenzell seine Mission Rheintal und verbuchte einen wertvollen, sehr eindrücklichen Sieg.

Bericht: Hansruedi Rohner

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