MU17 und die 5 Sekunden zum Glück13.02.2010

Die MU17 des TV Appenzell erkämpft sich in einem dramatischen Spiel gegen den BSV Bischofszell in letzter Sekunde einen Punkt. Ein hochklassiges Handballspiel endet unentschieden 23:23.

Das heiss ersehnte Spitzenspiel gegen die Rosenstädter entwickelte sich von der ersten Minute an zu einem hoch stehenden Duell zweier völlig verschiedener Mannschaften. Bischofszell setzte auf körperliche Präsenz, während Appenzell die Defizite in diesen Bereichen mit spielerischen Mitteln wettzumachen versuchte. Die Spieler und ihre Trainer hatten sich in den letzten Tagen intensiv mit dem Gegner auseinander gesetzt und dies zahlte sich aus. Die Rückraumschützen der Gäste konnten ihren gewohnten Blitzstart nicht hinlegen, da sie immer wieder frühzeitig von den aggressiv agierenden Appenzellern am erfolgreichen Abschluss gehindert wurden. Da auch Dominic Herzog zwischen den Pfosten einen gewohnt sicheren Job verrichtete, konnte der Meisterschaftsfavorit aus Bischofszell die bissigen Appenzeller nicht wunschgemäss distanzieren. Unbeirrt liess das Heimteam den Ball laufen. Auch während einer kritischen Phase, als sie mit 5:8 zurücklagen, verloren sie nie die Geduld und konnten kurz vor dem Pausenpfiff das Spiel ausgleichen. Beim Spielstand von 10:10 wurden die Seiten gewechselt.

Bischofszell erwischte den besseren Start in die zweite Halbzeit. Einige Minuten standen die roten Teufel in der Defensive nicht immer optimal und mussten einige leichte Tore einstecken, die zu verhindern gewesen wären. Richtig konnten sich die Gäste aber nie absetzen, 2 Tore Differenz war das höchste ihrer Gefühle. Da Appenzell aber weiter aufopfernd kämpfte, konnte sich Bischofszell nie zurücklehnen. Zudem bewies Goalietrainer Bernhard Wüthrich ein glückliches Händchen indem er im richtigen Moment eine Torhüterrochade vornahm. Philipp Ritzler hielt mit einigen unglaublichen Paraden sein Team im Spiel. Seine Vorderleute boten trotz einiger unnötiger Fehler und Unkonzentriertheiten weiterhin eine fantastische Leistung, keiner fiel ab und gegenseitig trieben sie sich immer wieder an. Trotzdem schien 2 Minuten vor Schluss die Vorentscheidung gefallen zu sein. Bischofszell führte mit 23:20 Toren. In diesem Moment brach in der Wühre die Hölle los. Das Publikum trieb seine Lieblinge in einen unglaublichen Endspurt. Der Glaube an das Unmögliche erlebte eine Wiedergeburt. Ein Spiel dauert bekanntlich 60 Minuten und solang diese nicht abgelaufen sind, wird noch nicht abgerechnet. Appenzell schoss noch zwei Tore und dann liefen die letzten 30 Sekunden. Bischofszell in Ballbesitz, Appenzell musste wegen einer 2 Minutenstrafe mit nur 5 Feldspielern agieren.

das Trainerteam

Die entscheidende Momente aus Sicht des Trainers Hansruedi Rohner:

"Nach dem Anschlusstreffer zum 22:23 und der unglaublichen Stimmung, die in der Halle herrschte, da glaubten wir alle noch an ein kleines Wunder. Egal wie, aber irgendwie musste unsere Mannschaft für ihr grosses Spiel gegen eine absolute Klassenmannschaft belohnt werden. Wir hatten uns darauf eingerichtet, den Torhüter bei Ballbesitz sofort durch einen weiteren Feldspieler einzuwechseln. Doch die Zeit lief uns davon. Die müssen nur dem Ball Sorge tragen, dann kann ihnen nichts mehr passieren. Genau als ich mir dies dachte, ging ein Bischofszeller in den unnötigen Abschluss und traf nicht. 5 Sekunden vor Schluss setzte Torhüter Ritzler in der eigenen Hälfte zu einem Verzweiflungsschuss an, sah es zumindest für mich aus, doch der Ball war als Bogenpass gedacht, der sich wie von Zauberhand geführt, in die Arme von Ramon Hörler senkte. Vier Spieler hatten verteidigt und einer war einfach vorne stehen geblieben. Alles auf eine Karte gesetzt - und gewonnen, denn 3 Sekunden vor Schluss hielt er den Ball in Händen, eine weitere Sekunde später sprang der Linkshänder auf der für ihn ungünstigen Seite ab und ein Wimpernschlag vor der Schlusssirene lag das runde Ding im Netz. Danach brachen alle Dämme und die sonst eher zurückhaltenden Spieler liessen ihrer Freude freien Lauf. Sie hatten in einer vor Spannung nicht zu überbietenden Schlussphase verdientermassen einen Punkt gewonnen. Die Erinnerung an diesen einmaligen Match lässt den Spielern, Trainern und wohl auch dem ein oder anderen Zuschauer noch lange das kalte Schaudern den Rücken runter fahren."

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