MU15 für diesmal als glücklicher Sieger12.03.2016

Das MU15-Spitzenspiel zwischen Appenzell und Flawil lebte von der Spannung. Für einmal setzte sich dabei nicht das bessere, sondern das glücklichere Team durch. Appenzell gewann dank eines Treffers in den Schlusssekunden mit 28:27 Toren.

Nach dem grossartigen Auftritt vor Wochenfrist gegen den HV Thayngen waren die Erwartungen für das zweitletzte und alles entscheidende Spiel gegen den HC Flawil gross. Es sei vorweg genommen: diese konnten nicht erfüllt werden. Das Heimteam agierte von der ersten Minute an vor allem in der Verteidigungsarbeit zerfahren, hektisch und unkonzentriert. Das gewohnt sichere Stellungsspiel und das gute Auge für die Spielabläufe wurden viel zu selten gesehen. Vor allem die wirbligen Flügelspieler von Flawil konnten nie an die Leine genommen werden, man liess sie nach Belieben gewähren und diese wussten die Freiheiten gekonnt zu nutzen. Schon nach knapp 5 Minuten wurde es beim Time Timeout von Appenzell richtig laut und danach in der Verteidigung etwas besser, aber lange noch nicht richtig gut. Flawil spielte solid, suchte stetig den Erfolg über die Aussen und nutzte die Chancen kaltblütig aus. Appenzell dagegen kam auch in der Vorwärtsbewegung nie richtig in die Gänge. Da war vor allem das Spiel in die Tiefe mangelhaft und die Chancenauswertung konnte wahrlich nicht gerühmt werden. Etwas unbeholfene Einzelaktionen, Distanzschüsse in die Blocks, Appenzell agierte zu wenig geduldig, machte schon im Übergang von Verteidigung zu Angriff zu wenig Tempo, fand nie den Rhythmus, der nötig gewesen wäre, um Flawil auf Distanz zu halten. So konnte sich bis zur Pause keine der beiden Mannschaften einen beruhigenden Vorsprung herausarbeiten.

Für Appenzell sollte sich die Aufgabe ab Mitte erste Halbzeit, nach dem verletzungsbedingten Ausfall ihres Topscorers Marc Burri, weiter erschweren, da die Optionen vor allem über die Flügelpositionen nochmals eingeschränkt wurden. Zur Halbzeit konnte kein Trend ausgemacht werden, bei ausgeglichenem Spielstand wurden die Seiten gewechselt. In Durchgang zwei, vor allem bis zur 50. Minute, agierte Appenzell in der Defensive etwas solider, was sich sofort auf das Spielgeschehen auswirken sollte. Das Heimteam lag mehrheitlich 1 – 2 Tore in Front, weiter konnten sie sich aber nicht absetzen. Dies lag einerseits am grosszügigen Auslassen von besten Chancen, andererseits am ungeschickten Verhalten vor dem eigenen Tor. Mit dummen Fouls und dem damit verbundenen Unterzahlspiel nahm man sich immer wieder aus dem Spiel. Ab der 50. Minute war von Klasse nicht mehr viel zu sehen, die Partie lebte nur noch von der Spannung. Es sollte schliesslich Noah Inauen sein, der in den entscheidenden Szenen kühlen Kopf und Übersicht bewahren, und das Zünglein an der Waage spielen sollte. Er machte in dieser Partie den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage aus. Die letzten 80 Sekunden entwickelten sich zu einem Krimi. Nach dem Time Timeout beim Spielstand von 27:27 war klar, dass Appenzell die Partie nicht runterspielen konnte, es aber ein langer Angriff mit einem Tor werden musste, denn ein Unentschieden hätte Appenzell wohl aus dem Rennen um die Meisterschaftsmedaillen genommen. Und plötzlich zeigte die MU15 der Handballriege nochmals was in ihr steckt. Souverän, mit grosser Ballsicherheit und viel Geduld ging das Team in diesen alles entscheidenden Angriff. Kurz bevor Zeitspiel drohte, sprach der gut leitende Schiedsrichter eine 2 Minutenstrafe gegen Flawil aus. Das drohende Zeitspiel war aufgehoben, Appenzell konnte sein Ding bis zum Schlusspfiff durchziehen. Und wie sie dies taten. 6 Sekunden vor Schluss das letzte Tor der Partie zum 28:27 Sieg für das Heimteam. Es hätte alles werden können, dass es für die doppelten Punkte reichte, spricht doch auch wieder für die Klasse der Mannschaft, die nach einer schwachen Darbietung doch noch den Erfolg auf ihre Seite gezwungen hat und weiter von der erhofften Meisterschaftsmedaille träumen darf.

Bericht: Hansruedi Rohner

»Zurück zur letzten Seite«

Hauptsponsoren

Co-Sponsoren

Ausrüster

Gastgeschenk