Herren 1 wehrt sich lange erfolgreich19.03.2017

In einem an Höhepunkten armen 1.Liga-Spiel gelingt dem TVA-Team in der Schluss-Viertelstunde nicht mehr viel, sodass die 20:23 Niederlage gegen den HSC Kreuzlingen nicht überraschen konnte.

Handballfoto

Es wurde das Sonntagabendspiel zweier Mannschaften, die einerseits vom Verletzungspech wichtiger Stammspieler nicht verschont geblieben waren und andererseits dem Publikum noch etwas bieten wollten. Im Vergleich zu Appenzell konnte sich Kreuzlingen mit einem Sieg sogar noch Chancen ausrechnen, im Kampf um die Tabellenspitze nochmals zurückzukehren. Appenzell stellte sich den Thurgauern einmal mehr mit einer sehr dünn besetzten Spielerbank. Doch diese war gewillt, dem Gegner so lange wie möglich Paroli zu bieten und dabei vor allem in der Startviertelstunde das Geschehen auf dem Spielfeld ausgeglichen zu gestalten.

Dies gelang bestens, denn für einmal musste das Heimteam keinem klaren Rückstand hinterherlaufen. Man bot dem Gegner die Stirn, gestaltete das Spielgeschehen ausgeglichen und profitierte davon, dass Kreuzlingen seine körperlichen Vorteile in den Startminuten nicht wie gewünscht in Szene setzte. Appenzell erkannte schnell, dass Durchbrüche gegen die kompakt stehende Verteidigung nicht das Erfolgsrezept sein konnten. Diese hiessen dann eher schon überraschende Schlenzwürfe und Abschlüsse über die Flügelpositionen. So entwickelte sich eine äusserst ausgeglichene Partie, die in der 16. Minute beim Spielstand von 7:7 immer noch keinen Trend erkennen liess. Es wäre für die Innerrhoder sogar noch ein positiveres Resultat möglich gewesen, hätten da nicht Abstimmungsprobleme vor dem eigenen Tor immer wieder für freies gegnerisches Schussfeld gesorgt. Kreuzlingen kam zu einfachen Toren, wobei der junge Torhüter Thomas Brülisauer für einmal nicht immer eine glückliche Figur machte. Im Angriffsspiel konnten die Linkshänder starke Akzente setzen. René Rigas übernahm viel Verantwortung und Fabian Wühtrich brachte Dampf in die Angriffsmaschinerie. Leider musste der zweitgenannte wegen Fussbeschwerden bald einmal die Segel streichen. Nachdem sich Raffi Graf gewohnt lautstark zwischen die Pfosten stellte, ging dies wie ein Weckruf auf die Verteidigung über. Plötzlich klappte das Stellungsspiel, die Übergaben funktionierten besser, Kreuzlingen bekam Mühe und liess sich durch das energische Zupacken des Gegners verunsichern. Ihre Chancenauswertung näherte sich gefährlich dem Tiefpunkt. Sogar in Unterzahl wusste sich das Heimteam erfolgreich zu wehren, begann den Gegner zu distanzieren. In der 26. Minute erzielte Appenzell den 13. Treffer und besiegelte das Pausenresultat von 13:10 Toren.

Nach wenigen Sekunden in Halbzeit zwei tankte Appenzell weiter Moral. Ein Gegenstosstor von Sven Sutter über das ganze Feld sieht man nicht alle Tage. Es kam noch besser und gipfelte in der 33. Minute im 16:11, einmal mehr über den linken Flügel Thomas Loser. Die Gäste wurden im Halbschlaf erwischt, liessen sich aber nicht unterkriegen. Sie besannen sich auf ihre Qualitäten, machten das Spiel schnell und liefen wieder mehr ohne Ball in die freien Räume. Als Appenzell in der 38. Minute bei doppelter Überzahl einen Penalty nicht im Tor unterbrachte und wenig später den Gegner bis auf zwei Tore herankommen lassen musste (17:15), witterten die Thurgauer Morgenluft. Noch einmal zog das Heimteam den Kopf aus der Schlinge, baute den Vorsprung auf 3 Tore aus. Nach einem weiteren Big-Save durch Graf verschoss es aber wenig später den nächsten Siebenmeter. Der schlafende Bär Kreuzlingen wurde nun endgültig geweckt, befreite sich aus seiner Schwächephase und setzte zum Schlussspurt an. Nun zeigte sich, dass Appenzell über weite Strecken mit guten 1. Liga Teams mithalten kann, der Unerfahrenheit gegen Ende einer Partie aber Tribut zollen muss. «Mit diesem Kader stossen wir an Grenzen. Wir können so nicht 60 Minuten mit starken Gegnern mithalten», attestierte Enver Koso nach dem Spiel. Dies trifft vor allem dann zu, wenn die Bälle an Pfosten, Latte und den Körper des Torhüters geknallt werden, statt sie in die Maschen (wie gegen Amicitia) zu setzen. In der letzten Viertelstunde gelang Appenzell noch ganze zwei Tore, während Kreuzlingen in bedeutend kürzeren Abständen seine Treffer buchte. In der 51. Minute ging Appenzell ein letztes Mal in Führung (19:18), musste sich danach aber dem Gegner beugen, der sich bis zum Schlusspfiff noch klar absetzen konnte. Für Appenzell war die 20:23 Niederlage wenig Lohn für die aufopferungsvoll kämpfende Truppe. Für Kreuzlingen öffnet sich dank des Sieges die Tür zu den Spitzenplätzen nochmals eine Spaltbreite.

TV Appenzell – HSC Kreuzlingen 20:23 (13:10)

Appenzell Wühre - 250 Zuschauer - Schiedsrichter: Bitici/Brülisauer

Für den TVA spielten: Raffael Graf (9 Paraden) / Thomas Brülisauer (2 Paraden); Lukas Bischofberger, Fabian Geiger, Fabian Langenegger, Thomas Loser (5), Lukas Manser (4), Rene Rigas (2/1), Marko Sabljo, Sven Sutter (2), Elias Valaulta (2), Fabian Wüthrich (3/1). - Strafen: 4 x Zweiminuten gegen Appenzell, 4 x Zweiminuten gegen Kreuzlingen.

Bericht: Hansruedi Rohner

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