Herren 1 mit bewunderswerter Willensleistung19.11.2016

Die 1.-Liga-Handballer des TV Appenzell drehen einen verloren geglaubten Match gegen die Seen Tigers und gewinnen 23:19.

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Nach einer total missratenen Anfangsphase, die Schlimmstes befürchten liess, gelang dem TV Appenzell eine allmähliche Steigerung. Dank eines exemplarischen Kampfgeistes und des formidablen Torhüters Raffael Graf erzwangen die Innerrhoder die Wende, die schliesslich in einem 23:19-Sieg mündete.

Wenn ein Mannschaftsverantwortlicher bereits in der 4. Minute ein Team-Timeout verlangt, so muss er dafür sehr triftige Gründe haben. TVA-Trainer Enver Koso sah sich nach einem im Minutentakt zustande gekommenen 0:4-Rückstand genötigt, sein Team um sich zu scharen und es neu zu justieren. Die Intervention fruchtete vorerst nicht, denn erst in der 7. Minute erzielte Geiger für die Innerrhoder den ersten Treffer zum 1:6. Mit dem 1:8 in der 11. Minute erreichte das Skore dann eine Dimension, die wohl für die meisten der 400 Zuschauer jeden Funken Hoffung wegspülte.

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Langsames Herantasten

So vehement auch die Winterthurer, die ohne ihren 64-fachen Internationalen Marco Vukelic antraten, das Spiel in die Hand genommen und ihren Gegner förmlich überfahren hatten, den Glauben an eine Wende vermochten sie bei den Appenzellern denn doch nicht ganz zu ersticken. Sukzessive fanden die Einheimischen in die Partie zurück, verteidigten nun viel aggressiver und minimierten die technischen Fehler und Ballverluste. Kam dazu, dass bei den Seemern Raphael Liniger – auch er in zahllosen Partien bei Pfadi Winterthur und St. Otmar NLA-erprobt – verletzungshalber ausschied. So nahm denn die Sache mit der Zeit für den TVA doch etwas freundlichere Züge an. Mit 7:12 ging es in die Pause.

Grafs Topleistung

Er habe der Mannschaft in der Kabine eingetrichtert, dass sie weit unter Wert agiere und noch nicht den nötigen Kampfgeist mobilisiert habe, sagte Enver Koso nach dem Schlusspfiff. Seine Worte lösten offensichtlich die richtige Reaktion aus. Mit zupackendem Engagement ging man beim TVA nun ans Werk. Den keineswegs schlechten Torhüter Christian Geisser ersetzte nach dem Wiederanpfiff Raffael Graf, was sich als ein wahrer Glücksgriff erwies. Er steigerte sich in einen regelrechten Rausch und erreichte schliesslich eine Abwehrquote von 62 Prozent, was als aussergewöhnlich eingestuft werden darf.

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Bravouröse letzte Viertelstunde

Über die jeweiligen Sechstore-Rückstände beim 7:13 beziehungsweise beim 8:14 nahmen die Innerrhoder Fahrt auf, glichen in der 45. Minute zum 15:15 aus und gingen eine Minute später erstmals in Führung. Im Angriff liess Dano Waldburger nun seine Skorerqualitäten erkennen. Da nützte auch ein kurzzeitiger Goaliewechsel bei den Winterthurern nichts mehr. Mit einem zweiten Team-Timeout acht Minuten vor Schluss gelang es Koso, seinem Team die nötige Ruhe zu verschreiben, derer es für die Siegsicherung bedurfte. Der 23:19-Sieg liess den TVA punktemässig zu den Seen Tigers, die als haushohe Favoriten in die Meisterschaft gestartet waren, aufschliessen. Nächsten Samstag gastiert mit dem HC Kreuzlingen der Leader in Appenzell.

TV Appenzell – Seen Tigers 23:19 (7:12)

Appenzell Wühre - 400 Zuschauer - Schiedsrichter: Brülisauer/Scheller

Für den TVA spielten: Christian Geisser / Raffael Graf; Lukas Bischofberger, Lukas Gamrat (4), Fabian Geiger (4); Yannick Inauen, Thomas Loser (3), Lukas Manser (1), Silvan Neff, Rene Rigas (1), Tim Thür, Dano Waldburger (10), Fabian Wüthrich. - Strafen: 3 x Zweiminuten gegen Appenzell, 6 x Zweiminuten gegen Seen Tigers.

Bericht: Martin Hüsler / Bilder: Thomas Hutter

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