Herren 1 nah an Überraschung dran12.03.2016

Die 1.Liga-Herren-Handballer des TV Appenzell waren am vergangenen Samstag gegen den Spitzenreiter Seen Tigers aus Winterthur auf bestem Weg zu einer Überraschung. Die Partie stand lange Zeit auf Messers Schneide und ging erst in den letzten 12 Minuten mit 24:28 (12:12) zu Ungunsten der Appenzeller aus.

Handballfoto

Vor rund 300 Zuschauern boten wohl die Einheimischen eine der besten, wenn nicht die beste Leistung in der Rückrunde. Nebst den bekannten Abwesenden mussten die Innerrhoder wegen einer Handverletzung noch zusätzlich auf Thomas Loser verzichten und wer weiss, was mit dem anderswo engagierten Rolf Erdin noch möglich gewesen wäre. Auf jeden Fall spielten die Platzherren aber um Klassen besser als in der Hinrunden-Partie in Winterthur und auch gegenüber der knapp gewonnenen Partie in Romanshorn am Samstag vor einer Woche, wo aber der Druck des Gewinnen müssens viel grösser war. Gegen die klar favorisierten Zürcher hatten die Einheimischen in der Wühre nichts zu verlieren. Die 6:0 Abwehr hatte sich weitgehend gut auf den Gegner eingestellt und im Angriff waren auch schöne Treffer zu bejubeln. Erheblich mitentscheidend für die Niederlage war aber, dass die Gäste ab der 15. Minute - als die Innerrhoder in Führung lagen - auf Dano Waldburger (dem aber dennoch sieben Treffer gelangen) und Roman Künzler eine doppelte Manndeckung ansetzten und dadurch den Einheimischen die Alternativen fehlten. Dazu kam, dass bei den Winterthurern - welche nach eigenen Angaben besonders in der ersten Hälfte keine gute Leitung boten - dem früheren NLA-Spieler Raphael Liniger 11 Treffer gelangen. Bei Appenzell glänzte unter anderem dafür Elias Valaulta mit sieben verwandelten Siebenmetern. Aber die ganze Mannschaft wirkte kämpferisch überzeugend und war nahe an einer Überraschung dran. Die Innerrhoder dürfen auf ihre Leistung stolz sein, auch wenn am Ende die Niederlage schmerzt. Mit einer solchen Leistung können die Appenzeller für die schwierige Zukunft aber aufbauen.

Erste Wende nach wenigen Minuten

Zu Beginn der Partie sah es danach aus, als würden die Platzherren eine klare Niederlage erleiden. Nach drei Minuten lagen sie durch unhaltbare Tore aus dem Rückraum mit 0:3 zurück, bis Tobias Sutter vom Kreis aus der erste Treffer gelang. Nach dem 1:4 holten sie aber auf und gingen in der 13. Minute erstmals mit 7:6 in Führung. Zurückzuführen war dies auch auf ausgezeichnete Paraden von Christian Geisser. Nach einem weiteren Treffer der Einheimischen nahmen die Gäste ein Time-Out und bewachten fortan zwei Innerrhoder-Aufbau speziell. Dies schränkte die Möglichkeiten der Appenzeller ein, wirkte sich aber noch nicht stark auf das Resultat aus. Die Appenzeller konnten die Führung gar bis auf drei Treffer ausbauen, wobei die Platzherren wegen Zweiminutenstrafe der Gäste dreimal in Überzahl agieren konnten. Nach dem 11:8 und 12:10 für Appenzell glichen die Zürcher bis zur Pause trotz Unterzahl noch auf 12:12 aus. Leider vergaben in dieser Phase die Einheimischen einige gute Chancen und verpassten so eine gut mögliche Pausenführung.

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Zweite Wende nach 48 Minuten

Die von Trainer Markus Klemencic gut eingestellte und gecoachte einheimische Mannschaft startete gut in die zweite Hälfte und ging wieder mit zwei Toren in Führung. Im Tor stand nun während längerer Zeit Raffael Graf, der sich in dieser Phase ebenfalls auszeichnen konnte. Die Partie wurde nun hektischer und dies führte auf beiden Seiten auch zu Zweiminutenstrafen. Die Winterthurer glichen wieder aus, aber nach 42 Minuten führten die Appenzeller erneut mit 16:14. Die Partie stand also weiterhin auf Messers Schneide. Nach dem 16:16 schafften die Einheimischen in Unterzahlzahl in der 47. Minute durch Dano Waldburger letztmals eine Führung. Nach dem 17:16 für Appenzell schossen die Gäste - auch mit glücklichen "Schlenzertoren" - vier Treffer in Folge und läuteten damit die Niederlage der Gastgeber ein. Nach dem 18:20 lagen die Innerrhoder nun mit zwei bis drei Treffern im Rückstand, der sich auf fünf Tore vergrösserte. Die Entscheidung war gefallen. Auch eine rote Karte wegen drei Zweiminutenstrafen und einer Vierminutenstrafe gegen Gästespieler brachte die Innerrhoder nicht mehr heran. Zum Ende resultierte eine 24:28 Niederlage. Da sich die Appenzeller aber sehr wacker schlugen, erhielten sie vom Publikum einen verdienten Applaus. Die Gästefans feierten wie letztes Jahr den Sieg mit Papierkanonen und erhielten für die Reinigung Besen in die Hand gedrückt.

TV Appenzell - SG Seen Tigers Winterthur 24:28 (12:12)

Wühre Appenzell - 290 Zuschauer - Schiedsrichter: Haldemann/Neumann

Für den TVA spielten: Christian Geisser / Raffael Graf, Stefan Bischofberger, Fabian Geiger, Michael Goldener, Yannick Inauen (3), Roman Künzler, Lukas Manser (5), Silvan Neff, Sven Sutter (1), Tobias Sutter (1), Elias Valaulta (7/7), Dano Waldburger (7/1). - Strafen: 7 x Zweiminuten gegen Appenzell, 6 x Zweiminuten gegen Winterthur.

Bericht/Bilder: Martin Kradolfer/Dani Gmünder

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