Vorschau Herren 1 - Saisonhöhepunkt im CH-Cup20.12.2015

Die 1.Liga-Handballer des TV Appenzell empfangen im Schweizercup-Achtelfinal das NLA-Spitzenteam Pfadi Winterthur.

Am Mittwoch, 23. Dezember (19.30 Uhr), tritt in der Sporthalle Wühre eine der ganz grossen Mannschaften im nationalen Handball gegen den TV Appenzell an. Der neunfache Schweizer Meister und vierfache Cupsieger steigt als grosser Favorit in den Cup-Achtelfinal. Auch nach drei Meisterschaftsniederlagen in Folge ist für den TVA der Attraktivitätscharakter dieser Begegnung in keiner Weise geschmälert.

Siege gegen den HC Bruggen (32:18) aus der 2. Liga, gegen die SG Pilatus (31:24) aus der 1. Liga und gegen die HSG Siggenthal/Vom Stein Baden (32:29 n.Verl.) aus der Nationalliga B – dies der Weg des TV Appenzell, der ihn im Schweizer Cup aus der 2. Vorrunde über die 1. Hauptrund und den Sechzehntelfinal den Achtelfinal hat erreichen lassen. Hier nun wartet eine Mannschaft auf die Innerrhoder, gegen die aufgrund der Stärkeverhältnisse ein ehrenhaftes Bestehen realistischerweise wohl die einzige Maxime sein kann.

Respekt vor dem grossen Namen

So schätzen auch Markus Klemencic, der Trainer des TV Appenzell, und der Sportliche Leiter Urs Inauen die Situation ein. "Eine ganz kleine Hoffnung, das unmöglich Scheinende möglich zu machen, hat man zwar immer, aber wir wissen natürlich sehr wohl, wer da zum bisher herausragendsten Spiel in der Vereinsgeschichte des TV Appenzell in die Wührehalle kommt. Und man darf bei einem Stärkevergleich auch nicht ausser Acht lassen, dass wir eine sehr junge Mannschaft stellen", sieht der Trainer den Tatsachen ins Auge. "Für unsere Spieler ist die Cup-Begegnung gegen einen derart hoch kotierten Gegner ungeachtet des Resultats aber gleichwohl ein absoluter Höhepunkt und in gewisser Weise auch ein schöner Lohn für das Engagement, das jeder stets auf sich nimmt."

Eine Vielzahl an Länderspielen

Urs Inauen, der in seiner Aktivzeit schon zweimal gegen NLA-Vertreter (TV Endingen und Amicitia Zürich) zu Cupmatches auflief, hat die von Pfadi-Trainer Adrian Brüngger die Zusicherung erhalten, dass die Winterthurer mit der ersten Garnitur antreten werden – eine schöne Geste des Respekts gegenüber den Appenzellern. Das bedeutet, dass ein Dutzend aktuelle oder gewesene Nationalspieler, die es auf insgesamt 517 Länderspiele für die Schweiz, für Serbien und für Litauen bringen, in die Partie steigen. Ein Fragezeichen besteht einzig bei Nationaltorhüter Bringolf, der zuletzt verletzungshalber pausieren musste. Die höchste Zahl an Länderspielen (151) hat die litauische, mittlerweile im 42. Lebensjahr stehende Torhüterlegende Arunas Vaskevicius vorzuweisen. Seine Karriere führte ihn aus seiner Heimat über Ungarn, Österreich und Deutschland in die Schweiz. 21 Mal stand Milan Corovic im serbischen Nationalteam. Die Liste der Schweizer Nationalspieler führt Marcel Hess (112) vor Michael Svajlen (56), Aurel Bringolf (49), Oliver Scheuner (32), Stefan Freivogel (30), Roman Sidorowicz (21), Marvin Lier (16), Pascal Vernier (14), Kevin Jud (13) und Cedrie Tynowski (2) an. Zusammen erzielten die Schweizer 426 Tore für das Nationalteam.

Möglichst lange mithalten

Das sind wahrlich beeindruckende Garantien für hochklassigen Handball. Dagegenhalten, und das möglichst lange, wollen die Innerrhoder mit ihrem immer wieder an den Tag gelegten Kampfgeist. "Wir werden uns bemühen, unsere Haut so teuer als möglich zu verkaufen, und wollen versuchen, über eine längere Distanz einigermassen Paroli zu bieten. Wichtig wird sein, dass uns Pfadi nicht gleich zu Beginn überrollt und dass wir ihre starke Deckung hin und wieder überlisten können", gibt Markus Klemencic den Weg vor. Wie lange die Kräfte reichen, wird sich weisen. Die Voraussetzungen jedenfalls sind diesbezüglich nicht die gleichen: Bei den Winterthurern wird täglich trainiert, bei den Appenzellern dreimal die Woche.

Fokus auf Meisterschaft

Die Vorfreude auf die Cuppartie, für die Markus Klemencic seine Mannen nicht extra zu motivieren braucht, ist gross. Danebst aber gilt beim TVA das Augenmerk ganz stark der laufenden Meisterschaft. Nach gutem Start ist zuletzt Sand ins Getriebe gekommen, wofür die Niederlagen-Serie gegen GC Amicitia Zürich und zweimal gegen den SC Frauenfeld steht. "Uns fehlt es momentan an Stabilität. Ihrer bedarf es, wenn wir mit Blick auf die Tabelle nicht noch Schwierigkeiten bekommen wollen", stellt Markus Klemencic fest. Zum HC Romanshorn und zum HC Arbon, die derzeit auf den beiden Abstiegsplätzen liegen, besteht zwar eine respektable Distanz. Aber in der Zwölfergruppe erweisen sich auch die Ränge 9 und 10 als heikel, sind sie in der Endabrechnung doch gleichbedeutend mit dem Bestreiten von Barragespielen. Die Appenzeller kennen das aus der letzten Saison und wollen um jeden Preis vermeiden, abermals ins Zittern zu geraten – vielleicht mit dem Schub aus einem möglichst ehrenhaften Bestehen gegen Pfadi Winterthur im Cup.

Bericht: Martin Hüsler

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