Herren 1 vom Aufsteiger düpiert05.12.2015

In Frauenfeld deutete sich früh an, dass die 1.Liga-Handballer des TVA wohl einen eher unbehaglichen Abend erleben würden. Appenzell agierte in der Defensive nachlässig, fand kaum Rezepte gegen die starke gegnerische Abwehr und bezog mit 25:36 Toren eine empfindliche Klatsche.

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Nach vierjähriger Abstinenz ist auch Frauenfeld wieder unter den 1.Liga-Vereinen vertreten. Entsprechend gespannt sah man dieser Begegnung in der legendären Festhütte Rüegerholz entgegen. Dank zwei Thurgauer Zuschauerlegenden, die in der Halle unschwer auszumachen waren, wähnte man sich gar wieder in frühere Zeiten versetzt. Auf dem Spielfeld war schnell zu erkennen, dass sich in Frauenfeld ein starkes Team zusammengefunden hat, welches immer besser harmoniert und mit seiner individuellen Stärke (6 Spieler mit NLA oder NLB-Erfahrung) über ein in dieser Liga beneidenswertes Kader verfügt. Eine Mannschaft, die sich für dieses Match einiges vorgenommen hatte, topmotiviert zur Sache ging und in der 1.Liga mit Sicherheit mehr als nur eine Statistenrolle einnehmen wird. Der Wille bei den Innerrhodern schien zwar vorhanden, doch gegen einen Gegner dieses Formats braucht es von jedem Einzelnen volle Leistung.

Kapitaler Fehlstart

Nach gerade mal drei Zeigerumdrehungen sahen sich die Gäste bereits mit 1:4 Toren in Rücklage, wobei die Frauenfelder ihre Fähigkeiten ein erstes Mal aufblitzen liessen. Bei den Verantwortlichen des TVA Grund genug, um ein erstes Team-Timeout in Anspruch zu nehmen. Danach gab`s auf beiden Seiten drei torlose Minuten. Die Frauenfelder Abwehr war gut auf die Offensive der Appenzeller eingestellt; in deren Angriff fehlte es an Überraschungsmomenten und Varianten, wobei der gut disponierte Abwehrriegel der Platzherren auch nicht viel zuliess. Versuchte Anspiele landeten immer wieder in den Fängen des Gegners; Frauenfeld profitierte davon und schoss die nächsten Tore zur 7:1 Führung.

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Zeitweilige Lichtblicke

Dank verstärkter Entschlossenheit aus dem Rückraum folgten dann zwei Treffer durch Rigas und Waldburger, die aber an diesem Abend als Torschützen auch nicht die gewohnte Wirkung erzielen konnten. Die TVA-Abwehr dieses 5.Dezembers war der Routine des aufgerüsteten HCF-Kaders weitgehend nicht gewachsen. Auch für die beiden Unparteiischen war es keine einfach zu leitende Partie, was sich auch in ihrer Leistung bemerkbar machte. Versteckte Fouls im Abwehrverhalten der Frauenfelder waren nicht bloss zu vermuten. Ab Mitte erster Halbzeit stockte auch der Angriff der Einheimischen und Appenzell konnte bis auf 4 Tore aufschliessen, was bei den zahlreich mitgereisten Fans (klein und gross) kurzfristig etwas Hoffnung aufkeimen liess. Bezüglich Unterhaltungswert hätten sich wohl viele Zuseher etwas mehr Spannung in diesem Spiel gewünscht, was aber Wunschdenken blieb. Schon in der 20.Minute wurde in den Zuschauerreihen über die Höhe der Niederlage spekuliert. Zu oft wurde die Abwehr der Appenzeller düpiert, wodurch es auch für die Torhüter kaum Gelegenheiten gab, sich in gewohnter Manier auszuzeichnen. Freistehend, oftmals nach scheinbar einfachen Finten, konnten die Thurgauer ihre Kreise ziehen und erspielten sich eine 18:11 Pausenführung.

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Leistungsträger ersetzt

Auch die ersten zehn Minuten in Halbzeit 2 brachten für das Gästeteam keine verbesserte Lage. Im Gegenteil - die Hausherren bauten ihren beruhigenden Vorsprung in dieser Spielphase gar noch auf eine +12 Differenz aus. Klemencic zeigte sich unzufrieden mit einigen Akteuren und liess für die letzten 20 Minuten die erfahreneren Spieler auf der Ersatzbank Platz nehmen. Die "zweite Linie" schlug sich abgesehen einiger technischer Fehler durchaus bemerkenswert und schaffte es, den Rückstand nicht mehr anwachsen zu lassen. Nun schienen für die Einheimischen nur noch Tore mit dem Prädikat "Kunststück" zu zählen. Sie spielten - begünstigt durch einige Ballverluste beim TVA - vor allem für die Galerie, womit sie aber nicht viel Glück hatten. Christian Geisser im Tor glänzte just in dieser Spielphase mit äusserst wachsamen Reflexen. Den Appenzellern gelangen in den letzten 6 Minuten noch 3 Treffer ohne Gegentor, was das Schlussresultat etwas freundlicher aussehen liess. Positiv erwähnen lassen sich zwei Dinge: Elias Valaulta verwertete seine 4 Penalty`s souverän und sämtliche TVA-Spieler reihten sich in die Torschützenliste ein. Die jungen Spieler kamen zu überdurchschnittlicher Einsatzzeit, was ein Trainer natürlich lieber anlässlich einer 10-Tore-Führung ermöglichen würde; liess sich aber auch in diesem Fall nicht aussuchen. Bei diesem Auswärtsspiel konnten die Appenzeller nicht an die Leistungen der letzten Spiele anknüpfen und unterlagen in einer einseitigen Partie mit 25:36 Toren. Dieser Gegner wird auch in zwei Wochen in der heimischen Wührehalle eine schwer zunehmende Hürde darstellen.

SC Frauenfeld – TV Appenzell 36:25 (18:11)

Rügerholz Frauenfeld - 80 Zuschauer - Sr. Schmid/Staunovo

Für den TVA spielten: Christian Geisser/Raffael Graf; Fabian Geiger (1), Michael Goldener (2), Yannick Inauen (2), Thomas Loser (1), Lukas Manser (3), Fabian Neff (3), Silvan Neff (1), Rene Rigas (3), Tobias Sutter (1), Elias Valaulta (6/5), Dano Waldburger (2). - Strafen: 3 x Zweiminuten gegen Frauenfeld, 7 x Zweiminuten gegen Appenzell.

Bericht/Bilder: Dani Gmünder

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