Herren 1 mit Überraschungs-Coup im Schweizer Cup28.10.2015

In einer nervenaufreibenden Handballpartie warfen die Erstligisten des TV-Appenzell den Nationalliga B Club HSG Siggenthal/Vom Stein Baden überraschend aus dem Schweizer Cup. Damit steht der TVA erstmals in seiner Clubgeschichte im Achtelfinal.

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Die rund 300 Fans des TV Appenzell erlebten am Mittwochabend in der Wührehalle eine Sternstunde: Nach einer eher unattraktiven ersten Halbzeit zeigte der TVA eine bemerkenswerte Leistungssteigerung in der zweiten Spielhälfte und rettete sich mit einem Ausgleichstreffer in letzter Sekunde in die Nachspielzeit, in welcher sie den Gegner aus der Nationalliga B dominierten und zum Schluss als klarer Sieger dastanden.

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Dabei deutete lange wenig auf einen Sieg der Appenzeller hin. Die Aargauer forcierte von Beginn weg ein hohes Spieltempo und suchte mit hoher Präzision den schnellen Torabschluss. Die Appenzeller konnten dank guter Verteidigungsarbeit mithalten und lagen bloss einen Zähler zurück. Nach zehn Minuten verlor das Spiel an Tempo. Die Innerrhoder hatten zunehmend Mühe, gegen die aggressive Mann-Deckung der Aargauer ein Angriffsspiel aufzubauen. Es mangelte an Kreativität bei der Ballrotation und die Würfe aus dem Rückraum blieben wenig torgefährlich und allzu oft an der gegnerischen Verteidigung hängen.Dem schnellen Angriffsspiel der Aargauer versuchte der TVA mit einer statischen Verteidigungslinie Herr zu werden. Die Gäste blieben im Angriff jedoch äusserst agil und nutzten jede Lücke, während die Innerrhoder oft einen Tick zu spät den Gegner zu fassen versuchten. Die Unparteiischen mussten mehrmals ahndend eingreifen und die gelbe Karte ziehen. Im Angriff mehrten sich plötzlich Passfehler und Ballverluste. Dies veranlasste die Aargauer zu schnellen Gegenstossaktionen. Zusätzliche Nachlässigkeiten in der Verteidigung führten zu einem plötzlichen Fünftore-Rückstand. Der TVA konnte sich aber wieder fangen und sich mit 10:13 in die Halbzeitpause retten.

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In die Verlängerung gezwungen

Mit nur vier Feldspielern – die Appenzeller wurden mit Zweiminutenstrafen eingedeckt – bot der TVA dem Gast aus der zweithöchsten Spielklasse nach der Pause minutenlang Parole. Wieder vollzählig zeigten die Innerrhoder, dass sie rasch und reibungslos zwischen Angriff und Verteidigung umschalten und im Angriff variantenreich auftrumpfen können. Vorerst nahm das routinierte Trio Neff, Waldburger und Rigas das Zepter in die Hand. Nachdem Rigas einen Gegenstoss unsanft gestoppt hatte, musste er selbst verletzungsbedingt vom Platz. Dieser Ausfall sowie der damit verbundene Spielunterbruch nahmen dem TVA kurzzeitig etwas Wind aus den Segeln. Es war die Stunde von Torwart Raffael Graf, der Parade um Parade bot und die Fehler seiner Teamkameraden immer wieder auszubügeln vermochte. Nach und nach verlagerte sich der Innerrhoder Angriff zunehmend auf die Flügelpositionen, wo Thomas Loser, Lukas Manser und Yannick Inauen mit einer makellosen Torbilanz brillierten. Die Appenzeller bewiesen eindrücklich, dass sie unter Druck zu Höchstleistungen fähig sind. In den verbleibenden vier Spielminuten gelang es dem TVA, aus einem Dreipunkte-Rückstand (20:23) noch den 24:24 - Ausgleich zu schaffen und damit die Aargauer in die Verlängerung zu zwingen.

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Beflügelt von einem begeisterten Publikum liessen die Appenzeller dann nichts mehr anbrennen und übernahmen gleich erstmals im Spiel die Führung, die sie dank weiteren Treffern der Flügelspieler Manser, Inauen und Loser sowie eines erstarkten Tobias Sutter am Kreis weiter ausbauen konnten. Nachdem Graf neben weiteren gefährlichen Torschüssen sogar einen Siebenmeter parierte, konnten die Gäste nur noch zusehen, wie die Appenzeller den Vorsprung bis zum Schlusspfiff äusserst klug zum 32:29 verwalteten. Damit schaffte der TVA den unerwarteten Sprung unter die sechzehn besten Teams und darf nun auf ein Hammerlos im Achtelfinal hoffen.

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TV Appenzell – HSG Siggenthal/Vom Stein Baden (NLB) 32:29 nach Verlängerung (10:13/24:24)

Wühre Appenzell - 330 Zuschauer - Sr. Sicurella / Sowizdrzal

Für den TVA spielten: Geisser Christian, Graf Raffael; Stefan Bischofberger, Michael Goldener, Fabian Geiger, Yannick Inauen (2), Thomas Loser (3), Lukas Manser (4), Fabian Neff (4), Rene Rigas (1), Sven Sutter (2), Tobias Sutter (3), Elias Valaulta (2/2), Dano Waldburger (11/2). - 10 Zweiminutenstrafen gegen Appenzell und 7 Zweiminutenstrafen gegen Siggenthal.

Bericht: Thomas Hutter / Bilder: binda.photo.ch

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