Herren 1 kämpft bis zum Schluss28.03.2015

Nach dem die 1.Liga-Handballer des TV Appenzell in einem "Krimi-Spiel" die SG Seen Tigers/Yellow Winterthur vor der Rekordkulisse von rund 500 Zuschauern mit 29:28 (13:13) niedergerungen hatten, sprach Trainer Reto Valaulta von zwei Siegen.

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Erstens wendeten die Innerrhoder mit diesem Sieg den Direktabstieg aus eigener Kraft ab - Lägern Wettingen gewann nämlich in Arbon ebenfalls - und zweitens konnten sie Wetzikon noch abfangen. So können die TVA-Handballer in der Abstiegsentscheidungsrunde gegen die Zürcher zuhause antreten und drei statt nur zwei Heimspiele austragen.

Bis es soweit war, spielte sich im Hexenkessel Wühre eine Kampfpartie auf Biegen und Brechen ab. Die mit einem Fancar und Transparent angereisten, starken Zürcher verlangten den Einheimischen bis zur letzten Sekunde alles ab. Sie gaben zu verstehen, dass sie die letzte Partie mit dem überragenden Spielertrainer und Altinternationalen Urs Schärer - welcher sich nächste Saison einer neuen Herausforderung bei St.Otmar stellen wird - unbedingt gewinnen wollten, um somit die Saison auf Platz drei abzuschliessen. Auf der anderen Seite waren die Einheimischen taktisch sehr gut eingestellt, hielten dem grossen Druck stand und wendeten den Direktabstieg aus eigener Kraft ab. Die Appenzeller zeigten sich unnachgiebig und der Glaube im Team an einen Erfolg war so gross, dass sich der TVA die Teilnahme an der Abstiegsrunde praktisch in letzter Minute noch sichern konnte. Dafür haben alle Akteure Verantwortung übernommen und es zeigte sich, dass die Mannschaft wohl 1.Liga-Substanz aufweist.

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Hervorragender Start

Die Unterstützung des Publikums war in beiden Lagern ab der ersten Minute vorhanden und die Platzherren gingen nach 35 Sekunden durch den überragenden Dano Waldburger in Führung. Bei ihrem ersten Angriff versuchten die Gäste mit einem taktischen Manöver die Platzherren zu verunsichern. Sie spielten nämlich mit Trainerfuchs Urs Schärer (erzielte total acht Treffer) als siebten Feldspieler und ohne Torwart. Dieses Experiment mussten die Zürcher aber bald wieder aufgeben, denn Appenzell powerte munter weiter und lag nach zehn Minuten mit 8:3 vorne, wobei Dano Waldburger sechsmal und Mads B. Thomsen zweimal skorte. Die beiden Torgaranten waren in diesem Spiel für insgesamt 21 Tore verantwortlich. Ein Torwartwechsel bei den Tigers bremste die erfolgreiche Abschlussphase der Appenzeller zwischendurch. Die Einheimischen mussten sich zuerst auf den grossgewachsenen Keeper Simon Kindle - immerhin die Nummer drei des NLA-Vereins Pfadi Winterthur - einstellen. So konnten die Winterthurer wieder aufholen, aber die Partie nicht drehen, denn auch der Innerrhoder Torwart Christian Geisser konnte sich in entscheidenden Momenten auszeichnen. Trotzdem war es nicht zwingend, dass die Gäste bis zur Pause zum 13:13 ausgleichen konnten. Die Innerrhoder verschossen nämlich auch noch einen Siebenmeter.

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Partie hätte auf beide Seiten kippen können

Die Appenzeller kämpften aber weiter - glichen den knappen Rückstand durch einen gekonnten Nachschuss des kaltschnäuzig agierenden Thomas Looser wieder zum 16:16 aus und liessen auch nicht nach, als sie sich zehn Minuten nach der Pause einem Zweitore-Rückstand (18:20) gegenüber sahen. Die Einheimischen blieben am Gegner dran und glichen in der 45. Minute durch Andreas Inauen - nach einem genialen Pass von Elias Valaulta - wieder zum 22:22 aus. Die beiden stark geforderten Schiedsrichter diktierten nun vermehrt Strafen, welche auf beiden Seiten nicht immer verstanden wurden (insgesamt gab es gegen Appenzell sechs und gegen Winterthur zwei Zweiminutenstrafen). Die Innerrhoder führten nun mehrmals mit einem Treffer und Seen Tigers glich postwendend wieder aus. Nach einem Pfostenschuss von Elias Valaulta geriet Appenzell infolge eines Gegenstosses drei Minuten vor Schluss mit 27:28 in Rückstand. Thomas Looser gelang aber nach einem Ballgewinn gleich wieder der Ausgleich. Dann traf Andreas Inauen ebenfalls nur die Torumrandung. Die Partie wurde nun in den letzten zwei Minuten noch hektischer und hätte durchaus auf beide Seiten kippen können. In dieser Endphase des Spiels bezog das TVA-Team das Team-Timeout. Als befreiender Glücksmoment erwies sich 30 Sekunden vor Spielende der verwandelte Siebenmeter von Mads B. Thomsen. Dieses Tor zum 29:28 war gleichbedeutend mit dem Siegtreffer, denn die Gäste konnten auch mit Herausnahme des Torhüters den Ausgleich nicht mehr realisieren. Trainer Reto Valaulta war in der zweiten Hälfte laufend über den Spielstand zwischen Arbon und Lägern Wettingen informiert. Ein Remis hätte den Einheimischen am Schluss zur Abwendung des direkten Abstieges (wegen der besseren Tordifferenz gegenüber Wettingen) auch noch gereicht, aber Wetzikon hätte (wegen der schlechteren Tordifferenz) nicht überholt werden können.

In der Abstiegsrunde mit fünf Partien starten die Innerrhoder am 11. April mit einem Auswärtsspiel. Gegner werden Willisau, Birsfelden 2, Wetzikon, Brugg und Leimental sein. Von den sechs Mannschaften werden deren vier absteigen müssen.

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TV Appenzell – SG Seen Tigers/Yellow Winterthur 29:28 (13:13)

Appenzell Wühre - 495 Zuschauer - Sr. Burchardi/Rüegg

Appenzell spielte mit: Christian Geisser/Andreas Ziswiler; Andreas Inauen (1), Lukas Manser, Yannick Inauen, Mario Broger, Dano Waldburger (13), Fabian Geiger, Tobias Sutter (3), Sven Sutter (1), Mads B. Thomsen (8/3), Stefan Bischofberger, Elias Valaulta (1), Thomas Loser (2). - 6 Zweiminutenstrafen gegen Appenzell und 2 Zweiminutenstrafen gegen Tigers.

Bericht: Martin Kradolfer / Bilder: Dani Gmünder

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