Herren 1 mit mühsam erkämpftem Sieg03.04.2011

Die 1. Liga Herren der Handballriege Appenzell gewannen am Sonntagabend auswärts gegen den wesentlich schlechter platzierten Stadtzürcher Verein GC Amicitia in letzter Sekunde in einem Krimi mit 27:26 (13:13). Der dritte Rang konnte verteidigt werden.

Die Ausgangslage war eigentlich klar, wollte Appenzell sich die kleine Chance erhalten, die Aufstiegsrunde doch noch zu erreichen, war ein Sieg in der Saalsporthalle Pflicht. Und für die Zürcher ging es um die letzte Möglichkeit, den direkten Ligaerhalt zu schaffen.

Partie ausgeglichen

Nach dem Anpfiff machte die Heimmannschaft Druck auf das Tor der Gäste aus Appenzell und ging bis zur 5.Minute mit 3:0 in Führung. Erst in der 7.Spielminute gelang dem TVA der erste Torerfolg. In der Folge spielten die Appenzeller äusserst unkonzentriert und verkrampft, hatten Pech mit drei Pfostenschüssen und verschossen zudem zwei Siebenmeter in Folge. Die spärlichen Zuschauer sahen eine ausgeglichene, jedoch keine gute Partie. Man konnte den Eindruck gewinnen, die Gastmannschaft sei sich der Chance nicht richtig bewusst, mit einem Erfolg den hervorragenden dritten Rang in der Tabelle zu sichern. In der 18.Spielminute gelang erstmals, dank zwei schnellen Angriffen über die Flügel, der Ausgleich zum 7:7. Die grossgewachsenen Rückraumspieler der Gastgeber deckten die beiden Kreisläufer der Gäste hervorragenden ab, sodass der Weg durch die Mitte für die Appenzeller, während des ganzen Spiels ein erfolgloser sein sollte. Das Spiel verlief in der Folge sehr ausgeglichen, keiner Mannschaft gelang es, sich mit mehr als einem Tor abzusetzen. Beim Spielstand von 13:13 wurden die Seiten gewechselt.

Einsatz Rolf Erdin zahlte sich aus

Auch in Halbzeit zwei änderte sich auf dem Feld vorerst nichts. Die beiden Teams neutralisierten sich gegenseitig. Die Stadtzürcher spielten mit mehr Emotionen, verschossen jedoch zu oft beste Möglichkeiten; die Appenzeller liefen sich meistens in der gut stehenden Abwehr fest. Nach dem erstmaligen Rückstand von zwei Toren (20:22) entledigte sich Rolf Erdin seines Trainingsanzuges, um seine Mannschaft nun auch auf dem Feld zu unterstützen. Sein Einsatz war auch nötig, seine Präsenz auf dem Feld entscheidend. Nachdem es den Stadtzürchern gelungen war, erstmals mit drei Toren in Führung zu gehen, sahen die Appenzeller ihre Felle davon schwimmen. Der Spielertrainer brachte den TVA mit einem sehenswerten Durchbruch zwei Minuten vor dem Spielende wieder auf ein Tor zum 25:26 heran. Der nächste Angriff der Zürcher wurde abgefangen und der sich daraus ergebende Gegenstoss erfolgreich ausgenützt; es fiel der Ausgleich zum 26:26. Die Matchuhr zeigte noch eine Spieldauer von 50 Sekunden an. Was nun folgte war der reinste Krimi: Schneller Angriff der Zürcher über den Kreis mit Fehlschuss neben das Tor – dann schnell ausgelöster Gegenangriff des TVA; der Ball gelangte über zwei Stationen zu Roman Künzler, welcher acht Sekunden vor dem Schlusspfiff den Sieg sicher stellen konnte.

Es hat sich einmal mehr bewahrheitet, Sonntagsspiele und Appenzeller Handballer passen nicht wirklich zusammen. Für das letzte Heimspiel gegen den HC Horgen vom kommenden Samstag muss sich die Mannschaft gewaltig steigern, um die Chancen in die Aufstiegsspiele zu kommen, zu erhalten. Dass sie dies kann, hat sie aber in dieser Saison schon mehrmals bewiesen. Die Chancen auf den zweiten Platz sind aber nur noch theoretischer Natur. Wenn das zweitplatzierte Albis Foxes in seinem letzten Heimspiel vom kommenden Donnerstag gegen Frauenfeld nicht verliert (ein Zähler würde genügen), so sind die Zürcher nicht mehr vom Aufstiegsrundenplatz zu verdrängen.

GC/Amicitia Zürich – TVA 26:27 (13:13)

Saalsporthalle Zürich - 30 Zuschauer - Sr: Andreoli/Leu.

Appenzell spielte mit: Andreas Masina/Christian Geisser; Florian Bolting, Rolf Erdin (4), Heinz Guntli, Sandro Wirz (3), Sven Sutter, Christian Hamm (4/1), Roman Künzler (4), Leslie Lloyd, Raphael Neff (8), Philipp Mathies (1), Stefan Metzler (4), Fabian Wüthrich.

Strafen: ZMC Amicitia vier - TV Appenzell sechs; Amicitia verwertete alle sechs zugespro-chenen Siebenmeter - die Innerrhoder waren bei vier Versuchen nur einmal erfolgreich. Ap-penzell mit acht Schüssen an die Torumrandung.

Bericht: Andreas Hamm / Martin Kradolfer

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