Herren 1 mit Heimniederlage in "närrischem" Derby13.02.2010

Die Erstliga-Handballer des TV Appenzell setzen ihre Negativserie im Jahr 2010 fort. Im Heimspiel gegen die Spielgemeinschaft Bruggen/Fides unterliegen die Innerrhoder mit 34:38 (16:17) Toren.

26:27, 23:25, 30:31, 34:38: Das ist die Negativbilanz im Jahr 2010 der Mannschaft von Spielertrainer Rolf Erdin. Das Verletzungspech seit Saisonbeginn konnte meist durch viel Kampfgeist kompensiert werden, doch gegen Ende der Saison zeigt nun die lange Verletztenliste seine Wirkung. Von einem Spiel zum andern sieht sich Erdin gezwungen, seine Mannschaft umzustellen. Eingespielte Routine-Abläufe können so nicht greifen, was die Negativ-Differenz zur Erstliga-Konkurrenz ausmacht. "Es fehlt uns derzeit der Durchhaltewillen für 60 Minuten. Immer wieder zeigen wir sehr gute Phasen. Wir können das hohe Niveau jedoch nicht konstant über die ganze Spielzeit durchziehen", sagte Andreas Inauen, Flügelspieler des TVA. Mit der Niederlage gegen die zehntplatzierte Spielgemeinschaft Bruggen/Fides wird die Luft für die Appenzeller immer dünner. Der Vorsprung auf den Barrage-Platz beträgt nur noch 22 Tore bei Null Punkten. In den verbleibenden fünf Partien sind Siege Pflicht, will der TVA nicht endgültig in den Abstiegsstrudel verwickelt werden.

Viergeteiltes Auf und Ab

Die Zuschauer in der gut gefüllten Wührehalle erlebten eine abwechslungsreiche und spannende Erstliga-Handballpartie. Das Spiel lässt sich in vier markante Abschnitte einteilen. Der erste Abschnitt gehörte den Hausherren. Trotz dem Abwärtstrend aus den vergangenen Partien starteten die Innerrhoder ambitioniert in die Fasnachts-Partie und dominierten das Geschehen. Nach einer Viertelstunde lag das Heimteam mit 7:3 Toren in Führung. Insbesondere die Rückkehr von Martin Geisser ins Team nach zwei verbüssten Spielsperren erwies sich als wertvoll für Appenzells variantenreiches Spiel. Geisser entwickelte aus dem Rückraum-Zentrum viel Druck aufs Tor der St. Galler und setzte so Roman Künzler und Rolf Erdin wiederholt gut in Szene. Der Spielbeginn missfiel Trainer Stefan Jung von Bruggen-Fides. Nach einem Time-Out setzte er eine doppelte Manndeckung auf Künzler und Erdin an, was den Spielfluss der Appenzeller wirkungsvoll stoppte.

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Bruggen-Fides immer besser

Bruggen-Fides wird mit Fortdauer der Saison immer besser und schaffte im Jahr 2010 den Anschluss an das Mittelfeld. Die St. Galler sind an vielen Positionen abschlussgefährlich und zeigten dies im zweiten Abschnitt auf eindrückliche Art und Weise. Den 3:7-Rückstand wandelten sie bis zur 37. Minute in einen 23:18 und später 26:21-Vorsprung um. Die beiden Rückraumspieler Gabriel Alp und David Hefti machten den Appenzellern das Leben schwer und münzten die Freiräume in der TVA-Verteidigung in insgesamt 18 Treffer um. War der Weg durch die Mitte für einmal von Appenzells 6-0-Deckung versperrt, wich Bruggen-Fides geschickt auf den linken Flügel aus. An dieser Position war auf Daniel Berger verlass, der TVA-Torhüter Gabor Busa siebenmal bezwang. Andreas Inauen zeigte sich unzufrieden über die Deckungsarbeit: "Zu Beginn der Saison war unsere Verteidigung noch eine der besten in der Liga. Heute waren wir zu weit weg vom Mann und dann kam hinzu, dass Gabor Busa grosses Pech bei einigen Abschlüssen hatte."

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Aufholjagd des Heimteams

Das Team von Rolf Erdin liess sich aber nicht aus der Ruhe bringen und kämpfte sich in Abschnitt 3 zurück in die Partie - animiert unter anderem durch die Guggenmusik, die in der zweiten Halbzeit zusätzlich für Stimmung in der Wühre sorgte. Die starken Roman Künzler und Rolf Erdin führten ihre Mannschaft in dieser Phase mit wichtigen Treffern heran. Zehn Minuten vor Schluss war das Derby beim Stand von 31:31 so richtig lanciert. Doch anstatt die Aufholjagd gleich weiterzuführen, liessen die Innerrhoder just zehn Minuten vor dem Ende nach. Zu wenig lief beim TVA über die Flügel, die engagierten Kreisläufer Marco und Sven Sutter zeigten Abschlussschwächen und scheiterten in der Endphase einige Male am Schlussmann des Gegners, Roman Breda. Die St. Galler rissen das Zepter wieder an sich und verdienten sich den Sieg mit der Leistungssteigerung in Abschnitt 4. Dank Effizienz im Abschluss und dem gekonnten Ausnützen der Schwächen des TVA in der Deckung zogen die Gäste bis auf vier Tore zum Endstand von 34:38 davon. Damit schafften die St. Galler punktemässig den Anschluss an den TV Appenzell.

Bericht: Thomas Rohrer/Fotos: Sabrina Frischknecht

TV Appenzell - SG Bruggen/Fides 34:38 (16:17)

Sporthalle Wühre - 210 Zuschauer - Sr. Korgaj, Selimi.

Appenzell mit: Gabor Busa/Andreas Ziswiler (36. - 42.), Roman Künzler (8/4), Rolf Erdin (9/3), Florian Bolting, Pedro Goldener, Andreas Inauen (2), Sven Sutter (2), Philipp Mathies, Marco Sutter (2), Lloyd Leslie (3), Martin Geisser (5), Michael Goldener (3), Fabian Wüthrich.

Strafen: Appenzell 4-mal 2 Minuten, Bruggen/Fides 5-mal 2 Minuten.

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