FU18I im Spielrausch zum Siegestaumel08.04.2017

Es war ein ganz grosser Auftritt, den die FU18-Inter der Handballriege gegen den letzten Konkurrenten um den Inter-Gruppensieg aufs Parkett legten. Der KTV Wil Kathi hatte nicht den Hauch einer Chance und verlor mit 36:17 Toren.

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Für das grosse Finale war alles angerichtet. Trotz herrlichem Wetter war das Publikum so zahlreich wie selten bei einem Juniorenspiel in die Wühre gepilgert und die beiden Mannschaften hatten sich zum Ziel gesetzt, ihrem Anhang mit einer intensiven, spannungsvollen Handballpartie zu begeistern. Zu taktieren gab es in dieser meisterschaftsentscheidenden Begegnung sowieso nichts, beide Teams spielten auf Sieg. Der Sieger sollte einen grossen Schritt Richtung finales Spiel um die Inter-Herrschaft tun. Für Appenzell galt sogar, dass zwei Punkte reichen würden, um vorzeitig in die letzte Ausmachung zu stossen.

Das Innerrhoder Team präsentierte sich der stimmungsvollen Kulisse in der Startformation etwas verändert im Vergleich zu den vorherigen Partien. Ein Schachzug, der dem Gegner mit Anpfiff Kopfzerbrechen bereitete, war die Tatsache, dass Cristel Palmisano neu am Kreis ihr Glück versuchte. «Es war Zeit, etwas zu ändern, denn Cristel blieb im Rückraum in den letzten Spielen mit wenig Wirkung und so haben wir sie in den letzten Trainings zur Kreisläuferin umfunktioniert», Trainer Hansruedi Rohner riskierte mit dieser Umstellung einiges und bürdete den Rückraumspielerinnen, die nach dem Ausfall von Ronja Manser eh schon viel arbeiten mussten, zusätzliche Verantwortung auf. Das daraus eine Erfolgsgeschichte wurde, ist Verdienst aller Spielerinnen, die einerseits für Neues zu haben sind und andererseits in der Not einfach noch etwas mehr reinknien und einfach noch etwas besser spielen.

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Das Heimteam war mit dem Anpfiff bereit, wollte wie selten zuvor als Sieger aus diesem, dem wohl wichtigsten Spiel der Saison, rauskommen. Ihnen gelang ein Start nach Mass. Mit dem Startsignal wurden die Gegnerinnen mit schnellem, sehr druckvollen Spiel zur Arbeit gezwungen. Die hohe Präzision der Passfolgen, die guten Laufwege und die gnadenlose Suche der erfolgreichen Durchbrüche überforderten den oft gutstehenden Verteidigungsriegel der Wilerinnen. Schnell hiess es 4:0 und vor allem die Null auf ihrer Seite, liess die Gäste schier verzweifeln. Appenzells offensive Verteidigung, die genau wusste, wann und wohin die Gegnerinnen wollten, liess keine erfolgsversprechenden Aktionen zu. Die Harmonie und Klarheit im Abwehrverhalten, die auch bei Auswechslungen nicht an Glanz verlor, wusste zu gefallen und sollte den Grundstein zum Erfolg sein. In der ersten Halbzeit gab es trotzdem immer wieder Phasen, in denen Wil besser ins Spiel fand und zwischenzeitlich sogar den Rückstand verkürzen konnte. Immer, bevor es aber richtig eng wurde, legte das Heimteam, zwischenzeitlich schon lange getragen von ihrer unermüdlich antreibenden Fangemeinde, einen Zahn zu. Das Rückraum Prunkstück mit Andrina Inauen, Elena Breitenmoser, Cedrine Zeller und Léonie Schiegg packte die ganz grossen, magischen Hände aus, war überall anzutreffen und wusste auch mit dem letzten, schlauen Pass zu gefallen. Und wie gesagt, dann war da noch der neue Kreis. Als hätte sie das schon immer getan, setzte sie Sperren für Mitspielerinnen, löste sich in die freien Räume und machte ihre Tore mit einer Selbstverständlichkeit, die sogar dem abgebrühten Trainer ein Leuchten in die Augen setzte. Appenzell kontrollierte bis zur Pause das Spiel recht gut und konnte trotz einiger Minuten der Unaufmerksamkeit einen beruhigenden Vorsprung in die Pause mitnehmen. Beim Spielstand von 16:11 Toren wurden die Seiten gewechselt.

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20:6 Toren! Halbzeit zwei wurde zum grossen Schaulaufen der Appenzellerinnen. Keine Schwächephase im Verlauf der zweiten 30 Minuten, das Heimteam spielte wie aus einem Guss. Alles gelang. Vor dem eigenen Tor mit einer Svenja Manser, die alles entschärfte, was auf ihren Kasten flog, liess man die mutigen Verteidigungsaktionen im Sekundentakt folgen. Und was für grosse Freude sorgte: die sonst etwas im Schatten der arrivierten Spielerinnen stehenden Teammitgliederinnen wussten zu begeistern. Sie rechtfertigten die grosszügigen Einsatzzeiten mit fehlerlosen Auftritten. Dass man nach einer nervösen ersten Halbzeit sein Können auf eindrückliche Art doch noch auspacken kann, zeigten Lea Heeb, Jasmin Ebneter und Celine Infanger. Ihre engagierte Spielweise darf mit Freude als grosses Versprechen für die Zukunft gewertet werden. Über die Auftritte der jungen Elena Schmid muss man sich schon lange nicht mehr wundern. Sie hat keine Lieblingsposition, sie schiesst die Tore von dort, wo sie der Trainer hinbeordert! Rahel Inauen hatte im Vergleich zu Lina Hehli Pech, dass ihr Abschlussversuch am Pfosten landete, beide Neueinsteigerinnen haben aber vor allem in der Verteidigung einen weiteren, wichtigen Schritt gemacht. Nach gut 4 Wochen Handballtraining gegen einen starken Gegner so mir nichts dir nichts aufs Feld zu gehen und dabei sogar noch ein Tor zu erzielen, dieses Kunststück gelingt nicht allen, Laura Fässler gehört neu zu diesem Kreis. Die Gala der Appenzellerinnen dauerte die ganze zweite Halbzeit, brach auch nicht ab, als der aufopferungsvoll kämpfende Gegner schon lange nicht mehr konnte. Die Spielfreude war nicht zu bremsen, das Publikum dankte mit stehenden Ovationen. Die FU18- Inter hat sich diese Saison zum Ziel gesetzt, am Schluss ganz an der Spitze zu sein. Mit welcher Leichtigkeit sie an diesem Nachmittag in die Umsetzung gegangen ist, spricht eine deutliche Sprache und führt einmal mehr zur Feststellung, ein ganz besonderes Team hat wieder einmal ein ganz lautes Lebenszeichen von sich gegeben. Festgestellt sei auch noch: Appenzell gewann mit 36:17 Toren und spielt anfangs Mai (Datum noch nicht festgelegt) in einem Hin- und Rückspiel gegen den KTV Muotathal um den INTER-MEISTERTITEL!

Bericht: Hansruedi Rohner / Bilder: Dani Gmünder

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