FU18I mit Kampf und Glück im Spitzenspiel05.03.2017

Ein hochstehendes, spannendes FU18-Inter-Spitzenspiel entscheidet die Mannschaft der Handballriege in den letzten Sekunden für sich. Der HC Flawil muss sich nach aufopferungsvollem Kampf mit 21:22 Toren geschlagen geben.

Die Schlussminuten in einem über 60 Minuten Klasse-Fight waren für manch einen der fanatisch mitgehenden Zuschauer zu viel des Guten. Da machten die Nerven einfach nicht mehr mit. Auf dem Spielfeld dagegen bewiesen die Appenzeller Spielerinnen solche wie Drahtseile und fingen einen sehr guten Gegner, der das seinige zu diesem würdigen Spitzenspiel beitrug, auf der Ziellinie noch ab. Es hätte aber auch alles ganz anders kommen können, wenn Appenzell die Chancen zum Wegziehen genutzt hätte, als sich solche boten. Dafür gelang den dominierenden Spielerinnen der letzten Partien aber zu wenig, als dass sie den Gegnerinnen früh den Wind aus den Segeln hätten nehmen können. In Anbetracht der wegweisenden Partie, tat man sich oftmals zu schwer, liess aber auch zu selten die guten Gedankenblitze missen. Kam hinzu, dass die Flawilerinnen 60 Minuten lang dagegenhielten und die Sache mit den Gastgeschenken gar nicht ins Auge fassten. Es entwickelte sich ein schnelles, sehr gutes Juniorinnenspiel, während dem sich das Siegespendel so oft wie eine Fahne im Wind den Glücklichen aussuchte. Die erste Viertelstunde gehörte dem Heimteam, dass sich immer wieder einen kleinen Vorsprung erarbeiten konnte. Abschütteln aber liessen sich die Gäste nicht. Sie erkannten schnell einmal, dass Appenzell mit den ablaufenden Flügelspielerinnen und den Distanzschüssen aus der Mittelposition seine liebe Mühe hatte. Einfache Tore, die erarbeitete Vorsprünge schnell wieder zu Nichte machte, waren das Resultat einer etwas hölzern wirkenden Appenzeller Verteidigung. Trotzdem hätte das Heimteam mit einem 2 Tore-Vorsprung in die Halbzeit gehen müssen, wäre da nicht ein direkt verwandelter Freiwurf gewesen, der die Appenzellerinnen schlecht aussehen liess und den Flawilerinnen viel Moral auf den Weg in die zweiten 30 Minuten mitgab.

Appenzell verpasste den Einstieg in den zweiten Durchgang völlig. Die Juniorinnen machten einen müden, lethargischen Eindruck und gaben die Begegnung völlig aus der Hand. Flawil begann zu dominieren, war daran, sich vom Gegner zu verabschieden. Nicht zum ersten Mal musste das Team Timeout als Weckruf herhalten. Und nicht zum ersten Mal, kam die Botschaft an. Die Mannschaft erwachte und mit ihr sorgte das Publikum für Gänsehaut-Stimmung. Es war nicht eine einzelne Spielerin, die das Ruder herumriss, es war die mannschaftliche Geschlossenheit, die den Weg zurück auf die Erfolgsstrasse ebnete. Die Löwinnen wurden geweckt und sofort hatte Flawil gegen das bissige Ensemble seine liebe Mühe, Tore zu erzielen. Appenzell drehte den Spiess herum, gab wieder den Takt an, um wenig später das Zepter wieder aus der Hand zu geben. Wobei, der Gegner liess sich an diesem Nachmittag einfach nicht in die Knie zwingen, öffnete ebenfalls nochmals eine Dose Kampfgeist, legte zudem eine Schippe technische Feinheiten obendrauf und drängte Appenzell an den Rand der Niederlage. Beide Mannschaften wollten den Sieg. Flawil versuchte Appenzell mit einer offenen Verteidigung zu Fehlern zu verleiten - was ihnen recht gut gelang -, Appenzell konterte mit dem 7. Feldspieler, was schliesslich ausschlaggebend für die Weiterführung der Erfolgsgeschichte war. Es ist müssig, darüber zu philosophieren, ob Flawil den Sieg oder wenigstens einen Punkt verdient hätte. Natürlich haben sie es, doch das Appenzeller Herz jubelte 10 Sekunden vor Schluss, als der letzte Abschlussversuch der Gäste übers Tor ging und das eine, mehr erzielte Tor, reichte um einen der schönsten Siege dieser Mannschaft miterleben zu dürfen. Und vor allem war es ein Sieg gegen einen gleichwertigen Gegner, mit einer Schlussphase, die nicht jede Zeitzeugin mit ihren Nerven vereinbaren konnte. Mit diesem Sieg wahrt Appenzell 4 Runden vor Schluss seine Ungeschlagenheit und ziert souverän die Tabellenspitze.

Bericht: Hansruedi Rohner

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