FU18 mit glänzendem Auftritt im Cup30.11.2016

In der Cuppartie der Frauen zwischen dem 2. Ligisten SV Fides und der FU18 des TV Appenzell rettete sich der klare Favorit mit letzter Kraft ins Ziel. Mit 25:22 setzten sich die St. Gallerinnen durch. Hätten aber ebenso gut auch als Verliererinnen vom Platz gehen können.

Appenzell ist definitiv handballverrückt! Nur so ist es zu erklären, dass an einem Mittwochabend eine solch grosse, stimmgewaltige Fangemeinde die FU18 der Handballriege bei ihrem schwierigen Unterfangen, das routinierte 2. Liga-Team des SV Fides im Cup der Frauen zu fordern, lautstark unterstützten. Keiner sollte am Schluss sein Kommen bereuen, es wurde Spektakel par excellence geboten. Der Gast, dem es in der Meisterschaft momentan nicht nach Wunsch läuft, gilt als routinierte Mannschaft, die hohe Erwartungen an ihren diesjährigen Cupauftritt hat. In Bestbesetzung machten sie sich daran, den Pflichtsieg gegen den klaren Aussenseiter ins Trockene zu bringen. Die FU18 konnte schon mal zahlenmässig nicht mithalten. Ihre Stammtorhüterin war nicht an Bord, Feldspielerin Jasmin Ebneter stand daher zwischen den Pfosten, was sich im Verlauf der Partie als Lichtblick erweisen sollte. Ebenfalls musste am Vortag Regisseurin Elena Breitenmoser mit fiebriger Stimme absagen. Kurz vor dem Spiel winkte auch Lea Heeb ab und so machten sich 9 Unerschrockene (darunter 3 Spielerinnen, die vor einem halben Jahr noch nichts mit Handball am Hut hatten) auf die Mission impossibel.

«Wir müssen den Gegner, der uns konditionell unterlegen ist, von der ersten Minute an zum Bewegen bringen», das Trainer’sche Rezept sah vor, dass von Beginn weg mit dem 7. Feldspieler agiert wird. Dazu sollten 3 Kreisläuferinnen die gegnerische Defensive zum Arbeiten zwingen. Der Start ins Spiel gelang nach Mass. Fides zeigte sich ob der gewählten Taktik etwas überrascht, fing sich aber nach gut 5 Minuten. Appenzell liess sich kurzzeitig nervös machen, brachte in den Angriffen die notwendige Geduld nicht mehr auf, ging viel zu früh und unvorbereitet in die Abschlüsse. Fides nahm die Geschenke gerne an und kam ob des leeren Tors immer wieder zu einfachen Treffern. Doch auch 7 Tore Rückstand lösten bei Appenzell keine Panik auf.

«Wenn wir bis zur Pause nur 5 Tore hinten liegen, gewinnen wir die Partie», Trainer Hansruedi Rohner setzte bei dieser Aussage auf ein Nachlassen des Gegners in Halbzeit zwei. Der Gedanke an diese 5 Tore liess die Juniorinnen nie los und so nahmen sie vor dem Pausenpfiff nochmals Fahrt auf, konnten erstmals über einige Minuten den Gegner in Bedrängnis bringen. Vor allem das konsequente Zupacken vor dem jetzt vernagelten Tor, zeigte Wirkung. Der Spielfluss bei den Gästen brach ein. Bis zur Pause lief alles nach Plan, beim Spielstand von 10:15 wurden die Seiten gewechselt und die Appenzellerinnen wussten, was dieses Zwischenresultat bedeutete.

Nach dem Pausentee spielte nur noch eine Mannschaft. Die Juniorinnen der Handballriege machten Ernst, dominierten nach Belieben und begannen zu zaubern. Fides wurde an die Wand gespielt, kam nur noch selten zu Chancen und mussten auch in der eigenen Defensive erkennen, dass vieles einfach zu schnell ging. Appenzells Nachwuchs kämpfte, witterte die Chance und harmonierte, als wäre es ihr tag tägliches Tun. Es war ein Genuss sie angreifen zu sehen, es war eine Freude, sie verteidigen zu sehen und oben auf der Tribüne explodierte die Stimmung. Hexenkessel pur als die Juniorinnen 5 Tore in Serie erzielten und den Ausgleich bejubelten. Fides konnten nochmals kontern, war aber sichtlich angeschlagen. Das Heimteam drückte weiter aufs Tempo, das Publikum schrie nach mehr und wurde erhört. Appenzell setzte sich mit 18:16 und 19:17 Toren ab. Beide Male hätten sie einen Dreitore-Vorsprung erzielen können (Fides wäre wohl gefallen), wurden aber von zwei klaren Fehlentscheiden des etwas stark auf Schrittfehler konzentrierten Schiedsrichters gestoppt. Statt 3 kam der Anschlusstreffer und beim Stand von 21:21 Toren kippte das Pegel nochmals auf St. Galler Seite. Das Spiel mit dem kleinen Kader hatte Kraft gekostet, die Konzentration liess etwas nach. Routine sei Dank, die letzten 3 Gäste-Tore waren das Resultat davon. Der Favorit zog in den letzten 4 Minuten den Kopf aus der Schlinge. Für die zweiten Sieger blieb nur ein kurzer Moment der Enttäuschung. Der Rest war einfach nur Stolz. Ein grossartiges Publikum hatte ein grosses Spiel gesehen. Die Juniorinnen der Handballriege, die sich alle Bestnoten verdienten, sind im richtigen Moment als Mannschaft über sich hinausgewachsen, wo wie es sich für eine aussergewöhnliche Mannschaft gehört. Hut ab vor dem Team und dem handballverrückten Appenzell!

Bericht: Hansruedi Rohner

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