FU17E kehrt spektakulär zum Siegen zurück24.10.2015

Die FU17 der Handballriege drehte ein verloren geglaubtes Spiel auf eindrückliche Weise und kehrte nach zwei Niederlagen mit dem 17:18-Auswärtssieg gegen Stans/Altdorf zum Siegen zurück.

Die Schlusssekunden liefen und zwei Mannschaften fühlten sich im falschen Film. Stans, das Heimteam einerseits, weil sie über weite Strecken wie der sichere Sieger aussahen und Appenzell, das in Halbzeit zwei das Unmögliche möglich machte und nach einem Sturmlauf den Sieg in trockene Tücher wickeln konnte. Dabei hatte doch alles so schlecht begonnen.

Eine Halbzeit zum vergessen

Nach nicht eben überzeugenden Auftritten in den letzten beiden Meisterschaftsspielen hatte das Selbstvertrauen der Spielerinnen einen kleineren, hoffentlich nur zwischenzeitlichen, Schiffbruch erlitten. Sich aus diesem Tief herauszuspielen gestaltete sich als grössere Herkulesaufgabe an denen sich auch das Trainerteam schier die Zähne ausbiss. Mit Stans/Altdorf stellte sich eine talentierte und ambitionierte Mannschaft den Appenzellern. Nicht unbedingt ein Gegner, der geeignet war, als einfacher Punktelieferant zu dienen. Hoffnung auf Verbesserung bot schon vor dem Anpfiff die Körpersprache des Teams. Da wurde geredet, ausgetauscht und motiviert. Der Glaube war da, jetzt war harte Arbeit gefragt. In den Anfangsminuten schien alles den gewünschten Lauf zu nehmen. Solid in der Defensive, spielstark im Angriff übernahm Appenzell das Spieldiktat. Doch dann kam wie von Geisterhänden geführt Lethargie, Unkonzentriertheit und Fehlerhaftigkeit über die Mannschaft. Nicht viel wollte mehr gelingen, das Selbstvertrauen schwand rasant schnell, der Mut ging von dannen, die Angst vor Fehlern legte sich wie ein dunkler Schleier über Appenzell. Das verzweifelte Stöhnen des ganzen Alpsteingebirges war bis zum Telldenkmal zu hören. Stans zerlegte die Gäste in ihre Einzelteile untergrub ihre Moral und liess sie schon zur Pause beim Spielstand von 11:5 die Verliererkarte ziehen.

Handballfoto

Die Auferstehung

Damals, vor vielen Jahren, als der Tell dem Peterli den Apfel vom Kopf schoss, damals haben sie in dieser Region geschworen, sich gegen die Knechtschaft aufzulehnen, sich zu wehren. Und einige hundert Jahre später tat genau dies Appenzell. Sich auflehnen, an den Sieg glauben, gemeinsam dieses Spiel noch gewinnen. Mit einer unglaublichen Willensleistung holten die Gäste Tor um Tor auf. Sie ackerten, waren sich für keinen Zweikampf zu schade. In der Defensive trieben sich die Spielerinnen immer wieder an, stopften die Löcher und jubelten über unglaubliche Paraden von ihrer Torhüterin Zoe Fässler. In der Vorwärtsbewegung suchte man die Zweikämpfe, erhöhte das Tempo, nahm Risiko in Kauf. Der Ball lief gut, die Torchancen wurden genutzt, die Penaltys alle in die Maschen gesetzt. Aus der ängstlichen Truppe in Halbzeit eins nahm nun eine verschworene Einheit, aus der alle herausstachen, das Zepter endgültig in die Hand. Unter den Augen eines fantastisch pfeifenden Spielleiters setzte Appenzell das Heimteam immer mehr unter Druck und nach 48 Minuten wurde es Tatsache, die Gäste schossen sich in Führung. Dem Gegner muss hoch angerechnet werden, dass sie ebenfalls bis zur letzten Minute um jeden Ball kämpften und das Spiel nie verloren gaben. Es wurde spannend, spannender, dramatisch. 90 Sekunden vor Schluss lag Appenzell mit einem Tor in Front und konnte gegen einen strafreduzierten Gegner angreifen. Es kam, wie es so oft in solch engen Partien kommt. Das einzige Stürmerfoul kam aber so was zum falschen Moment. Und die anschliessende Abwehraktion hätte auch nicht unbedingt zu einer gerechtfertigten 2 Minuten Strafe führen müssen. Das Glück wurde von einem sanften Windstoss auf die Seite von Stans geweht. Dass 20 Sekunden vor Schluss eine Stanser-Spielerin den Ball fallen liess und sich gleich zwei Appenzellerinnen wie Raubkatzen auf das luftgefüllte Lederding warfen und es triumphierend in die Höhe hielten (während unter dem Hallendach das Glück wieder auf die andere Seite flatterte) liess erahnen, wie sehr die FU17-Elite der Handballriege diesen Sieg holen wollte. Die restlichen paar Sekunden waren auch in Unterzahl Formsache. Der Sirenenton machte eine herrliche Geschichte wahr. Der Jubel des Alpsteingebirges war bis zum Telldenkmal zu hören.

Und wenn später einmal die Enkelkinder fragen werden, was es denn damals im Land von Wilhelm Tell gewesen ist, welcher Zauber für die Wende in Stans verantwortlich war. Die Antwort wird immer dieselbe sein: eine Mannschaft mit einem unglaublichen Zusammenhalt hat sich wie Phönix aus der Asche erhoben und ist als Blizzard über den Gegner hinweggerauscht.

Appenzell gewann gegen ein starkes Stans/Altdorf mit 18:17 Toren und feierte damit schon ihren dritten Sieg in dieser Saison. Hut ab, würde Gessler sagen.

Bericht: Hansruedi Rohner

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