FU15E zündet wahres Schluss-Feuerwerk28.03.2015

Das letzte Spiel einer fantastischen FU15 Elite-Saison gedieh zu einem Schaulaufen erster Güte. Ein weiterer ganz grosser Name wurde nicht nur besiegt, sondern entzaubert. Zum ersten Mal schlägt die FU15 der Handballriege Spono Nottwil. Nicht irgendwie, sondern mit 29:20 Toren!

Handballfoto

„Der Traum eines jeden Trainers ist, wenn die eigene Mannschaft im letzten Spiel der Saison ihrem „Chef“ eine solche Partie schenkt!“ Für Trainer Hansruedi Rohner und seinem Trainerkollegen Bernhard Wüthrich erfüllte sich dieser Traum in der 21. Meisterschaftsrunde. Nicht irgendwer, sondern Spono Nottwil, gegen die man noch nie gewinnen konnte, gastierte am Samstag in der Sporthalle Wühre. Allzu viel Optimismus war bis zum Anpfiff nicht angebracht, hatte doch Appenzell vor einer Woche gegen Herzogenbuchsee nicht überzeugen können. Auch während des Einspielens deutete noch nicht viel darauf hin, dass diese Mannschaft wie Phönix aus der Asche aufsteigen würde. Kam noch dazu, dass die Hälfte des eh schon kleinen Kaders ein Spiel mit der FU17 in den Beinen hatte. Ehrenvoll, mit einer weiteren guten Leistung die Saison abschliessen und wenn sich die Chance bietet, dem Favoriten ein Bein stellen. Die Vorgaben standen im Raum, das Spiel konnte beginnen. 8 gesunde und eine verletzte Appenzellerin gegen 14 hochmotivierte Nottwilerinnen. Das erste Tor bejubelte dann auch der Favorit. Soviel zum erwarteten Verlauf dieser Partie. Doch von da an, wurde das Drehbuch neu geschrieben und alles Weitere lief ab wie in einem Märchen. Es spielte nur noch eine Mannschaft, doch was heisst spielen! Es war wie Zauberei, als würden märchenhafte Gestalten mit einer noch selten gesehenen Leichtigkeit den Ball sich zuspielen, nach vorne tragen, aufs Tor schiessen. Alles wollte gelingen, die kleinsten Lücken waren gross genug für herrliche Abschlüsse. Die gegnerischen Spielerinnen (immerhin Nummer 4 in der Schweiz!) wurden um kurvt wie Slalomstangen, wussten nicht wie ihnen geschah. Und wenn Nottwil einmal in Ballbesitz war und seine Angriffe aufzog, dann stand ihnen eine orange Mauer im Weg, an der einfach kein Vorbeikommen war. Man kam des Öftern in Versuchung, die Appenzeller Spielerinnen zu zählen, doch es standen nur immer deren 6 vor dem eigenen Tor, doch diese arbeiteten für zwölf. Sie schoben von der einen zur anderen Seite, warfen sich in die Zweikämpfe, halfen einander und vergossen so viel Herzblut, dass es eine Freude wurde, dieser Mannschaft zu zuschauen. Mit jedem Blick auf die Anzeigetafel rieben sich die Zuschauer mehr die Augen. 6:3, danach 8:3, hin zum 12:5 und als es hell wie tausend Sterne am blauem Himmel 17:6 leuchtete, erlöste die Pausensirene den weitgereisten Gast. Bei diesem Pausenstand einmal in der Kabine, vor diesen Gesichtern mit den roten Backen und leuchtenden Augen zu stehen, das muss herrlich sein! Egal was in Halbzeit zwei kommen würde, wenn dann bei den Appenzellerinnen irgendwann die Kräfte ausgingen, das Gesehene der ersten 30 Minuten würde in Erinnerung bleiben und immer erwähnt werden, wenn vom letzten Spiel der FU15-Elite-Mannschaft Ausgabe 2015 erzählt wird.

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Appenzell trat auch zu Beginn der zweiten Halbzeit souverän auf. Technische Fehler waren während der ganzen Partie Mangelware und die Chancenauswertung nahe an der perfekten Quote. Und dann kam sie doch, die heikle Phase, während der Nottwil besser ins Spiel fand und davon profitierte, dass die Heimmannschaft hin und wieder eine Pause einlegen musste, verständlich, standen doch 5 Spielerinnen während der ganzen 60 Minuten auf dem Spielfeld. Nottwil halbierte den Rückstand und lag nach 45 Minuten nur noch 6 Tore im Hintertreffen. In der Realität hätte die FU15-Elite der Handballriege dieses Meisterschaftsspiel noch verloren, doch jedes Kind weiss: Märchen enden immer mit einem Happy End. Dieses Mal war‘s nicht nur ein glückliches Ende, sondern eine Demonstration von Willensleistung, Teamgeist, Harmonie und grenzenlose Spielfreude. Appenzell stand nochmals auf und erhob sich stärker denn je zum Endspurt. Sie nahmen nochmals das Zepter in die Hand und bliesen zum grandiosen Sturm auf die Nottwiler Bastion. Die letzten zwei Minuten waren geprägt von der Vorfreude über einen grossen, allerletzten Sieg, einer der ewig in Erinnerung bleiben wird. Einer, der 29:20 endete und einer, der einen verdienten Freudentaumel auslöste. Es war aber auch ein Sieg, der keine Einzelspielerinnen kannte. Es war der Sieg einer Mannschaft, die eine Saison lang nur eines kannte: sich gemeinsam schier unlösbaren Aufgaben zu stellen. Die Mannschaft ist gewachsen, zu einer Einheit geworden, obwohl die körperlichen Unterschiede im Team nicht hätten grösser sein können. Frauen Handball-Giganten wie Zug, Amicitia Zürich oder eben Spono Nottwil mussten erkennen, dass auch mit wenig Unmögliches möglich gemacht werden kann. Ein ungewöhnliches Team hat sich mit einem letzten, dem unglaublichsten Spiel der Saison verabschiedet und den Traum jedes Trainers wahr werden lassen.

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…und zum Schluss noch fairstes Team der ganzen Schweiz!

Auf der Homepage des SHV ist es unter SuvaLiv-Fairplay-Trophy 2014/2015 zu lesen:

Das absolut fairste Team der Kategorie Juniorinnen (und somit Gewinnerin von Fr. 2000.— in die Mannschaftskasse) ist die FU15-Elite der Handballriege des TV Appenzell. Die Spielerinnen (und ihr Trainer!) kassierten pro Spiel nicht mal eine halbe Strafminute im Schnitt. Damit ist die FU15-Elite des TV Appenzell auch das fairste Team der Saison 2014/15 aller Mannschaften die am Spielbetrieb des SHV teilnehmen. Das fairste Team der ganzen Schweiz!

Bericht: Hansruedi Rohner / Bilder: Dani Gmünder

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