FU15E mit grosser Show auf schwierigem Gelände28.02.2015

Die FU15-Elite der Handballriege schlägt auswärts ein weiteres Top-Team. Amicitia Zürich muss nach 60 Minuten mit grossen Augen die 12:16-Niederlage akzeptieren und anerkennen, dass 8 Appenzellerinnen ihnen den Meister gezeigt haben.

Der Fluch „Saalsporthalle“, der die Spielerinnen jeweils schon vor dem Anpfiff lähmte und sie ihres ganzen Könnens beraubte, griff für einmal nicht. Frisch von der Leber weg, mit der nötigen Disziplin und grosser Spielfreude, stiegen die Gäste gegen die in Bestbesetzung angetretenen Zürcherinnen in das Spiel. Im Vergleich zum enttäuschenden Auftritt gegen das bescheidene Uster vor Wochenfrist war da eine ganz andere Mannschaft am Werk. Viel Laufarbeit, druckvolle Vorstösse und vor allem keine Angst vor dem körperbetonten Spiel des Gegners. Die acht Spielerinnen präsentierten sich von ihrer besten Seite und konnten das Spieldiktat sofort an sich reissen. Nach der 2:0 Führung, und den ersten beiden Big Saves von Torhüterin Zoe Fässler, besannen sich aber auch der Gegner auf sein vorhandenes Können und gestaltete das Geschehen bis zum 4:4 ausgeglichen. Danach kam die „Riegen-Viertelstunde“, die Zaubereien versetzten den einzigen anwesenden Appenzeller Fan in Entzücken. Seine Lieblinge machten keine Fehler mehr, standen vor dem eigenen Tor wie eine stählerne Eins und lösten bei den Gegnerinnen blankes Entsetzen aus. Tore fielen nicht viele, dafür aber alle auf derselben Seite. Viele Lücken boten die Zürcherinnen zwar nicht, die wenigen wurden aber äusserst kaltschnäuzig genutzt. Appenzell zeigte eine perfekte Darbietung und entschied die erste Halbzeit mit 9:5 für sich.

Man hatte dem Fluch Saalsporthalle eine Halbzeit erfolgreich getrotzt. Die Begeisterung war unübersehbar. Alles lief nach Plan und trotzdem zeigten sich auf der Stirn des Trainers zwei Sorgenfalten. Die grössere galt dem enormen Verbrauch von Arnica-Chügeli, denn ganz heil waren nicht alle Spielerinnen aus den ersten 30 Minuten herausgekommen. Die Gegnerinnen waren keine Kinder von Traurigkeit und gingen nicht immer zimperlich mit den Gegenspielerinnen um. Die zweite Sorgenfalte galt der hohen Intensität dieser Partie und der leeren Wechselbank. Was konnte die Mannschaft in der entscheidenden Endphase noch an Kräften mobilisieren, um dem unweigerlich folgenden Grossangriff des Gegners zu trotzen. Für eine Antwort musste man sich etwas in Geduld üben. Zum Grossangriff dagegen bliesen die Gegnerinnen mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit. Appenzell wurde etwas nervös, beging kleinere Fehler und sah den Vorsprung wie Schnee in der Wüstensonne schmelzen. Doch auch beim Spielstand von 10:10 war der Siegeswille der Appenzellerinnen ungebrochen. Hier in Zürich so weit gekommen zu sein, diese Butter wollte man auf seinem Brot behalten. Von Ermüdungserscheinung war nichts zu merken. Im Gegenteil, die Gäste setzten zu einem fulminanten, traumhaften Endspurt an. Sie wuchsen weit über sich hinaus, ignorierten die schmerzenden Muskeln und feierten am letzten Februartag Weihnachten. Mit welchem Einsatz man sich den immer verzweifelter vorgetragenen Angriffen von Amicitia entgegen stellte und den Gegnerinnen allem Mumm abkaufte, verdient höchsten Respekt. Als intaktes, schlagkräftiges Kollektiv bog Appenzell auf die Zielgerade ein. Sie machten keine Fehler mehr und hielten den Gegner auf Distanz. Die Schlussphase gehörte den Gästen und 4 Minuten vor Schluss löste sich auch die zweite Sorgenfalte auf des Trainers Stirn. Appenzell zelebrierte den sich anbahnenden Sieg mit einem Lächeln auf den Lippen, liess Amicitia keine Chance mehr, setzte beim Spielstand von 16:12 Toren und dem Schlusspfiff zum ganz grossen Jubel an. Es war der nie erwartete Sieg einer Mannschaft, die als Einheit einen Grossen in einer ungeliebten Halle vom Sockel stürzte. Natürlich bot Zoe Fässler im Tor einmal mehr eine unglaubliche Leistung. Wie aber vor ihr die kleine Heerschar von Mitspielerinnen in dieser Partie über sich hinauswuchs, muss mit einer blanken 10 bewertet werden. Grosse Klasse war aber auch der Spielleiter. Der junge Schiedsrichter bot eine perfekte Leistung, machte keinen Fehler und sah einfach alles. 3 Meisterschaftsrunden vor Schluss hat Appenzell sein Soll schon weit übertroffen. Die Truppe darf sich nun auf das Sahnehäubchen freuen. Mit Brühl, Herzogenbuchsee und Nottwil stehen noch drei weitere Spitzenmannschaften auf dem Speisezettel des Handballriegen-Teams.

Ein kleiner Nachtrag sei erlaubt: Amicitia Zürich in Bestbesetzung hat diese Saison zu Hause nur gerade gegen zwei Mannschaften verloren: Gegen Herzogenbuchsee und TV Appenzell!

Bericht: Hansruedi Rohner

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