FU15E - das Team der grossen Kämpferherzen 04.02.2015

Während am Samstag ein grippegeschwächtes FU15-Elite Team gegen Nottwil völlig chancenlos war, wurde am Mittwochabend in St.Gallen dieselbe Mannschaft erst in den letzten Minuten vom Tabellenzweiten niedergerungen.

Handballfoto

Es genügte nicht, dass die ersatzgeschwächte Mannschaft so schon einen schweren Stand gegen Spono Nottwil haben würde, es musste auch noch sein, dass die Verletzungshexe Riana Streule schon nach wenigen Minuten eine schmerzhafte Verletzung in die Rückenmuskulatur schoss und viele tausend Grippe-Viren um Elena Breitenmoser schwirrten und ihr fast jede Lust auf Handball nahmen. Von der sonst lebendigen Wechselbank war für einmal nichts zu hören, auch der Trainer war mit nicht viel mehr als dem Lutschen von Hustenpastillen beschäftigt. Und trotz der Aussichtslosigkeit des Unterfangens, in dieser Partie Punkte zu gewinnen, war es zwischendurch zu sehen. Der unbändige Wille sich nie geschlagen zu geben, den Kampf bis zur letzten Minute anzunehmen und sein Bestes zu geben. Gegen Nottwil war das Beste an diesem schwarzen Samstag nicht genug. Wer hätte in dieser Saison je gedacht, dass ein Schlusspfiff einer Erlösung gleich kommen kann. In Nottwil machte das Team auch diese Erfahrung. Nicht weil sie schlecht gespielt haben, sondern weil es Tage gibt, wo man den Ball im Schrank hätte lassen sollen.

Die Geschichten wiederholen sich - Appenzell gegen Brühl einmal mehr nicht belohnt

Möge Nottwil vergessen sein und möge der Gegner, der am Samstag dem HV Herzogenbuchsee die erste Saison-Niederlage zugefügt hatte, nicht mit der grossen Klatsche auf uns einschlagen. Dieser Wunsch begleitete den Trainer während des ganzen Tages und ein letztes Stossgebet sollte nachhaltig wirken, als am Mittwochabend um 19.00 Uhr die Partie LC Brühl – TV Appenzell angepfiffen wurde. Wie gut sind denn diese Appenzellerinnen!?! Dies ist während der folgenden 60 Minuten mehrfach in Augen und erstarrten Gesichtszügen des Brühler Anhanges zu lesen. Die können einfach alles, sogar Dinge, die sie selber noch nie gemacht haben. Wir haben eine Chance, sind über weite Strecken sogar das bessere Team! Selbstbewusstsein und aus dem tiefsten Inneren dieser zu begeistern wissende Kampfgeist, der auch den Trainer wieder auferstehen lässt! Da ist sie, diese Spielfreude, derer sich niemand entziehen kann. Jede Spielerin leistet einen enormen Beitrag zu einem Teamgeist, der durch nichts gebrochen werden kann. Jede Spielerin hatte gegen Brühl ihre Hauptrolle, die sie perfekt präsentierte. Zoe Fässler, nicht erst seit gestern die wohl beste Torhüterin der Schweiz ihrer Alterskategorie, machte dass, was sie am besten kann: sie hielt die unglaublichsten Bälle. Elena Breitenmoser dirigierte ihr Orchester mit grösster Hingabe und Leidenschaft - Cristel Palmisano, sprunggewaltig, einsatzfreudig und die Torgefahr in Person - June Fritsche, still und leise an den richtigen Orten - Lea Rohner, steckte alle die vielen Schläge weg, Triebfeder der Mannschaft - Elena Schmid, liess sich auch durch stossen und reissen nicht ihrer Hartnäckigkeit berauben! Aus einem absolut grossartigen und kompakten Mannschaftskollektiv sind es immer wieder Lichtblicke, die das Salz in der Suppe ausmachen.

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An diesem Abend waren es Jasmine Ebneter mit ihren unnachahmlichen Abschlüssen vom „falschen“ Flügel und Riana Streule, die von Linksaussen keinen Winkel braucht, um das Leder ins Netz zu setzen. Allen etwas die Show stahl aber Celine Oberle. Völlig unbeschwert, frei nach dem Motto - wenn ihr mich nicht angreift, so schiess ich die Tore - brachte sie Brühls Verteidigung zum Nachdenken! Appenzell war über weite Strecken das bessere Team, lag nach der Pause lange in Führung, konnte sich aber nicht entscheidend absetzen. Und so wiederholte sich die Geschichte, die sie in dieser Saison schon so oft geschrieben haben. Brühl schafft es wieder irgendwie und nutzt das Ende der Kraftreserven der Appenzellerinnen in den letzten 5 Minuten des Spiels um die Partie mit 26:22-Toren zu gewinnen. Die Enttäuschung beim TVA war riesig und die letzte Aufgabe des Trainers unlösbar. Keine, noch so tröstenden Worte konnten der Mannschaft jetzt helfen, nachdem der Handballgott einmal mehr auf der anderen Seite mitgespielt hatte. Einmal nur hätte es die Mannschaft verdient, nicht über eine ehrenvolle Niederlage reden zu müssen. Doch auch heute , blieb die grosse Mannschaftsträne in St.Gallen zurück. Schon auf der Fahrt nach Hause wurde der nächste Anlauf auf die Hochburgen der grossen Mannschaften ins Auge gefasst.

Bericht: Hansruedi Rohner / Bilder: Dani Gmünder

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