FU15E reagiert auf eindrückliche Weise20.12.2014

Nach einer desolaten Vorstellung gegen GC Amicitia Zürich in der ungeliebten Saalsporthalle (13:23 Niederlage) forderte die FU15-Elite der Handballriege am Sonntag den amtierenden Schweizermeister und noch ungeschlagenen Tabellenleader Herzogenbuchsee in einem hochklassigen Spiel. Die ehrenvolle Niederlage mit 16:21 Toren wurde wie ein Sieg gefeiert.

Handballfoto

Die Halle, die keiner mag

Die Saalsporthalle in Zürich und die Mädchen der Handballriege werden nie Freunde, diese Tatsache ist seit Samstag definitiv in Stein gemeisselt. Kam in dieser Partie hinzu, dass GC Amicitia Zürich unbedingt auf Punktezuwachs hoffen musste und daher mit dem stärksten Aufgebot antrat. Appenzell seinerseits nahm den vierten Tabellenrang ins Visier und wollte mit dem vollen Punktepaar Nottwil an den Kragen. Dieses Unterfangen geriet schon nach wenigen Spielminuten ins Schlingern. Vor grade mal 5 Zuschauern (2 aus Appenzell) in dieser riesigen Halle konnten die Gäste in den ersten Minuten zwar noch einigermassen mithalten, offenbarten aber schon während dieser Phase eklatante Abwehrschwächen und viele technische Fehler in der Vorwärtsbewegung. Bis zum Spielstand von 6:4 (2 Tore aus dem Spiel / 2 vom 7m-Punkt) durfte auf Besserung gehofft werden. Dieser Strohhalm wurde aber bald darauf auch noch geknickt. Keine Spielerin erreichte nur annähernd ihre Normalform, Amicitia dagegen legte zu. Appenzell sollte bis zum erlösenden Pausenpfiff kein Tor mehr gelingen, die Zürcherinnen schossen noch deren 7 und liessen Appenzell nach 30 Minuten beim Spielstand von 13:4-Toren völlig im Regen stehen. Die Hoffnung auf Punktezuwachs war auf ein Minimum gesunken, die Moral im Team am Boden. Das Trainergespann musste in der Pause die Mannschaft etwas aufrütteln, sodass sie die zweite Halbzeit ausgeglichener gestalten konnten, dabei aber nie mehr als bis auf 8 Tore an den Gegner herankamen. Die Fehlerquote blieb weiterhin hoch, Appenzell fand auch was das kompromisslose Einsteigen in der Defensive betraf, nie zur gewohnten Form. Amicitia reichte eine mässige Leistung um die Gäste auf Distanz zu halten. Das Schlussresultat fiel mit 23:13 Toren ernüchternd aus und war nicht eben als Motivationsspritze für die am andern Tag anstehende Herausforderung zu sehen.

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Das andere Gesicht oder „noch em Rägä schinnt d’Sunnä“

Gegen das zurzeit beste FU15-Team spielen zu dürfen ist ein Traum jeder Spielerin, kann aber je nach Spielverlauf zu einem Albtraum werden. Der HV Herzogenbuchsee steht für Überlegenheit, Torproduktion und dem Ehrgeiz, jedes Spiel möglichst klar zu gewinnen. Bis zum Auftritt in der Wühre-Halle hatte es nur gerad die LK Zug geschafft, weniger als 30 Tore (26 Tore) einzukassieren. 52:17, 40:21 oder 43:11 sind deutliche Siege, die die „Buchserinnen“ diese Saison schon feiern durften. Appenzell, nach dem schwachen Auftritt in Zürich, musste weit über sich hinauswachsen, um gegen den amtierenden FU15-Schweizermeister einigermassen bestehen zu können. Schon vor dem Spiel deutete vieles darauf hin, dass die Mannschaft der Handballriege einen guten Tag einziehen könnte. Die Spielerinnen waren fokussiert, überhaupt nicht nervös und strotzten trotz des Resultates vom Vortag vor Selbstvertrauen. Hilfe erhielten sie von der ersten Minute an vom zahlreich erschienenen, fantastisch mitgehenden Publikum. Es waren dann auch die Appenzellerinnen, die schon beim ersten Angriff der Gäste den Tarif bekannt gaben und klar machten, dass sie sich den körperlich überlegenen Gegnerinnen stellen würden. Nach den ersten Angriffen wurde offensichtlich, dass hier die beiden Mannschaften mit den besten Verteidigungsreihen am Werk waren. Für einmal durften nicht nur herrliche Tore, sondern auch spektakuläre Verteidigungsaktionen beklatscht werden. Lange hielt Appenzell das Spielgeschehen offen, musste dann aber den Gegner vom 2:2 zum 2:6 davon ziehen lassen und es machte den Anschein, als würde das Heimteam einbrechen. Appenzell fand den Tritt aber wieder und setzte sich gegen jede Widerstände durch. Damit ist auch schon gesagt, dass nur eines nicht zu diesem hochklassigen Spiel passte. Der Schiedsrichter fand nie ins Spiel. Schade, dass sich für ein Spitzenspiel kein Spitzen-Spielleiter (auch auf dieser Stufe) auf den Weg nach Appenzell machte. Trotz schwacher Schiedsrichter-Leistung verhielten sich beide Trainer im Sinne des Fairplay-Gedankens (was auch mal erwähnt werden darf). Mit jeder Minute entwickelte sich ein hart- aber fair geführter Abnützungskampf. Appenzell musste Herzogenbuchsee zwar ziehen lassen, liess diese aber nicht aus den Augen. Die Verteidigungsreihen dominierten zwar weiter das Geschehen und da bot das Heimteam eine Klasse-Leistung. Immer wieder wurden geschickt die Löcher gestopft und die Angriffe des Gegners früh gestört. Hartnäckig, aufsässig agierte die FU15 der Handballriege vor dem eigenen Tor. Die Angriffe wurden ohne Hektik, mit viel Ruhe, und trotzdem immer in Bewegung, aufgezogen. Appenzell kam zu Chancen und war auch in der Chancenauswertung äusserst effektiv. Das Publikum ging begeistert mit und goutierte den aufopferungsvollen Kampf ihrer Lieblinge mit viel Applaus. Das Spiel der Appenzellerinnen kannte an diesem Tag keine Namen, es war das Kollektiv, das Miteinander, welches das Heimteam auszeichnete. Beim Spielstand von 13:6 Toren wurden die Seiten gewechselt und trotz des klaren Resultates herrschte grosse Zufriedenheit.

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Geniale dreissig Minuten

Kräfte tanken, die Hoffnung nicht aufgeben und weiter an die eigenen Fähigkeiten glauben. Appenzell kam aus der Kabine und setzte zur ganz grossen Show an. Sie schienen über nie erlahmende Kräfte zu verfügen, sie drückten den Gegner völlig in die Defensive und begannen zu dominieren. Das grosse Herzogenbuchsee, die Dominatorinnen dieser Saison, kamen ins Schwitzen und konnten sich während der ganzen zweiten Halbzeit nie aus der Umklammerung befreien. Unermüdlich rackerten, rannten, litten, kämpften die Appenzellerinnen um jeden Ball und jeden Meter. Sie tasteten sich heran, rissen das Publikum von den Sitzen und hatten nach jedem gelungenen Angriff noch die Zeit um die Wette zu strahlen. Das Trainergespann freute sich spitzbübisch über jede gelungene Aktion. Ihre Girls boten die beste Saisonleistung, Zürich war schon längst Schnee von gestern, man genoss das Gebotene, das die Zuschauer bis zur letzten Sekunde in Atem hielt. Natürlich war der Rückstand von 7 Toren aus der ersten Halbzeit eine zu grosse Option. Appenzell, ein Aussenseiter wie man ihn sich wünscht, entschied die zweite Halbzeit mit 10:8 Toren für sich. Das Schlussresultat von 16:21 Toren wurde wie ein grosser Sieg gefeiert, was es auch war. Es war der Sieg einer Mannschaft, die daran glaubt, dass mit grossem Kampfgeist und Willenskraft, Berge versetzt werden können. Das Publikum, das wie die Spielerinnen alles gegeben hatte, durfte zufrieden nach Hause gehen. Vor dem inneren Auge wunderschöne Tore, spannende Momente und, und, und…..

Bericht: Hansruedi Rohner / Bilder: Dani Gmünder

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