FU15E mit glanzvollem Wochenende gegen Topteam29.11.2014

Zum ersten Mal gelingt es einer FU15-Elite Mannschaft der Handballriege einen ganz Grossen zu schlagen. In einem dramatischen, hochinteressanten Spiel setzen sich die Appenzellerinnen am Samstag in den Schlussminuten mit 27:25-Toren gegen Zug durch. Auch die zweite Begegnung am Sonntag trgt die Handschrift eines gross aufspielenden Teams der Handballriege. Ein verdienter Punkt ist beim 23:23 Lohn fr unermdlichen Einsatz.

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Emotionen!

Es ist wie Weihnachten, unfassbar, das kleine Appenzell schlgt den LK Zug, eine der grossen Nummern, ein sichtlich gerhrter Appenzeller Trainer konnte Minuten nach dem Schlusspfiff noch immer nicht realisieren, was sich in den vergangenen 60 Minuten im Hexenkessel Whre abgespielt hatte. Auf dem Spielfeld jubelten und tanzten die Spielerinnen und warfen immer wieder einen Blick auf die Resultattafel. Die Zahlen leuchteten heller denn je: 27:25! Die fantastisch mitgehenden Zuschauer feierten ihre Schtzlinge mit einer Standing Ovation und der Torhter-Trainer berlegte, ob er in den letzten Minuten nun zwei oder drei Jahre gealtert hatte.

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Konzentriert, diszipliniert

Die erlsende Mitteilung kam wenige Stunden vor Spielbeginn: Riana Tiger Streule war trotz einer langwierigen Handverletzung gewillt bei dieser wichtigen Begegnung dabei zu sein. Mit ihr erffneten sich dem Trainergespann neue Mglichkeiten, vor allem was das Spiel ber die linke Seite betraf. Mit dem Anpfiff liess Appenzell keinen Zweifel darber aufkommen, dass dem LK Zug ein rauer Wind ins Gesicht blasen wrde. Das gegenseitige Beschnuppern dauerte grad mal einige Minuten, dann gingen die beiden Mannschaften richtig zur Sache. Whrend Appenzell die Angriffe ruhig und durchdacht vortrug, setzte Zug auf schnelle, kraftvolle Angriffe, oft den Weg durch die Mitte suchend. Appenzell agierte als agile, offensive Verteidigung auf einer Linie, Zug versuchte in einem 5:1 den Gegner nicht ins Spiel kommen zu lassen. Das Heimteam mit seinem kleinen Kader trug Sorge zum Ball und nahm sich eher etwas mehr Zeit als die in Vollbesetzung angetretenen Zugerinnen. Nach gut 10 Minuten stellte sich die Mittelachse mit Breitenmoser/Rohner/Palmisano immer besser auf das offensive Verteidigungsdispositiv der Gste ein. Sie begannen viel ohne Ball zu laufen, spielten przise Psse und setzten Kreisluferinnen und Flgelspielerinnen immer wieder gekonnt ein. Die Zuschauer kamen immer besser in Fahrt und hatten ab Mitte der ersten Halbzeit von dezentem Applaus zu begeisterten, lautstarken Hopp-Rufen gewechselt. Zug, das mehrheitlich in Fhrung lag, musste sich mit Fortdauer der Partie erkennen, dass hinter der kampfstarken Verteidigung eine Torhterin stand, die an diesem Wochenende ihresgleichen suchen musste. Zoe Fssler war einmal mehr Turm in der Brandung und hielt ihre Kolleginnen in heiklen, entscheidenden Momenten im Rennen um den Sieg. Trotzdem konnten die Gste als Halbzeitsiegerinnen neue Krfte tanken.

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Eine Halbzeit fr die Geschichtsbcher!

Wir sind noch im Geschft, wir knnen mit einer guten zweiten Halbzeit das Spiel zu unseren Gunsten wenden, nicht nur Trainer Hansruedi Rohner glaubte an die Sensation, auch die Spielerinnen wussten, dass sie es richten konnten. Wer nun geglaubt hatte, dass Appenzell in Halbzeit zwei einen Zahn zulegen wrde, der sah sich eines Besseren belehrt. Appenzell bot mehr, viel mehr, begann zu zaubern, verzckte die zwischenzeitlich mitleidenden Fans und liess den Lrmpegel auf der Tribne in ohrbetubende Dimensionen ansteigen. Kein Nachlassen, das Tempo wurde erhht und Zug bekam Probleme, fand die Lcken nicht mehr. Es blieb fr die Gste die Hoffnung, dass Appenzells Krfte (die Stammspielerinnen mussten einmal mehr die ganze Spielzeit durchbeissen) irgendwann nachlassen wrden. Diesmal nicht, sagten sich die Herausforderinnen. Eine gute Aktion nach der Anderen machte Krfte frei, man drckte weiter aufs Gaspedal. Es kamen die Minuten, wo sich Hhepunkte in Serie ablsten. Celine Oberle schoss ihre ersten beiden Tore, Elena Schmid traf vom Kreis, Jasmine Ebneter ackerte fr zwei, June Fritsche schoss Tore, die sonst niemand in die Maschen setzt und Riana Streule, die immer nur eine Richtung kennt, bewies mit ihrem Einsatz wie wertvoll sie fr dieses Team ist. Appenzell war whrend der ganzen Partie nicht oft in Fhrung, doch die letzten Minuten gehrten ganz alleine der orangen Kraft. Es war als htten die Spielerinnen mehrheitlich auf der Bank gesessen und seien nun richtig versessen darauf, den Trainern zu zeigen, zu was sie fhig wren. Sie trieben sich an und setzten auf einer Welle der Begeisterung zu einem grandiosen Schlussspurt an. Zug wurde schwindlig gespielt, konnte dem Angriffswirbel mehrheitlich nur staunend zuschauen. Es waren die Minuten, wo es auf der Tribne niemanden mehr auf den Sitzen hielt. Ein Triumphzug bahnte sich an und Appenzell war gewillt, einen geschichtstrchtigen Sieg in ihren Palmars zu verewigen. Das zweitletzte Tor, das wohl erlsendste der bisherigen Saison, war eines zum Geniessen. Cristel Palmisano eroberte den Ball und zog in den Gegenstoss, bedrngt von einer gegnerischen Spielerin hatte sie noch das Auge fr die mitlaufende Elena Breitenmoser (die lief doch wahrlich in der 59. Minute noch in einen Gegenstoss!!). Im Bewusstsein, den Siegestreffer zu erzielen genoss sie den Moment sichtlich und traf bestechend sicher zum 27:24. Zug blieb die Ehre des letzten Tores und danach war noch kurzes Warten angesagt, die letzten Sekunden, der Schlusspfiff. Riesiger Jubel, unglubiges Staunen und das Ende des geheimen Traumes, einmal einen grossen Namen zu besiegen.

Das zweite Treffen beste Werbung fr fairen Handballsport

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Nicht einmal 24 Stunden spter trafen die beiden Mannschaften wieder aufeinander und sollten sich erneut einen hochstehenden, spannenden Abntzungskampf liefern. Die Partie gestaltete sich hnlich wie jene am Vortag. Diesmal gehrte die Anfangsphase den Appenzellerinnen, danach konnte aber Zug die Akzente setzen. Diese waren vom Trainergespann hervorragend auf die Gegnerinnen eingestellt worden und agierten ber weite Strecken mit einer usserst effektiven engen Deckung auf die beiden Rckraumspielerinnen von Appenzell. Zug gelang es trotz bester Chancen nicht, sich entscheidend abzusetzen. Der Grund dafr hatte einmal mehr denselben Namen. Torhterin Zoe Fssler setzte nach ihrer grossartigen Leistung vom Vortag noch einen drauf und hielt mehrmals mirakuls. Daneben legte aber auch Jasmine Ebneter ihr Meisterstck ab. Defensiv, wie auch im Angriff ging sie dahin wo es weh tut und erzielte dabei wunderschne Tore. Dass Appenzell in einer weiteren, sehr emotionalen Partie erst in der 59. Minute, den Ausgleich erzielte und damit einen weiteren, nie erwarteten Punkt sicherte, war einer weiteren, hervorragenden Mannschaftsleistung zuzuschreiben. Auffallend dabei: die Differenz zwischen erfahrenen Spielerinnen und Rookies ist kleiner geworden, Appenzell kann die Verantwortung auf mehr Schultern verteilen. Neben der Tatsache, dass die FU15-Elite der Handballriege gegen den LK Zug aus zwei Partien 3 Punkte holte, haben zwei Aspekte das Wochenende geprgt: Meisterschaftsspiele knnen in freundschaftlicher, fairer Atmosphre stattfinden und dabei beste Werbung fr Juniorinnen-Handball sein. Und dann wre da noch die zweite Erkenntnis nach dem Sonntagsspiel: Der Schiedsrichter bot eine tadellose Leistung und rundete damit das Handballfest wrdig ab.

Bericht: Hansruedi Rohner / Bilder: Dani Gmnder

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