FU15E fehlten 3 Minuten zur Sensation08.11.2014

Die FU15-Elite der Handballriege bot gegen das hochklassig besetzte LC Brhl eine berragende Leistung. Ganz zum Schluss erst, als die letzten Kraftreserven aufgebracht waren, konnte Brhl das Spiel mit 25 zu 23 Toren fr sich entscheiden.

Emotionen, Trnen, Erschpfung

Minuten nach dem Schlusspfiff suchte der Trainer in der Kabine nach Worten, trstende, lobende Worte. Etwas hilflos stand er vor den mehr liegenden als sitzenden Spielerinnen, wollte von Stolz sprechen, ein unglaubliches Spiel beschreiben. Das Publikum aber wollte nicht hren, wie grossartig sie gespielt hatten, mit welchem Kampfeswillen sie den Gegner ber weite Strecken dominierten, sie waren einfach nur untrstlich und haderten mit dem Handballgott, der sie einmal mehr um die Frchte ihrer Arbeit gebracht hatte, einmal mehr gegen das grosse LC Brhl und einmal mehr auf schier schon tragische Art und Weise. Dass man zum Schluss einem verpassten Sieg nachtrauerte war alles andere als selbstverstndlich, denn begonnen hatte die Partie erdenklich schlecht fr den Aussenseiter.

Handballfoto

Appenzell mit Startschwierigkeiten

Schon nach wenigen Sekunden Spielzeit sollte der Alptraum jedes Trainers wahr werden. Torhterin Zoe Fssler liess den ersten Schuss, der dieser Bezeichnung nicht wrdig war, zum Entsetzen aller (darin eingeschlossen eine Fangemeinde, die leidenschaftlich mitlitt, mitfieberte und ihr Team nicht nur lautstark, sondern lautstrker zu Hchstleistungen trieb) in die Maschen gleiten. Was zu diesem Zeitpunkt niemand wusste: es sollten die einzigen schwachen Sekunden bleiben. Was Zoe Fssler danach alles hielt, gehrte in die Kategorie fantastisch! Doch vorerst schien dieses blde Goal auch die Feldspielerinnen zu schocken. Sie liessen sich von den St. Gallerinnen berrollen, standen mehr oder weniger im Schilf und wussten nicht wie ihnen geschah. Die Ernchterung in Form der zwei Zahlen 4:0 grsste klar und deutlich von der Anzeigetafel und das Trainergespann war nahe daran, schon nach 4 Minuten das Team Timeout zu nehmen.

Der Aussenseiter bumt sich auf

Appenzell liess sich nicht aus der Ruhe bringen. Das Team begann ihr przises Passspiel aufzuziehen. berraschende Positionswechsel verbunden mit viel richtiger Laufarbeit brachten Brhl in Schwierigkeiten. Appenzell konnte bei ihrer Aufholjagd auf einen berragenden Rckraum zhlen. Elena Breitenmoser zog die Fden, war Regisseurin und zeichnete sich als zielgenaue Torschtzin aus. Lea Rohner, die mit ihren Tuschungen die Gegnerinnen (ber)forderte spielte die genialen letzten Psse gleich im Dutzend und Cristel Palmisano, von ihrem Trainer nach dem letzten Spiel wegen mangelndem Einsatz kritisiert, war wie ausgewandelt. Sie lief was das Zeug hielt, spielte ihre krperlichen Vorteile perfekt aus, zog meist unwiderstehlich Richtung gegnerisches Tor und verwertete ihre Chancen auf teils herrliche Art. Riana Streule, die Kmpferin par excellence, komplettierte das magische Quartett. Nicht immer ganz Lehrbuchmssig, aber usserst wirksam, setzte sie sich meist gegen gleich zwei Spielerinnen durch und war fr entscheidende Treffer besorgt. Es waren aber nicht nur die Erfahrenen, die dem Spiel ein Gesicht gaben, sondern auch die ganz jungen Spielerinnen wussten sich nach der Respektphase hervorragend in Szene zu setzen. Mussten sie im defensiven Bereich noch einige Schnitzer abhaken, so nutzten sie in der Offensive die sich bietenden Chancen. Aus zwei Mglichkeiten zwei Tore, die Bilanz von Elena Schmid am Kreis kann sich sehen lassen. June Fritsche brauchte zwar einige Versuche von der Flgelposition, traute sich aber immer wieder in den Abschluss zu gehen und wurde ebenfalls mit Torjubel gefeiert. Jasmine Ebneter zog im Angriff einen ganz starken Tag ein, machte wenig Fehler und war wie aus heiterem Himmel ebenfalls fr zwei sehenswerte Tore verantwortlich. Appenzell fand immer besser ins Spiel und sollte nach 20 Minuten beim Spielstand von 9:9 ein erstes Ausrufezeichen setzen. Die Kehrtwende in der Partie war nicht nur Folge der unzhligen Torhterparaden von Zoe Fssler, sondern auch der engagierten Arbeit ihrer Vorderleute. Die gestandenen FU15-Spielerinnen ackerten fr zwei, stopften alle Lcher und gingen immer wieder dahin, wo es weh tut. Und dies im vollen Bewusstsein, dass jede Spielerin praktisch durchspielen musste, denn auf der Ersatzbank waren die beiden Trainer in der berzahl. Appenzell hielt das Spielgeschehen offen, musste aber vor der Pause doch noch zwei Treffer hinnehmen und ging mit einem 12:14-Rckstand in die Kabinen.

bis dass ich keine Kraft mehr habe!

Geht raus, gebt alles, ihr habt nichts zu verlieren! Und dies taten sie. 27 Minuten lang stand das Ensemble aus dem Appenzellerland im Rampenlicht! 27 Minuten lang kmpften sie wie Lwinnen, verschwendeten keinen Gedanken an die Tatsache, dass keine Auswechselspielerinnen ihnen eine Verschnaufpause gnnen wrden. Es gab nur ein Pedal, dass gedrckt wurde, sie gaben so viel Gas, dass sich Brhl nur mit viel Glck im Spiel halten konnte. Whrend der ersten 16 Minuten in dieser zweiten Halbzeit liess Appenzell nur gerade sagenhafte 5 Gegentreffer zu, traf in derselben Zeit aber neunmal in die gegnerischen Maschen. Brhl konterte, Appenzell hielt erneut dagegen. Das Spiel war an Dramatik kaum zu berbieten. Noch einmal ging Appenzell mit 22:20 Toren in Fhrung. Es sollte 3 Minuten zu frh sein. Die aufopferungsvolle Spielweise der Gste hatte seine Spuren hinterlassen. Die Fhrungsspielerinnen bei Appenzell waren am Ende ihrer Krfte. Jeder Schritt tat weh, jedes Aufstehen nach einem Foul glich einem Kraftakt. Brhl konnte immer wieder frische Krfte bringen und blies zum Angriff auf die Bastion. 3 Minuten weniger und Appenzell htte zum ersten Mal das Eliteteam aus St. Gallen geschlagen. Ein Spiel dauert 60 Minuten. Diese Tatsache ist verantwortlich fr das Resultat von 25:23, grosser Enttuschung, vielen Emotionen, Trnen und der Feststellung, dass die Siegerinnen der Herzen aus Appenzell gekommen sind.

Bericht: Hansruedi Rohner

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