FU15E für kämpferische Leistung schlecht belohnt07.09.2014

Die FU15-Elite zeigte bei ihrem ersten Meisterschaftseinsatz in neuer Zusammensetzung eine sehr beachtliche Leistung. Das Schlussresultat von 14:25-Toren gibt den wahren Spielverlauf so nicht wider.

Handballfoto

So etwas hat der älteste Handballkenner wohl noch nie gesehen und manch einer stellte sich die Frage, ob die gegnerischen Spielerinnen aufgrund ihres Wachstumsstandes wirklich erst 13-14 Jahre alt sein können. Sogar die Trainer, die sich aus den letzten Jahren so einiges gewöhnt sind, rieben sich die Augen ob der körperlich übermächtigen Zürcher Truppe. Appenzell verschwendete keinen weiteren Gedanken an den Gegner und besann sich auf die eigenen Fähigkeiten. Und da kam einiges auf die Gäste zu. Dem schnellen, kreativen Spiel der Appenzellerinnen hatte Amicitia nur wenig entgegenzusetzen. Immer wieder kamen sie zu spät und mussten die Gegnerinnen aufs Tor ziehen lassen. Appenzell hielt das Spiel bis zum 5:5 offen, dies obwohl im Abschluss zu oft gesündigt und beste Chancen nicht genutzt wurden. In der Defensive agierte das Handballriegen-Team äusserst offensiv. Das frühe, furchtlose Unterbinden der Abschlussversuche aus der Distanz zeigte seine Wirkung. Amicitia kam nur selten gefährlich vor das Tor von Zoe Fässler, die sich einmal mehr als sicherer Rückhalt erwies. Leider zeigte sich schon in der Anfangsphase, dass die Gäste ihre Angriffe endlos lange aufziehen konnten, ohne dabei richtig Druck auf das gegnerische Tor zu entwickeln. Wäre passives Spiel öfters angezeigt worden, so hätten die Kräfte der Appenzellerinnen auch länger als bis zur 20. Minute gereicht. Zu allem Elend kam auch noch, dass die wichtige Teamstütze Cristel Palmisano an einer leichten Verletzung litt, und ihre kämpferischen Qualitäten nicht ausspielen konnte. So mussten die gestandenen Spielerinnen all ihren Kampfgeist zusammen nehmen um nicht unter die Räder zu kommen. Was Elena Breitenmoser, Lea Rohner, Riana Streule und Jasmine Ebneter boten, darf in den höchsten Tönen gelobt werden.

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Im Verlauf der zweiten Halbzeit legten auch noch June Fritsche, Laraina Schmid und Sedina Music ihren Respekt vor dem Gegner ab und trauten sich so einiges zu. Vor allem Neuling June Fritsche liess ihre gemachten Fortschritte aufblitzen und konnte schon im ersten Elite-Spiel ihr erstes – dazu noch ein sehr schönes - Tor bejubeln. Vor allem in der Schlussphase drehte Appenzell noch einmal richtig auf. Trotz körperlicher Unterlegenheit und kleinem Kader konnten sie das Tempo bis zur letzten Minute durchhalten, was ein Versprechen für die Zukunft ist. Die positiven Eindrücke wurden leider durch die teils überharte, ungeahndete Spielweise der Zürcherinnen getrübt. Dazu gehörten Aktionen der Gegnerinnen, die durchaus auch als Absicht gegen den Körper gewertet hätten können. Einmal mehr bleibt der schale Nachgeschmack, dass spielerische Qualität gegen körperliche Überlegenheit kaum eine Chance erhält, wenn nicht für einen gewissen Schutz für körperlich Unterlegene gesorgt ist. Die Spielerinnen der FU15E des TV Appenzell können kämpfen und einstecken, das haben sie gegen Amicitia bewiesen. Darum wollen wir weinende Spielerinnen, die nach groben Fouls echte Schmerzen haben, nicht mehr sehen. Das dies nicht wieder vorkommt, haben aber weder Teamverantwortliche, Spielerinnen noch Zuschauer zu entscheiden. Appenzell verlor das Spiel zu hoch mit 14:25 Toren und hatte nach dem Schlusspfiff keine Puste mehr zum Jubeln. Dies hätten sie aber nach ihrer grossartigen Leistung auf dem Spielfeld durchaus tun dürfen.

Bericht/Bilder: Hansruedi Rohner/Dani Gmünder

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