FU15-Elite zeigt dem Meister die Zähne08.02.2014

Die FU15-Elite der Handballriege muss sich nach einer grossartigen Leistung dem aktuellen Schweizer-Meister Herzogenbuchsee unverdient hoch mit 14:21 geschlagen geben.

Zwar musste Appenzell als Verlierer vom Feld, in Wirklichkeit aber gewannen die Juniorinnen auf der ganzen Linie und entpuppten sich als die Königinnen der Herzen. Was die körperlich bei weitem unterlegenen Appenzellerinnen während der ersten Halbzeit im defensiven Bereich boten, darf ohne weiteres als überragend umschrieben werden. Wenn dem Tabellenleader, dessen Trainer den Gästen 40 Gegentore „versprochen“ hatte, im ersten Durchgang grad mal 9 Tore zugestanden werden, dann wurde vieles mehr als richtig gemacht. Zwar lief zu Beginn der Partie für die Gäste nicht alles nach Plan. Die Handballriegen-Girls agierten zu Beginn äusserst nervös und machten viele unnötige Fehler. Dies veranlasste den Trainer schon nach gut 9 Minuten beim Spielstand von 1:4 zu einer Auszeit. Der Ruf verhallte nicht sang und klanglos. Appenzell dominierte daraufhin den hochkarätigen Gegner über weite Strecken. Und dies obwohl mit Ronja Manser schon nach wenigen Minuten eine Teamleaderin mit einer Fussverletzung ausfiel. Andere Spielerinnen stiessen in die entstandene Lücke und wuchsen über sich hinaus. Überragend agierte Cristel Palmisano. Vom Trainer oft gescholten, bot sie eine fantastische Leistung, zeigte schnelle Beine, traute sich viel zu, war an jeder torgefährlichen Aktion beteiligt, schoss die Tore und stoppte auch in der Verteidigung viele Angriffe. Damit Palmisano über sich hinauswachsen konnte, musste aber auch Elena Breitenmoser im Rückraum Grosses leisten. Mit leichten Fussbeschwerden angetreten, war sie auch nicht durch das überharte Spiel des Gegners zu stoppen. Sie spielte fehlerlos, zeigte Zauberpässe und war meistens dort zu finden, wo es richtig weh tut. Der dritte Musketier stand im Tor. Zoe Fässler befindet sich weiterhin auf Höhenflug und bringt ganze Angriffsreihen zum Verzweifeln. Drei Spielerinnen, alle mit Jahrgang 2000, wenn das kein Versprechen für die Zukunft ist! Herzogenbuchsee war nur gefährlich, wenn sie ihre körperlichen Vorteile gut in Szene setzen konnten, spielerisch überzeugte nur eine Mannschaft, und die kam nicht aus dem Kanton Bern. Beim unglaublichen Spielstand von 9:9 wurde zur Halbzeit gepfiffen.

Wie in der Kabine des Heimteams gepoltert wurde, kann sich jeder selber vorstellen. Auf jeden Fall kam Herzogenbuchsee aus der Pause und es wurde schnell klar, dass sie den Fluss des Gästeteams nur mit vielen (Über)harten Aktionen brechen wollten. Leider konnte der Schiedsrichter seine gute Leistung aus Halbzeit eins nicht wiederholen. Er übersah einige unfaire, versteckte Fouls und liess sehr viel durchgehen. Appenzell steckte alles ein, doch irgendwann schwanden die Kräfte und das Selbstvertrauen erlitt einen Knacks. Herzogenbuchsee nutzte den Durchhänger der Gäste gnadenlos aus. Sie zogen auf 17:12 davon und für die FU15 der Handballriege bahnte sich eine Kanterniederlage an. Doch eine Mannschaft mit der Moral der Appenzellerinnen steht auch in ausweglosen Situationen nochmals auf und macht ihrem Ruf alle Ehre. In den letzten 5 Minuten gaben sie nochmals richtig Gas. Die grüne Welle wurde nochmals gestoppt. Das Spiel ging zwar verloren, die Appenzellerinnen haben dem Tabellenleader aber alles abverlangt und sie dürfen sich nach den beiden Spielen rühmen, dass Herzogenbuchsee gegen keine andere Mannschaft weniger Tore geschossen hat. Im Bernischen, wo die Innerrhoderinnen nur „die kleinen Zwerge“ genannt werden, hat man bleibende Eindrücke hinterlassen.

Bericht: Hansruedi Rohner

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