FU15 schafft Sprung in die höchste Spielklasse!27.04.2013

Die FU15 wächst am Qualifikationsturnier für die Elite-Kategorie über sich hinaus und sichert sich in überragender Manier für die nächste Saison einen Platz unter den 10 Topteams der Schweiz. Dabei handelt es sich um einen Erfolg mit historischer Bedeutung für die Handballriege TV Appenzell.

Handballfoto

Am Morgen eines intensiven Tages, der lange von Ungewissheit geprägt war, deutete schon vieles darauf hin, dass die 15 Spielerinnen der Handballriege an diesem Tag gewillt waren, ihre Haut so teuer wie möglich zu verkaufen. Motiviert und überzeugt, dass ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte geschrieben werden konnte, machte sich die Mannschaft auf nach Zürich um gegen die ganz grossen Mannschaften des Juniorinnen-Handballs die Chance zu packen, in die höchste Liga aufzusteigen.

Mit Yellow Winterthur kam es schon in der ersten von sechs Partien zu einer richtigen Standortbestimmung. Bei den Spielen über 2 x 12 Minuten war es überlebenswichtig, einen schnellen, deutlichen Rückstand möglichst zu verhindern. Dies gelang dem Aussenseiter aus dem Appenzellerland recht gut. Die kompakte Verteidigung mit der Lebensversicherung Zoe Fässler im Tor, liess sich vom kraftvollen Angriffsspiel der Winterthurerinnen nicht aus der Ruhe bringen und hielt das Geschehen offen, konnte sich sogar leichte Feldvorteile herausspielen. Ob es die verständliche Nervosität war oder ob die Zielsicherheit noch in der Kabine vor sich hin schlummerte sei dahingestellt, Appenzell sündigte gleich reihenweise im Abschluss und vergab zuhauf beste Torchancen. Dieses Manko entschied schliesslich darüber, dass sich der Favorit zum Schluss doch recht deutlich mit 8:4-Toren durchsetzen konnte.

Viel Zeit blieb nicht, den verlorenen Punkten nachzutrauern, denn wenig später wartete mit Amicitia Zürich der nächste grosse Name. Mit der Gewissheit im Gepäck, dass sie gegen alle Mannschaften eine gute Falle machen konnten, stürzten sich die Appenzellerinnen förmlich in den zweiten Vergleich. Körperlich unterlegen demonstrierte die FU15 in der ersten Halbzeit, dass die musketier‘sche Weisheit „eine für alle, alle für eine“ nichts an Bedeutung verloren hat. Unbändiger Wille, nie erlahmende Kampfkraft liess die Zürcherinnen verzweifeln. Sie rannten immer wieder vergeblich gegen die bewegliche Mauer an und schafften es nicht, in 12 Minuten auch nur ein Tor zu erzielen. Appenzell traf dreimal, am schönsten Leonié Schiegg nach der Pausensirene mit einem herrlich geworfenen, direkt verwerteten Freiwurf. Auch in Halbzeit zwei machte Appenzell alles richtig, verwaltete den Vorsprung souverän und gewann gegen einen „Grossen“ mit 6:3. Die ersten beiden Punkte waren Tatsache und dazu gesellte sich die Gewissheit, dass heute einfach alles gelingen konnte.

Nach einer kurzen Pause wartete mit Uster eine weitere, vermeintliche Übermannschaft. In den darauffolgenden 24 Spielminuten lieferte die FU15 der Handballriege ihr Meisterstück ab. Einmal mehr sollte der Baumeister des Erfolges die perfekte Arbeit vor dem eigenen Tor werden. Nicht eine Schwäche, nicht der kleinste Fehler, einfach überirdisch agierten die "Oranjes". Egal in welcher Zusammenstellung - ob nun Lea Heeb, Andrina Inauen oder Cristel Palmisano am eigenen Kreis standen, ob Corina Fässler, Ronja Manser oder Lea Rohner den Schneid der Gegnerinnen abkauften, oder ob Elena Breitenmoser, Selina Fässler und Nicole Schmid vor dem Tor aufräumten - Appenzell stand über die ganze Spielzeit in höchster Konstanz. Da jetzt auch im Angriff – vor allem in der zweiten Halbzeit- gewirbelt und gezaubert wurde, entwickelte sich ein äusserst attraktives Spiel, das bis wenige Sekunden vor Schluss auf Messers Schneide stand. Einmal mehr fasste sich eine Spielerin in letzter Sekunde ein Herz und erzwang die Entscheidung. Diesmal war es Cedrine Zeller, die sich unwiderstehlich durch die Verteidigung tankte und mit der Schlusssirene den Siegtreffer zum 7:6 erzielte. Begeisterungsstürme - Appenzell stand mit einem Bein vor dem Aufstieg in die Elite-Kategorie. Nachlassen war aber nicht erlaubt.

Die SG Wasserschloss stellte sich als nächster Gegner und wollte Appenzell in die Schranken weisen. Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten nahm die FU15 der Handballriege das Zepter resolut in die Hand. Nie in Gefahr, die Begegnung zu verlieren, schaukelte Appenzell das Ding souverän nach Hause. Wermutstropfen des überlegenen Auftrittes war aber wenige Minuten vor dem Pausenpfiff der Ausfall von Zoe Fässler. Bei einem Zusammenprall verletzte sie sich an einem Finger und musste das Spielfeld unter starken Schmerzen verlassen. Für sie war das Turnier vorzeitig zu Ende; sie konnte nur noch von der Tribüne mit ihren Kolleginnen mitleiden. Die Torhüterin hatte bis dahin hinter der überragend agierenden Verteidigung fantastisch gehalten. Für sie stellte sich Feldspielerin Corina Fässler zwischen die Pfosten. Nach einem gekonnten Abwehrversuch erhielt sie aber einen Ball an den Kopf und musste ebenfalls frühzeitig die Partie beenden. Nun schlug die Stunde von Benjamin Riana Streule. Unter Beifallstürmen ihrer Mannschaftskolleginnen warf sie sich mehrmals erfolgreich in die Bälle und Appenzell konnte mit Ersatztorhüterin Nummer 3 dank eines klaren 13:9-Sieges die Punkte 5 und 6 ins Trockene bringen. Mit dem Schlusspfiff war auch klar, dass die FU15 der Handballriege die ganz grosse Sensation geschafft hatte! Erstmals in der Clubgeschichte wird eine Mannschaft der Handballriege die neue Saison als Mitglied der 10 besten Mannschaften der Schweiz in Angriff nehmen.

Für den weiteren Turnierverlauf war nach dem Ausfall von Zoe Fässler aber auch klar, dass weitere Punkte wohl schwer zu holen sein würden. Das Trainerpaar entschied sich daher, das Spiel gegen den späteren Turniersieger LC Brühl mit reduziertem Energieeinsatz zu bestreiten und sich ganz auf die letzte Begegnung gegen den HC Unterstrass zu konzentrieren. Trotz der nicht unerheblichen Schwächung auf der Torhüterposition versuchte Appenzell den Brühlerinnen das Leben so schwer wie möglich zu machen, was im Angriffsbereich auch sehr gut gelang. Gegen die hoch gehaltenen Abschlüsse der St. Gallerinnen war die kleine Riana Streule aber machtlos und so setzte sich Brühl gegen Appenzell deutlich mit 15:5-Toren durch.

Für das letzte Spiel des langen Tages kam Torhüterin Nummer 4 zum Einsatz. Feldspielerin Sara Gudalovic bewies gegen Unterstrass einmal mehr, dass sie auch als Torhüterin über einige gute Qualitäten verfügt. Die Mannschaft konnte sich noch einmal motivieren und liess vor allem in der ersten Halbzeit keinen Zweifel darüber offen, wer gewinnen würde. Weil in Halbzeit zwei – wie zu Beginn des Turniers - die Chancen aber sehr grosszügig ausgelassen wurden, blieb Unterstrass bis zum Schluss auf Schlagdistanz. Es passte irgendwie zum märchenhaft Auftritt der Appenzellerinnen, dass beim Spielstand von 12:11 zu ihren Gunsten abgepfiffen wurde.

4 Siege aus 6 Spielen und ein unglaublicher 2. Rang am Elite-Qualifikationsturnier 2013! Die FU15 der Handballriege spielt nächste Saison bei den ganz Grossen der Zunft mit! Mannschaften wie LK Zug, Spono Nottwil oder Yellow Winterthur werden in der Sporthalle Wühre, am Fusse des Alpsteins, im beschaulichen Appenzell gastieren!

Für diesen grossen Erfolg verantwortlich sind: Elena Breitenmoser, Corina Fässler, Selina Fässler, Zoe Fässler (gute Besserung!), Sara Gudalovic, Lea Heeb, Andrina Inauen, Selina Koch, Ronja Manser, Cristel Palmisano, Lea Rohner, Leonié Schiegg, Nicole Schmid, Riana Streule, Cedrine Zeller.

Bericht: Hansruedi Rohner

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