FU15 mit unermüdlichem Kampfgeist09.02.2013

In einem spannenden, zum Schluss sogar dramatischen Spiel, gewinnt die FU15 auswärts gegen Romanshorn mit 24:22-Toren.

Noch vor vier Wochen musste das Team der Handballriege in der heimischen Halle gegen denselben Gegner als Verlierer vom Platz. Die würzige Seeluft aber inspirierte die Mannschaft aus dem Appenzellerland dermassen, dass sie den körperlichen Vorzügen des Gegners Paroli bieten – und sie bodigen konnten. Schon vor Anpfiff der Partie war klar: Wenn der Tabellenzweite auf den Tabellendritten trifft, dann sind dies immer Vierpunkte-Spiele und diese versprechen viel Hektik und eine riesige Portion Kampfkraft. Dieses Versprechen lösten beide Mannschaften und ihre Trainer vollumfänglich ein. Dementsprechend konzentriert versuchten beide Mannschaften von Beginn weg das Spieldiktat an sich zu reissen. Romanshorn präsentierte sich dabei weit beweglicher und dynamischer als beim Hinspiel. Wie nicht anders zu erwarten warfen die Seemädchen immer wieder ihre körperliche Überlegenheit in die Waagschale. Ihre Durchbrüche und vor allem die Abschlussversuche über die agile Kreisläuferin blieben während der ganzen Spielzeit erfolgreiches Mittel gegen die offensiv stehende Verteidigung der FU15 aus Appenzell. Die Gäste agierten in der Defensive noch offensiver als gewohnt, was dem Heimteam doch einiges Kopfzerbrechen bereitete. Appenzell trieb die Romanshornerinnen immer wieder in unnötige Fehler und wusste diese auch meistens kaltblütig auszunutzen. Nachdem die Appenzellerinnen die wenigen technischen Fehler zu Beginn der Partie ausschalten konnten, brillierten sie mit schnellen, überraschenden Passfolgen und erfolgreichem Spiel „Mädchen gegen Mädchen“. Die Lücken im Verteidigungsriegel des Heimteams wurden immer gesehen und auch gefunden. Auf der linken Seite fühlte sich Leonie Schiegg vor allem in der ersten Halbzeit pudelwohl und stellte die Gegnerinnen immer wieder vor Probleme. Auf Links agierte Andrina Inauen überragend. Die Spielerin des Tages war nicht zu stoppen wenn sie selber Richtung Tor zog, überzeugte aber auch mit scharfem Blick, wenn sie den Ball Cedrine Zeller, ihrer Partnerin am Flügel, pfannenfertig und butterweich in die Hände spielte. Im Angriff wirbelte Appenzell; in der Defensive waren einige Schwächen auszumachen, so dass Romanshorn auf Tuchfühlung bleiben konnte.

Mit einer 13:11-Führung im Rücken nahm das Team der Handballriege Halbzeit zwei in Angriff. Doch was für eine Wende - Appenzell konnte den Schwung der ersten 30 Minuten nicht mitnehmen. Romanshorn zwang den Pegel auf seine Seite und verursachte ab der 41. Minute erste Unruhen auf der Spielerbank. „Wir sind laut, unsere Stärke ist das Team und wir kämpfen bis zur letzten Minute“, an den Leitspruch des Tages erinnerte sich die Mannschaft plötzlich wieder und der Ruck, der durch die „Oranjes“ ging, liess das Hallendach erbeben. War die Vorstellung der beiden Regisseure Elena Breitenmoser und Ronja Manser bis zu diesem Zeitpunkt eher verhalten, so drehten sie plötzlich ganz gewaltig auf. Romanshorn erkannte die neue Gefahr zu spät und liess den beiden Rückraumspielerinnen zu viel Raum. Die Beiden machten Energien frei, die ihnen niemand mehr zugetraut hätte. Die tiefen Spuren des Montagstrainings trugen sie förmlich über den Hallenboden und liessen sie ganz gewaltig auftrumpfen. Manser im Gegenstoss, Breitenmoser aus dem Rückraum unter die Latte, Manser vom Flügel, dazwischen Inauen von aussen gegen die Mitte und Schiegg durch alles hindurch. Appenzell fand den Tritt wieder, die Unruhe wechselte auf die andere Bank. Vier Minuten vor Schluss der Partie lag Appenzell mit 21:20-Toren in Front, als die dramatische Schlussphase eingeläutet wurde. Die Nerven lagen blank, bei Romanshorn etwas blanker. Das Augenmerk der Schiedsrichterin richtete sicher immer deutlicher Richtung „gelben Riesen“. Das orange Trainerduo wusste was es geschlagen hatte und ignorierte die nicht immer glücklichen Entscheide der Spielleiterin. Nach dem 21:21 und der anschliessenden x-ten grossen Parade von Zoe Fässler im Tor von Appenzell liessen sich die Gäste nicht nochmals bitten, bewiesen ganz grosse Abgeklärtheit. Die Luft wurde für Romanshorn immer dünner, Appenzell legte vor zum 22:21. Ein schlechter Abschluss und zwei Minuten vor Schluss liessen es die Gäste nochmals richtig krachen. Beachtliche Spielkultur wurde mit dem vorentscheidenden 23:21 belohnt; dachten wohl alle. Der Kampfgeist von Romanshorn war aber noch nicht gebrochen, einmal mehr über die Kreisläuferin wurde 80 Sekunden vor Schluss die Spannung auf den Gipfel getrieben - Spielstand 23:22. Appenzell in Ballbesitz und 30 Sekunden später stocke der halben Halle der Atem. Zeitspiel! Nervenflattern! Foul, Freiwurf und zum wiederholten Mal hielt Romanshorn den Abstand nicht ein. Der ausgesprochenen Zweiminuten-Strafe folgte eine gewisse Frustbewältigung, was weitere 2 Minuten nach sich zog. Mit 6 gegen 4 ging das nervenstrapazierende Spiel in die letzten Sekunden. Ein weiteres Zeitspiel gegen Appenzell, ein Fehlversuch und dann folgte der verzweifelte Versuch der gegnerischen Torhüterin mit einem letzten Schuss über das ganze Spielfeld ein Tor zu erzielen. Wie sich der Ball um den Fuss der viel zu weit vor dem Tor stehenden Zoe Fässler drehte und Fahrt Richtung Tor aufnahm wird später niemand sagen können; auch nicht, wie lange der Herzschlag bei Spielerinnen, Trainern und Fans aussetzte, als der Ball an den Pfosten und von dort zurück ins Spielfeld sprang, wo er via zweier Hände zu Leonie Schiegg kam, die praktisch mit dem Schlusspfiff für die Gäste alles klar machte. Grenzenloser Jubel nach einem wirklich harten Arbeitstag. Appenzell gewann mit 24:22-Toren, holte sich zwei wichtige Punkte gegen einen direkten Konkurrenten und bewies vor allem in schwierigen Situationen grosse Abgeklärtheit.

Bericht: Hansruedi Rohner

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