Arnheim - eine besondere Reise07.04.2012

Die drei Teams FU13, MU15 und MU19 machten sich am Osterweekend auf nach Arnheim, um sich in einem internationalen Turnier mit ihren Altersgenossen zu messen. Sie erbrachten dabei beachtliche Leistungen und durften sich ber einige Siege freuen. Nachfolgend ein paar Einblicke in die Tagebcher:

Tagebuch 1:

Da kommt der Tag X und alle sitzen voller Erwartung im Bus Richtung Holland. Noch etwas gezeichnet vom frhen Aufstehen versammelte sich die ganze Reisegesellschaft am Karfreitagmorgen in aller Frhe auf dem Brauereiplatz. Die Reiseroute fhrte ber Au, Ulm, Stuttgart, Frankfurt, Kln bis nach Arnheim. Der Busfahrer Andr steuerte den Bus sicher und gekonnt ber die 800 Kilometer quer durch Deutschland. Am spten Nachmittag wurde das Ortsschild Arnheim passiert und schon bald die Unterkunft bezogen. Da die Reisegruppe am Anreisetag schon frh aus den Federn musste, und am anderen Morgen die ersten Spiele auf dem Programm standen, war die Nachtruhe schon bald mal eingekehrt.

Handballfoto

Die Organisatoren planten gleich smtliche drei Mannschaften des TVA fr die erste Runde am Morgen ein. Manch ein Appenzeller staunte nicht schlecht, als er in der riesigen Dreifachsporthalle die gegnerischen Teams zu Gesicht bekam. Nein, es war keine U17-Teams, sondern wirklich die Gegner unserer MU15. So war es nicht ganz verwunderlich, dass die Innerrhdler den Rechtenbacher aus Deutschland noch mit zuviel Respekt gegenberstanden. Gegen die grossgewachsenen Deutschen wre wohl nur eine Chance bestanden, wenn jeder auf Topniveau gespielt htte, was dann aber nicht ganz glckte. Die Appenzeller zeigten aber, dass sie durchaus dagegenhalten knnen. Das Spiel ging letztendlich doch deutlich zu Gunsten des deutschen Teams aus...und unsere MU15 war zumindest um eine Erfahrung reicher.

Mit den ersten Erfahrungen auf internationalem Parket nahmen sie die zweite Herausforderung gegen die Franzosen aus Mundolsheim dann schon ganz anders in Angriff. Nicht nur die Gegner staunten ber das Knnen und die kmpferische Einstellung der Innerrhdler, auch die zahlreichen Zuschauer in der Halle hielten sich mit ihrem Applaus nicht zurck. Am Ende wurde die Mannschaft aus Frankreich deutlich bezwungen und Fabrice sowie Severin gelangen ihre ersten Treffer in einer internationalen Partie.

Im letzten Spiel des Tages kam es zu einer knappen Niederlage gegen den spteren Turniersieger HV Gemini aus Holland. Das TVA-Team besttigte jedoch, dass gegen jeden der Gegner etwas mglich war. Lob kam auch vom deutschen Trainer der Rechtenbacher, der froh war, dass er seine Partie gegen den TVA schon hinter sich gebracht hatte.

Hhepunkte des darauffolgenden Stadtbummels waren die Entdeckung eines Fahrrades mit Zuckerwassermotor sowie die verschiedenen Kulturen, die in diesem Ort aufeinander prasseln. Whrend sich die Mdchen in der Shoppingzone vergngten, strkten sich die Jungs in der Imbissbude "Istanbul". Ansonsten Fahrrder wo man hinschaute, viele davon auf den unzhligen bewachten Veloparkpltzen.

Da es am Sonntag auch wieder frh losging, wollten alle unbedingt zeitig ins Bett. Fans und Begleiter verbrachten zusammen einen gemtlichen Abend vor dem Kaminfeuer und philosophierten bis spt in die Nacht ber die Erlebnisse vom Tag. Die weiblichen Fans Lisa, Regi, Eline und Luzia stylten sich schon mal fr den nchsten Tag. Jedes kleine Detail wurde bercksichtigt, sogar auf den Fingerngeln hatte es Schweizerkreuze. Danke fr die Untersttzung und die heimeligen Kuhglockenklnge whrend der Spiele.

Fr die MU15 des TVA standen am Zondag noch zwei Spiele auf dem Programm. Das eine gegen die athletischen Franzosen aus Hochfelden und das andere gegen die vor Selbstvertrauen strotzenden Deutschen aus Sudern. Jene beiden Mannschaften trafen am Morgen aufeinander, wobei die Franzosen die Deutschen doch deutlich mit 16:2 bezwangen. Danach galt es fr die Appenzeller gegen die Franzosen eine gute Figur abzugeben. Mit der Unterssttzung heimischer Kuhglockenklnge aus der Fankurve lagen die Innerrhdler nach fnf Spielminuten mit 3:1 in Front. Der Gegner bekundete einige Mhe mit der 5:1 Verteidigung des TVA und so lag eine kleine Sensation in der Luft. Nachlassende Krfte und leichte Deckungsschwchen brachten dann aber die Franzosen doch noch auf die Siegerstrasse.

Beim letzten Spiel gegen den HC Sudern ging es um den 4.Platz. Zu Beginn wurden die gross gewachsenen Spieler des Kontrahenten mit schnellen und geradlinigem Spiel berrascht. Die Appenzeller erspielten sich ber weite Strecken Vorteile und lagen immer in Fhrung. Eine Schlsselszene war wohl ein traumhafter Angriff des TVA. Fabio hat versetzte auf der linken Seite den gegnerischen Verteidiger und liess ein Traumzuspiel auf den Flgelspieler folgen. Dieser Moment war voller Dynamik wie Przision und somit sinnbildlich fr die ganze Partie. In der Defensive machte sich in Halbzeit 2 der Krfteverschleiss bemerkbar und nach einigen Missverstndnissen in der Verteidigung kam der Gegner nochmals auf ein Tor heran. In dieser Phase des Spiels stand Thomas sicher auf seinem Posten und brachte den Gegner zeitweise an den Rand der Verzweiflung. Das Spiel endete mit einem 10:9 Erfolg der Appenzeller und fr einige Deutsche war es wortwrtlich zum weinen.

Handballfoto

Tagebuch 2:

Es war einmaleine ruhige Karfreitagsnacht. Ein ganzes Dorf schlief den Schlaf der Gerechten. Der Mond war dabei sich zu verabschieden und dem Morgengrauen Platz zu machen. Ein leichter Nieselregen betrufelte die Strassen, wo ein Car sich seinen Weg durch das malerische Appenzellerland bahnte. Im Halbdunkeln erkannte man eine Gruppe von erwartungsfrohen, abenteuerlustigen, jungen Menschen ein paar ltere mischten sich auch noch unter die Gruppe nahmen das Fahrzeug in Beschlag und richteten sich auf eine lngere Fahrt ein. Hinaus in die weite Welt, 800 Kilometer hinauf nach Norden bis ins hollndische Arnheim. Abgesehen von einem kleinen Umweg, verursacht durch den blichen Stau auf deutschen Strassen, verlief die Reise ohne Komplikationen und das Ziel wurde um 17.12 Uhr erreicht.

Beim Anblick des riesigen Sportparkes Valkenhuizen bekamen einige Sportlerinnen und Sportler grosse, staunende Augen. Die Sportsttte, brigens 20m unter dem Meeresspiegel liegend, prsentierte sich in ihrem besten Licht und lud frmlich ein, grossartigen Handballsport zum Besten zu geben. Was dem einen oder anderen prophylaktisch etwas Bauchschmerzen bereitete, war der Anblick von eintreffenden, gegnerischen Mannschaften. Ein 13-jhriger Deutscher sieht eben nicht wie ein 13-jhriger Schweizer (geschweige denn Appenzeller) aus! Die tragen auch noch den Rasierapparat im Gepck! Bevor das grosse Knieschlottern beginnen konnte, ging es weiter Richtung Unterkunft der Delegation. Das Hotel Postillon prsentierte sich als gemtliche Bleibe, wo es sich fr die nchste Zeit bestens leben liess. Die Zimmer waren mit allem Komfort ausgestattet und im gediegenen Restaurant sollte in den kommenden Tagen manche Leckerei den Weg vom Teller (oder Glas) in die Mgen finden. Im Gewirr der Gnge fanden sich die Jungen und Mdchen schnell zurecht, sodass schon bald erste Aufladegerte ihren Platz in Steckdosen fanden, Duschen zu trpfeln begannen, Telefone abgehoben oder einfach nur Kleider, Schuhe und Taschen auf den Boden geworfen wurden. Das Nachtessen erwies sich dann als wahres Festtagsmenu, obwohl sich fr einige der erste Kontakt mit einer rassigen Pfeffersauce als usserst gewohnheitsbedrftig erwies und bezglich Nebenwirkungen eine Packungsbeilage htte angeheftet werden mssen. Trainerteam, Fangruppe und natrlich die Athletinnen und Athleten machten einen glcklichen Eindruck und suchten bald schon die Betten auf, wo in den Trumen manche kecke Lotte oder mancher strammer Dieter auf die Matte gelegt wurde.

Schon um 06.45 Uhr schlug am nchsten Morgen die erste Stunde der Wahrheit. Da war niemand, der einem das Frhstcksbrtchen strich und die Ovomaltine umrhrte. Man kann es vorweg nehmen, auf irgendeine Art bekam jeder etwas zwischen die Zhne und machte sich schon wenig spter auf den Weg Richtung Sportarena. Im Car halfen wie immer die Klostertaler ber die erste Nervositt hinweg. Wobei, diese Nervositt war sptestens wieder prsent, als sich alle Teams Punkt 08.30 Uhr auf verschiedenen Feldern, den verschiedensten Gegner stellten, die alle eine Gemeinsamkeit hatten: Sie waren gross, stark und schienen unberwindbar. Zum ersten Mal an einem wirklich grossen Turnier gegen wirklich grosse Mannschaften, da dauert es so seine Zeit, bis das Selbstvertrauen zurckgefunden hat und die Spielerinnen ber sich hinaus wachsen knnen. Die FU13 musste sich in Begegnung eins einer richtigen Herausforderung stellen. Die deutsche Mannschaft des TSG Wismar zhlt sogar in unserem Nachbarland zu den besten Teams. Zwei Trainer, ein Coach, eine Masseurin und am Spielfeldrand der Prsident des Vereins zeugten davon, dass hier mit einer anderen Kelle angerhrt wird als beim Gegner, wo ein engagierter Trainer und 10 leidenschaftlich kmpfende Mdchen den Fehdehandschuh aufnahmen. Schon wenige Minuten nach Spielbeginn zeigte sich, dass die Appenzellerinnen noch nicht ganz angekommen waren. Zu viele Fehler, zu wenig Einsatzbereitschaft und einige unglckliche Abschlsse reichten aus, damit die Deutschen einen sicheren und deutlichen Sieg einfahren konnten. Ein hnliches Bild prsentierte sich der unermdlich Glocken lutenden Fangemeinde

Gegen die hollndische Mannschaft HV Gemini lief es zwar etwas besser, doch noch immer wollte nicht alles gelingen und die Chancenauswertung liess auch zu wnschen brig. Auch hier blieb zum Schluss nur die Feststellung, dass man aus Spielen gegen bermchtige Gegner viel lernen kann. Die Mdchen aus dem fernen Appenzellerland machten innert krzester Zeit ihre Hausaufgaben (viel Zeit blieb auch nicht, denn der nchste bermchtige Gegner stand schon bereit!) und kamen wie ausgewechselt aus der Kabine. Der Handballverein Sudern hatte die beiden Punkte bereits gutgeschrieben und ging daran, sich der Pflicht zu entledigen.

Es gibt Mannschaften, die brauchen ein ganzes Turnier, um sich an den Rhythmus zu gewhnen. Die FU13 der Handballriege brauchte zwei Partien um den Motor richtig anzuwerfen. Am Samstagmittag um 11.25 Uhr begann die grosse Show der Kleinwchsigen vom Alpstein und sie wrde ganz genau bis zum Sonntagmittag um 11.20 Uhr dauern. Keine Schwchen mehr gegen krperlich klar berlegene Gegnerinnen. Zaubereien im Minutentakt und eine Leidenschaft, die seinesgleichen sucht. Kein Ball wurde verloren gegeben, jede Chance fr einen Abschlussversuch genutzt und nach jedem, noch so hoch stehenden gegnerischen Wurfarm wurde gesprungen und gehangen. Im Angriff lief der Ball wie am Schnrchen, Chancen wurden kreiert, Flgelabschlsse gesucht und das Kreisspiel richtig gut gepflegt. Die Spiele wurden zu einer Freude fr alle Beteiligten und die Begeisterung kannte keine Grenzen mehr. Der HV Sudern wurde Opfer Nummer eins. Bevor sich die Mannschaft die anderen deutschen Gegner vornahm, standen noch ein Stadtbummel, ein richtig gutes Abendessen, Besuche in vielen anderen Zimmern und schliesslich eine sportlergerechte Nachtruhe bevor.

Wieder um 06.45 Uhr fanden sich am nchsten Morgen alle rechtzeitig zum Zmorge ein. Schon in diesen frhen Morgenstunden waren die Mdchen hochkonzentriert, galt es doch zu beweisen, dass der Sieg vom gestrigen Tag nicht ein Zufallsprodukt gewesen war. Einmal mehr weckten die Klostertaler im Bus die letzten Kampfgeister und schon um 08.55 Uhr ging man daran, dem HV Huissen eine Lektion zu erteilen. Noch eine Spur besser, noch eine Spur leidenschaftlicher und noch eine Spur ehrgeiziger gewann das Team der Handballriege das vierte Spiel und pltzlich winkte die Mglichkeit, sich einen Platz auf dem Podest zu ergattern. Was in der Zeit von viertel vor zehn bis zwanzig nach elf ablief, wird allen Beteiligten immer in Erinnerung bleiben. Das kleine Appenzell besiegte zwei wirklich grosse Mannschaften aus Deutschland mit Leistungen, wie man sie diesem Team wohl noch vor einem halben Jahr nie zugetraut htte. Es waren nicht nur hervorragend herausgespielte Siege, sondern auch Partien, die an Dramatik kaum zu berbieten waren. Da passte wirklich alles zusammen! Die Oranjes standen wie eine deutsche Eiche vor dem eigenen Tor und warfen sich in Winkelried-Manier den gegnerischen Angriffsversuchen entgegen. Angetrieben von einem Trainer, dessen Stimme immer mehr zu einem Krchzen verkam, spielten sie auch ihre Angriffe mit einer Coolness herunter, dass den Beteiligten auf der anderen Bank nur das Staunen und eine grosse Portion Hochachtung vor dem Gezeigten blieb. Die FU13 entschied am Sonntag alle drei Partien zu ihren Gunsten und lag sich um 11.20 Uhr trnenunter-drckend und vor Freude taumelnd in den Armen. Rang drei an ihrem ersten internationalen Turnier im fernen Holland. Grundstzlich ein Ding der Unmglichkeit und darum schlichtweg eine Sensation.

Was danach noch folgte, verkam zur Randnotiz. Ein weiteres, exzellentes Nachtessen, eine Siegerehrung, die etwas chaotisch ber die Bhne ging, einige Krperwindungen in der Disco, ein gemtlicher Abendspaziergang, etwas weniger Nachtruhe als die Tage vorher und eine Heimfahrt, die zum Erinnern an ganz grosse Minuten auf dem Spielfeld einlud.

Mit etwas Versptung erreichte die Delegation der Handballriege den Heimathafen. Alle gesund an Bord, keiner traurig, niedergeschlagen oder verletzt. Einmal mehr hatte sich der Einsatz einiger Optimisten gelohnt Arnheim wird als grosses Erlebnis in Erinnerung bleiben.

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