Oldie-Plauschturnier: von wegen "altes Eisen"28.08.11
Wenn das Nachtturnier von Andelfingen ansteht, dann kommt in verschiedenen Appenzeller Haushalten Hektik auf. Altgediente, ehemalige Handballer suchen in hintersten, verstaubten Regalen ihre alten Handball-Utensilien zusammen. Als Appenzeller Oldie-Team sind sie in Mission Routine gegen jugendlichen Elan unterwegs. Wie ernst es der Truppe beim beliebten und gut besetzten Turnier ist, zeigt die Tatsache, dass die Spieler früh am Ort des historischen Kräftemessens eintreffen um sich intensiv, seriös und ausgiebig einzulaufen.
Dass trotz dieser professionellen Vorbereitung das Team schon kurz nach Anpfiff der ersten Begegnung gegen Räterschen durch eine Verletzung von Maurus Zeller arg geschwächt wurde, war ärgerlich, motivierte die gestandenen Mannen aber umso mehr. Kam hinzu, dass die leicht eingerosteten Gelenke mit Andauer der Partien immer besser liefen. Und als dann das Appenzeller Bähnli zum TGV mutiert war, wehte der Gegnerschaft ein richtig rauer Wind entgegen. Traumwandlerisch sichere Kombinationen, energische Durchbrüche unter Einsatz gewichtiger Argumente und raffinierte Abschlüsse aus dem Rückraum und den Flügelpositionen wurden von der riesigen Fangemeinde aus Appenzell frenetisch bejubelt. Mit viel Freude, grosser Leidenschaft und der notwendigen Portion Glück agierten „die Oldies“ in den drei Gruppenspielen und keine gegnerische Mannschaft konnte ihnen das Wasser reichen. Appenzell stand im Halbfinale und den Anderen blieb nur ungläubiges Kopfschütteln.
Für das Halbfinale musste der eine und andere Spieler die medizinische Abteilung aufsuchen, damit er auflaufen konnte. Wie erwartet verlangte Grünweiss Effretikon den Innerrhödler alles ab. Meist rannten diese einem Rückstand hinterher, gaben aber nie auf warfen in der Endphase alles in die Waagschale. Und siehe da, die Routiniers kehrten mit den Schlussminuten die Partie zu ihren Gunsten. Ausser Puste, aber tief zufrieden durfte Appenzell die Finalqualifikation zu Kenntnis nehmen.
Mit dem HC Stammheim wartete da die beste Mannschaft des Turniers. Kam hinzu, dass die vier intensiven Partien bei den Appenzellern nicht spurlos vorüber gegangen waren. Nicht mehr ganz taufrisch mussten sie im Finale zu Kenntnis nehmen, dass einige Trainingseinheiten fehlten um gegen die Weinländer bestehen zu können. Stammheim gewann das Turnier. Appenzell ging als Überraschung-mannschaft in die Turniergeschichte ein.
Für Appenzell spielten (ohne Jahrgänge): Pascal Löpfe, Kudi Zeller, Rouven Rempfler, Martin Koller, Alfred Manser, Marcel Stark, Maurus Zeller (5 Minuten), Andrej Knechtle, Hansruedi Rohner, Pfuus,
Bericht: Hansruedi Rohner










